Golf
Philippe Schweizer erfreut einmal als 24. und enttäuscht einmal als 24.

Das Mellinger Golftalent macht an der inoffiziellen Weltmeisterschaft eine gute Figur, zeigt sich an der Orange Bowl aber von seiner ungeduldigen Seite. Sein Coach rät ihm, über der Sache zu stehen.

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Auf Philippe Schweizer wartet noch viel Arbeit.

Auf Philippe Schweizer wartet noch viel Arbeit.

zVg

Mit grossen Erwartungen war der Mellinger zur inoffiziellen WM angetreten. Stark ist er auch gestartet. Mit einer 68-Runde meldete er auch gleich seine Ambitionen an, vierter Zwischenrang. Auch in der zweiten Runde lief es bis zum 11. Loch sehr gut (-2). Doch dann folgten im Bunker zwei Fehlschläge. Ein Ärger, den er nicht wegstecken konnte. Auf der 14 folgte das Déjà-vu und weg war der Fokus und der Anschluss zur Spitze: der 19. Zwischenrang. In der dritten Runde konnte sich Philippe wieder fangen und hielt mit der 72-Runde den Anschluss zur Spitze.

Am Schlusstag schien lange Zeit wieder eine Topplatzierung möglich, hätte der Youngster es nicht mit der Brechstange probiert. Alles riskiert, nichts gewonnen und enttäuscht. Dass er mit andern Topspielern nicht um den Sieg mitspielte, ist hier nur ein kleiner Trost. Philippe hat gezeigt, dass, wenn es ihm gelingt, den Fokus über vier Tage zu halten, Siege an jedem grossen Turnier möglich sind, und er zu den Besten gehört. So lautet die Meinung diverser Universitätscoaches, die den Mellinger nicht nur während der vier Tagen begleiteten, sondern ihn auch filmten und ihn bestürmen, sich doch möglichst schnell für ihre Uni zu entscheiden und für ihr Team zu spielen.

Guter Start, schwacher Abschluss in Florida

Tom Patri, der US-Profi und Mentor von Schweizer ermöglichte seinem Schützling die Aufnahme ins Teilnehmerfeld des zum 87. Mal ausgetragenen New Year’s Invitational in St. Petersburg (Florida). Schweizer zeigte phasenweise fantastisches Golf. Nachdem er in der ersten Runde etwas verhalten gestartet war, arbeitete sich auf der zweiten Runde mit einer 69 auf den sechsten Zwischenrang vor.

Er schien unbeeindruckt von den reihenweise angetretenen Finalisten des US-Amateur-Turniers. Auch die Eigenarten irritierten ihn nicht: Man spielte mit Shotgun-Start in Viererflights A&B Modus und somit 148 Spielern mit Golfcarts. Das Ganze wurde noch umrahmt von Zuschauern, welche die grosszügig erschlossene Anlage dazu benutzten, um bequem aus ihren Autos heraus das Geschehen auf dem Platz zu verfolgen (Autokolonnen auf dem Golfplatz).

In der dritten Runde lief es nicht mehr so rund, die 74 Schläge bedeutete den 14. Zischenrang. Schweizer war nicht zufrieden, er wollte in der vierten Runde mehr und es schien ihm auch zu gelingen. Nach den sechs schwierigsten Löchern lag er bei -2, die leichten Par-5-Löcher noch vor sich. Doch es folgte ein schlechter Schlag und statt Akzeptanz der Fall in ein Muster, das im Golf keinen Platz hat.

Die Quittung: eine 76er-Runde. Schweizer wird sich weiter in Geduld üben müssen, möchte sich weiter entwickeln. «Erst wenn er wieder über der Sache steht, wird er weitere Fortschritte erzielen», ist sein Coach Tom Patri überzeugt.