Bei eisigen Temperaturen eine Strecke von elf Kilometern in einer Zeit von unter 44 Minuten zurückzulegen ist nicht jedermanns Sache. Doch fanden sich am 36. Bremgarter Reusslauf in der Elite der Männer und Frauen über 200 Teilnehmende, die sich dieser Aufgabe stellen wollten.

Zu erwarten gab es vor diesem Lauf grosses, denn: ein Teil des Schweizer Gold-Teams, welches an den Halbmarathon-Europameisterschaften in Amsterdam siegte, nahm in Bremgarten teil.  Von diesem Team traten in Bremgarten Adrian Lehmann, Marcel Berni und Andreas Kempf an. Diese Gruppe zählte über die elf Kilometer auch grösstenteils zu den Taktgebern, konnte schlussendlich aber nicht den Sieg holen.

Vorjahressieg wiederholt

Auch bei den Frauen starteten bekannte Gesichter. Zu den Topfavoritinnen gehörten Hindernis- und Langstreckenläuferin Fabienne Schlumpf sowie Berg- und Langstreckenläuferin Martina Strähl. 2015 und 2016 konnte Strähl den Sieg holen, im letzten Jahr ging der erste Platz an Fabienne Schlumpf.

Mit rund einer Sekunde Vorsprung und einer Zeit von 36.08 Minuten setzte sich die 27-jährige Schlumpf vor ihrer drei Jahre älteren Kollegin durch. Dritte wurde Chiara Scherrer vom TG Hütten mit 3.3 Sekunden Rückstand auf den ersten Platz.

Ein Weltcupsieger bei den Männern dabei

Den Prominenz-Faktor brachte der beste Orienterungsläufer, den die Welt zurzeit zu bieten hat, mit sich. Der letztjährige Gesamtweltcupsieger Matthias Kyburz bewältigte die elf Kilometer in Bremgarten, bevor es ihn ins Trainingslager nach Barbate, Spanien, verschlägt.

Erst vor einem Monat ist Kyburz vom Höhen-Trainingslager in Kenia zurückgekehrt. Bis vor elf Tagen war Kyburz noch in Portugal, um sich auf die Saison vorzubereiten. Den Bremgarter Reusslauf nutzte der 27-Jährige gleich als Vorbereitung auf sein Trainingslager an der Atlantikküste.

Siegen sollte ein Anderer

Schlussendlich landete Kyburz mit einer Zeit von 33.37 auf dem dritten Schlussrang. «Am Anfang habe ich mich gut gefühlt, gegen den Schluss wurde es schwieriger, aber soweit bin ich zufrieden mit meinem Ergebnis», sagt Kyburz zu seinem Lauf.  

Die Ziele für die kommende Saison hat sich der Fricktaler hoch gesteckt: «An den Europameisterschaften im Tessin möchte ich um eine Medaille mitlaufen. Dasselbe gilt auch für die Weltmeisterschaften in Lettland, zu denen ich im August reisen werde.»

Die Gefühlte Temperatur von -5 Grad sollte Kyburz nicht beeinflussen: «Natürlich ist es noch sehr kühl um zu laufen, aber ich bin ja schon eine Zeit zurück aus Kenia, deshalb habe ich mich wieder daran gewöhnt.»

Um den Tagessieg wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen ausgetragen. Gewinnen konnte Tefera Mekonen, der mit 33.22 rund 15 Hundertstel schneller als Kyburz war. Mekonen lief eine sensationelle Zeit von 3.02 Minuten pro Kilometer. Die praktisch gleiche Zeit lief Joey Hadorn, der nur vier Tausendstel nach Mekonen ins Ziel einlief.