Zur Saisoneröffnung kamen bei wechselhaftem Wetter rund 7200 Zuschauer auf den Aarauer Schachen. Das Hauptereignis, der mit 12 000 Franken dotierte Mai-Preis, begann mit einem Eklat. Einige der stark gewetteten Pferde begannen das Rennen nicht im Trab sondern im Galopp. Während Barbara Schneiders Wallach Eclisse Domar von den Gangartrichtern disqualifiziert wurde, konnte Patricia Felber den Favoriten Opéra House rechtzeitig parieren, handelte sich bei dem Manöver aber einen erheblichen Rückstand ein.

Gewohnt gut startete dagegen Quidaho. Der hünenhafte Wallach des Birmenstorfer Stalles Black point übernahm sogleich die Spitze und Marc-André Bovay schlüpfte in den Windschatten des Leaders. An dieser Konstellation änderte sich bis in die Endphase nichts.

Aus dem Windschatten gekommen

Erst auf der Zielgeraden verliess Marc-André Bovay mit Phénix du Tarn den Windschatten des Leaders und zog am leicht nachlassenden Quidaho vorbei in Front. Kaum an der Spitze wurde Phénix du Tarn seinerseits vom mit 25 Meter Starthandicap ins Rennen gegangenen Récidive Diem (André Humbert) attackiert, konnte sich aber unter Aufbietung seiner letzten Reserven mit einem Hals Vorsprung ins Ziel retten.

Quidaho kam hinter Tango du Martza als Vierter ins Ziel. Opéra House zeigte nach dem verpatzten Start ein gutes Rennen und verbesserte sich von einer der letzten Positionen noch auf Rang fünf.

Besitzer des vom Schweizer Champion Marc-André Bovay im Waadtland trainierten Siegers ist der Stall Fighter des Berners Daniel Allenspach. Für Allenspach war der Erfolg im Mai-Preis eine angenehme Überraschung: «In Dielsdorf belegte Phénix du Tarn klar hinter Opéra House und Quidaho Rang drei. Da heute die Konkurrenz deutlich stärker war, rechnete ich mit einem vierten oder fünften Rang.»

Aufgrund eines etwas heiklen Beines wird Phénix du Tarn vor allem in Rennen auf Gras und weniger auf der härteren Sandbahn eingesetzt. Sein nächster Start ist für den 25. Mai wiederum auf dem Schachen vorgesehen.

Elfter Schachen-Sieg für Quel Beau Mec

Im Cross-Country-Rennen sah es lange danach aus, als würde der favorisierte Schachen-Spezialist Quel Beau Mec eine unerwartete Niederlage beziehen. Als sich im Schlussbogen zwei Konkurrenten absetzten, konnte er den Flüchtlingen vorerst nicht folgen.

Doch auf der Zielgeraden kämpfte sich der kleine Schimmel mit dem grossen Herzen noch einmal an die Spitzenpferde heran und vorbei.

Schliesslich siegte er noch relativ sicher vor dem lange führenden Urve Bruère. Dank einem starken Endspurt wurde Zirkel vom Aargauer Stall Adonis noch Dritter. Quel Beau Mec, der von Silvia Casanova geritten wurde, erzielte seinen elften Cross-Sieg auf dem Aarauer Schachen.