Fussball
Problem erkannt: FC Aarau will in der Winterpause einen Abwehrchef holen

Die 2:4-Niederlage gegen GC wirft beim Aufsteiger Fragen auf. Im Sturm sind die Aarauer top, in der Verteidigung entstehen noch immer zu viele individuelle Fehler, was zu einer überdurchschnittlich hohen Gegentreffer-Quote führt.

Ruedi Kuhn
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Juan Pablo Garat musste mit seinen Abwehrkollegen in der Vorrunde oft untendurch.

Juan Pablo Garat musste mit seinen Abwehrkollegen in der Vorrunde oft untendurch.

Keystone

33 Gegentreffer in 15 Spielen: Das entspricht 2,2 Toren pro Partie. Das ist schlecht, nicht wahr, Urs Bachmann? «Gut ist das wirklich nicht», sagt der Sportchef des FC Aarau. «Man darf aber nicht vergessen, dass die Mannschaft schon 25 Tore erzielt hat. Das ist der drittbeste Wert der Liga. In der Defensive leisten wir uns aber tatsächlich zu viele individuelle Fehler. Die Abstimmung stimmt oft nicht. Das wird in der Super League bestraft.»

Das Problem ist also erkannt. Was tun? «Der Schwachpunkt ist die Abwehr», hält Bachmann unmissverständlich fest. «Wenn es unsere finanziellen Möglichkeiten erlauben, holen wir während der Winterpause einen Innenverteidiger. Ein Routinier könnte der Defensive mehr Stabilität verleihen.»

Mall oder König?

Mehr Stabilität kann wirklich nicht schaden. Die Viererabwehrkette mit Igor Nganga, Juan Pablo Garat, Kim Jaggy und Bruno Martignoni liess bei der 2:4-Niederlage am Sonntag gegen GC viele Wünsche offen.

Gleiches gilt für Torhüter Joël Mall. Der 22-Jährige leistete sich beim dritten Gegentreffer einen groben Schnitzer. Nach Malls Flop drängt sich wieder einmal die Frage auf, ob Swen König am nächsten Samstag im Auswärtsspiel gegen den FC Sion eine Einsatzmöglichkeit erhalten wird oder nicht.

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Mal schauen, wem Trainer René Weiler im Wallis das Vertrauen schenken wird. Über alle Zweifel erhaben sind beide Keeper nicht. Natürlich ist das 2:4 gegen GC ärgerlich.

Vor allem deshalb, weil der FC Aarau nach den beiden Toren von Garat und Nganga 2:0 führte, sich in einen Rausch spielte und vor Caios Anschlusstreffer die Möglichkeit hatte, ein drittes oder gar viertes Tor nachzulegen.

Komfortable Ausgangslage

Und dennoch: Drei Runden vor Schluss der Vorrunde und mit den Partien in Sion, in Luzern und gegen Thun vor Augen ist der Super-League-Aufsteiger im Fahrplan. Mit 15 Punkten aus 15 Spielen und elf Zählern Vorsprung auf den Tabellenletzten Lausanne lässt es sich gut leben.

Mehr noch: 21 Runden vor Schluss der Meisterschaft ist die Ausgangslage komfortabel. Wie sagt Urs Bachmann so schön: «Es gibt absolut keinen Grund, harte Kritik zu üben oder sogar in Panik zu verfallen. Unser Ziel ist der Ligaerhalt. Wer vom FC Aarau mehr als Rang neun erwartet, der verkennt die Realität.»