Serie Lenzburg Hurricanes
„Punktemässig im Soll, aber noch steigerungsfähig"

Die Lenzburg Hurricanes verlieren innert fünf Tagen sowohl das Cup-Viertelfinale wie auch ein Gastspiel im Tessin. Hurricanes-Verteidiger Tobias Koch spricht über die schmerzhaften Niederlagen, das Cup-Erlebnis und seine Rolle bei den Wirbelstürmen.

Calvin Stettler
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Hurricanes-Verteidiger Koch ist einschussbereit

Hurricanes-Verteidiger Koch ist einschussbereit

Calvin Stettler

Es war eine ungelegene Premiere, aber vermeiden kann man diese nur selten. Zum ersten Mal mussten sich die Lenzburg Hurricanes in dieser Saison zweimal in Serie sieglos vom Spielfeld begeben. Zuerst setzte es eine erwartungsgemässe Niederlage im Schweizer Cup-Achtelfinale ab.

Gegen die NLA-Mannschaft aus Biel resultierte schlussendlich ein klares 3:8 aus Sicht der Aargauer.

Dieser Misserfolg war eingeplant, doch schlussendlich war er schlicht brutal. Denn die Hurricanes hielten mit den zwei Ligen höher postierten Cracks aus Biel lange mit und schnupperten an der Sensation. 3:3 stand es nach dem Mittelabschnitt. Was das Schlussdrittel brachte ist bekannt.

Statt an die durchaus ansprechende Leistung anzuknüpfen, lieferte das Aargauer Inlinehockeyteam fünf Tage später obendrein seinen bisher schlechtesten Saisonauftritt ab. 1:11 tauchten die Hurricanes bei den Paradiso Tigers. Den blamablen Auftritt in der Südschweiz gilt es nun schnellstens abzuhacken und sich auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren. Das sieht auch Assistenz-Captain Tobias Koch so, als er zu den jüngsten Ereignissen Stellung nahm.

Tobias Koch, starten wir mit der verdaubareren Niederlage: 3:8 stand es am Ende eines spektakulären Cup-Abends. Fiel das Resultat Ihrer Meinung nach ein bisschen gar hoch aus?

Tobias Koch: Sagen wir mal das Resultat war schlussendlich sicher gerecht. Wir spielten zwei Drittel lang mit, das ja, aber dann haben wir die eine oder andere Strafe zu viel genommen und dies wurde von Biel eiskalt ausgenützt. Sie erzielten das Tor und an diesem Punkt haben wir es verspielt.

Sie sprechen ein wichtiges Problem an: Generell nimmt das Team in dieser Saison zu viele Strafen. Was kann man dagegen tun?

Die meisten Strafen sind einfach unnötig, da haben Sie Recht. Nun, individuell muss jeder konzentrierter und wacher agieren. Wichtig ist, dass wir den Anstand sowohl auf dem Feld wie auch auf der Bank wahren. Disziplinarstrafen können wir uns sparen. Zusammengefasst ist die Eigendisziplin ein grosses Thema.

Die Thematik der Eigendisziplin hat für Sie als Assistenzkapitän der Hurricanes einen wichtigen Stellenwert. Was für einen Einfluss haben Sie darüber hinaus in dieser Mannschaft, wo doch noch Kapitän und Trainer neben Ihnen auf dem Feld agieren?

Das Team hört natürlich auf mich. Ich bin nicht der Typ, der zu sehr ausruft. Grundsätzlich ist dieser kommunikative Einfluss aber nicht mein Job. Da ich aber selbst auch Schiedsrichter bin und die Regeln kenne, bin ich eher für die Diskussion mit den Unparteiischen verantwortlich. Das ist meine Primärfunktion.

Zurück zum Cupspiel: Wenn man - ich sage jetzt mal relativ nahe - an der Sensation dran war. Überwiegt da der Missmut oder der Stolz?

Sicher der Stolz. Es war ein Cupspiel, da kann man nichts verlieren. Und ehrlich gesagt ist es das Schönste gegen eine höher klassierte Mannschaft zu spielen. Von dem her waren es super 40 Minuten und die restlichen 20 Minuten vergessen wir einfach.

Sie waren mit einem Tor und einem Assist gleich an zwei von drei Toren beteiligt. Hofft man da, dass allenfalls ein NLA-Coach an solch einem Abend auf Ihre Person aufmerksam werden könnte?

Nein, nein, das hoffe ich nicht. Ich bin glücklich bei den Hurricanes. Mein Ziel ist es auch nicht beispielsweise für die Nationalmannschaft zu spielen. Mir gefällt es hier.

Demnach wäre Ihnen ein Aufstieg mit den Hurrcanes in die NLB mehr wert als ein Engagement in der NLA?

Definitiv.

Sie spielen seit über zehn Jahren als Verteidiger für die Hurricanes. Was macht in Ihren Augen einen kompletten Verteidiger im Inlinehockey aus?

Das ist keine einfache Frage. Man benötigt sicher ein gutes Auge, eine ansprechende Stocktechnik und einen guten Schuss. Man kann das Anforderungsprofil mit dem eines Eishockeyverteidigers vergleichen.

Zur Tessin-Blamage: Wie erklären Sie sich dieses Resultat?

Wir spielten schlicht und einfach unterirdisch und undiszipliniert. Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen und weiterschauen, denn die anspruchsvollen Gegner kommen erst noch.

Bald ist die Hälfte der Qualifikation vorbei. Ihr Fazit?

Punktemässig sind wir sicher im Soll, aber leistungsmässig ist das Ganze noch steigerungsfähig.

Inlinehockey - ein Besuch im Schatten des Breitensports. Im Rahmen einer Maturaarbeit begleitet Calvin Stettler die Inlinehockeyaner der Lenzburg Hurricanes. Während der ganzen Saison (März bis Oktober) erscheinen an dieser Stelle Artikel rund um den Aargauer Erstligisten.

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