Eine erstaunliche Premiere beim Erfolg in Winterthur und zwei Spiele in Folge ohne Gegentreffer: Der FC Aarau bleibt nicht nur auf Erfolgskurs, sondern er setzt auch Massstäbe. Elf Runden vor Schluss geht der Flirt mit der Super League weiter. Nachfolgend drei Erkenntnisse aus der Partie in Winterthur.

Erkenntnis Nummer 1: Das erste Tor eines Verteidigers

Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Das 39. Tor des FC Aarau in der 25. Meisterschaftsrunde dieser Saison war der erste Treffer eines Verteidigers. Der Glückliche heisst Nicolas Bürgy. Der Abwehrchef erzielte nach einer halben Stunde den Siegestreffer zum 1:0 gegen Winterthur. Eingeleitet wurde das Tor von Linus Obexer. Dass die beiden Leihgaben der Berner Young Boys die Entscheidung herbeiführten, ist kein Zufall. Bürgy und Obexer zählen seit Wochen zu den stärksten Spielern des FC Aarau und machen fleissig Werbung in eigener Sache. Da stellt sich die Frage: Kann der FC Aarau die beiden Teamstützen halten oder spielen sie nächste Saison beim Meister YB?

Erkenntnis Nummer 2: Zwei Spiele in Folge ohne Gegentreffer

Der FC Aarau hat in 25 Spielen 37 Tore kassiert. Das sind zu viele Gegentreffer für eine Mannschaft, die in die Super League aufsteigen will. Das 3:3 gegen Servette am 1. März im Brügglifeld war ein typisches Beispiel für das ungenügende Defensivverhalten der Aarauer. Und was nun? Verkehrte Welt! Sowohl in Lausanne (0:0) als auch in Winterthur (1:0) kassierte die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen keinen Treffer. Ist das Zufall? „Nein“, sagt FCA-Trainer Patrick Rahmen. «Seit Beginn der Rückrunde haben wir unser Spiel in der eigenen Platzhälfte verbessert. Wir spielen aufsässiger, aggressiver und disziplinierter als in der Vorrunde, sind defensiv also stabiler geworden.»

Erkenntnis Nummer 3: Der Wert von Stefan Maierhofer

Nach der Sperre beim 0:0 in Lausanne kehrte Stefan Maierhofer in Winterthur in die Startformation zurück. Es ist nicht so, dass der 36-jährige Österreicher gegen die Zürcher überragend gespielt hat. Und es ist auch nicht überraschend, dass der 2.02 Meter grosse Stürmer quasi jedes Kopfball-Duell gewann. Maierhofer war bemüht, kam aber zu keinen klaren Chancen. Trotzdem ist der Mittelstürmer Gold wert und schafft es alleine mit seiner Präsenz, Unruhe ins gegnerische Team zu bringen. Er gibt immer alles, ist ein dauernder Unruheherd und peitscht seine Mitspieler von der ersten bis zur letzten Minute an.