In Abwesenheit von Christoph Bieri, der infolge eines dicht gedrängten Kranzfest-Programms auf sein Heimschwinget verzichtete, übernahmen junge aufstrebende Schwinger, angeführt vom Schwingklub Aarau, die Regie in den drei Sägemehlringen. Dabei behielt Rückkehrer Tiago Vieira mit etwas Glück das beste Ende für sich. Die ersten vier Gänge gewann er souverän. Damit sicherte er sich den Schlussgangeinzug, obwohl ihm der Surentaler Gast Roman Fellmann im fünften Gang einen «Gestellten» aufbrummte.

Spektakel im Schlussgang

Als Gegner entschied sich das Einteilungsgericht unter der Führung von Thomas Notter für den jungen Wilden Tobias Widmer gegenüber dem punktgleichen Stephan Studinger. Mit 142:92 kg lagen die körperlichen Vorteile bei Vieira. Trotzdem griff Widmer unerschrocken an. Dasselbe tat auch der favorisierte Vieira. Das Offensivfeuerwerk führte schon nach einer halben Minute zu einer heissen Szene. Auf einen Kurz von Vieira überdrehte sich Widmer geschickt in der Luft. In der Bodenlage nützte er den Schwung aus und begrub das Schwergewicht unter sich.

Doch das Kampfrichtgericht sah kein Resultat. So wog das Duell hin und her. Widmer bemühte sich vor allem um Hakenangriffe, während Vieira den Kurz bevorzugte. Ein solcher führte nach vier Minuten die Entscheidung herbei. Mit seinen Bärenkräften wuchtete der Bibersteiner Secondo seinen Klubkollegen Widmer in die Unterlage und liess ihn dort nicht mehr entwischen.

Starke Leistung seit Rückkehr

Vieira, der im Mai nach einer fast eineinhalbjährigen Sportpause ins Sägemehl zurückgekehrt war, nahm von Grossratspräsident und Spender Thierry Burkart das Siegerkalb entgegen. «Auf der Baldegg gefällt mir die Atmosphäre, und heute waren wir ein starkes Aarauer Team», suchte der gelernte Bäcker, der heute als Finanzberater arbeitet, nach Gründen für seinen neuerlichen Triumph auf dem Badener Ausflugsberg. Nächstes Ziel sei jetzt der Kranzgewinn am Aargauer Kantonalfest in Unterkulm.