Fussball
Punkte sind die beste Medizin – auch für ein zum Verkauf stehendes Team

Positive Neuigkeiten nach den negativen Schlagzeilen: Für eine Mannschaft, die zum Verkauf stehen soll, hat der FC Wohlen seine Haut teuer verkauft. Die Freiämter siegen in Chiasso verdient mit 3:1.

Andreas Fetz
Merken
Drucken
Teilen
Gaspar (l.) und Torschütze Christian Ianu überzeugten auch gegen Chiasso . Alexander Wagner/Archiv

Gaspar (l.) und Torschütze Christian Ianu überzeugten auch gegen Chiasso . Alexander Wagner/Archiv

Was war in den letzten Tagen nicht alles über den FC Wohlen geschrieben worden. Die finanzielle Not der Aktiengesellschaft trieb seltsame Blüten: Sanierung, Einstellung des Profibetriebs oder Verkauf der AG an einen Investor. Die Optionen für die Zukunft scheinen wenig verheissungsvoll. Fussball kann kompliziert sein. Aber auch ganz einfach. Die Mannschaft von Trainer David Sesa liess sich durch die Unruhen nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil. Die Leistung in Chiasso war eine der besten dieser Saison. Es war der erste Sieg gegen diesen ungeliebten Gegner seit dem 13. November 2004. Auch dass Goalie Giovanni Proietti nach einem Vorfall im Training aus disziplinarischen Gründen die Reise ins Tessin nicht antrat, war auf dem Platz vergessen.

Aus der Zeitung von Problemen erfahren

„Wir haben von den Problemen des Vereins aus den Zeitungen erfahren", sagte Wohlens Flügelspieler Thomas Weller, „aber uns Spieler darf das nicht belasten." Ähnlich äusserte sich Trainer Sesa: „Die Diskussion um die AG hat die Spieler nicht beeinflusst, sonst hätten sie gegen Chiasso nicht diese Leistung bringen können." Man habe das Thema nur kurz angesprochen und sei zum Schluss gekommen: Die Vereinsführung kümmert sich um die Probleme neben dem Platz, die Spieler um jene auf dem Platz. Nach dem 3:1-Sieg in Chiasso lässt sich sagen: Punkte sind die beste Medizin.

Besonders in der ersten Halbzeit vermochten die Freiämter zu gefallen. Die Laufbereitschaft war hoch, der Wille zu gepflegtem Passspiel auf dem schwer bespielbaren Terrain ebenfalls. Mit Ianu und Gaspar setzte Sesa wie schon im Cup auf zwei Sturmspitzen. „Sie haben gut harmoniert, ich bin mit beiden sehr zufrieden", sagte Sesa. Es war Ianu, der in der 21. Minute nach einem Pfostenschuss Bastidas den Nachschuss zum 1:0 verwertete. In der 38. Minute erzielte der starke Matteo Tosetti nach einem Corner mittels Distanzschuss das 2:0.

Erlösung in 83. Minute

Es war die verdiente Pausenführung gegen ein phasenweise erschreckend schwaches Chiasso. Nach dem Seitenwechsel traf Gaspar mit seinem Kopfball die Latte. Statt 3:0 stand es kurze Zeit später nur noch 2:1. Dem eingewechselten Gherardi gelang mit einer Einzelleistung der Anschlusstreffer (68. Minute). Dann sah Wohlens Senkal auch noch die gelb-rote Karte (75. Minute). Wohlen musste erstmals in dieser Partie zittern, doch der eingewechselte Stefano Milani erlöste die Freiämter in der 83. Minute mit dem Tor zum 3:1.

„Das war eine sehr gute und konzentrierte Vorstellung", lobte Sesa und fügte an: „Wir haben uns viele Chancen erarbeitet." In der Tabelle konnte Wohlen zu Chiasso und Lugano aufschliessen (alle 17 Punkte). Der Vorsprung auf den Abstiegsplatz beträgt nun bereits zehn Punkte. Die Arbeit auf dem Platz ist fürs Erste getan. Nun kann sich der Verein wieder den Problemen neben dem Platz widmen.