Die Erleichterung ist Alfred Schmid ins Gesicht geschrieben. «Endlich habe ich einen Nachfolger mit guten Voraussetzungen gefunden», sagt der Präsident des FC Aarau. «Philipp Bonorand ist in Aarau aufgewachsen und kennt den FCA bestens. Er ist ein ehrgeiziger und erfolgreicher Unternehmer. Und er ist jung und entsprechend belastbar.»

Eines hat Schmid nicht erwähnt. Bonorand ist ein Präsident seiner Gnaden. Mehr noch. Bonorand ist schon fast eine Kopie von Schmid. Beide sind alles andere als Überflieger, Lichtgestalten oder gar Selbstdarsteller. Beide sind eher unscheinbare Typen. Sie sind ruhig und sachlich, passen also zum bescheidenen FC Aarau. Schmid lag das Gemeinwohl des FC Aarau immer über dem Eigenwohl. Entsprechend selbstlos führte er den Verein. Das will Bonorand nach eigener Aussage auch.

Bonorand reizt das Präsidentenamt. Mehr noch: Er ist heiss darauf. Weil Schmid so schnell wie möglich aufhören will, geht der Wechsel an der Klubspitze vielleicht sogar früher als geplant über die Bühne. Im Klartext: Es würde nicht überraschen, wenn der 63-jährige Schmid nicht erst im Frühling 2020, sondern schon Ende dieses Jahres zurücktreten wird.

«Ich bin ein grosser Fan – das Feuer brennt in mir»

Videointerview mit Philipp Bonorand, der ab 2020 Präsident des FC Aarau werden soll

  

Verjüngungsprozess und Neuorientierung

Bonorand kennt das Anliegen von Schmid. Und weil er es kennt, will er das Handwerk eines FCA-Präsidenten so schnell wie möglich erlernen. Die Kraft, den Willen und den Ehrgeiz dazu hat der 38-Jährige allemal. Und mit Schmid hat Bonorand zudem den besten Lehrmeister an der Seite, den er sich nur wünschen kann.

Philipp Bonorand wird also Ende 2019 oder Mitte 2020 der neue Präsident des FC Aarau. Er ist aber nicht nur der neue Mann an der Spitze des Klubs. Bonorand steht auch für den Umbruch, für den Verjüngungsprozess und womöglich sogar für eine Neuorientierung des FC Aarau. Wetten, dass der Verwaltungsrat in einem Jahr völlig umgekrempelt wird? Wetten, dass der Name Schmid im Verwaltungsrat schon bald wieder auftauchen wird?

Alfred Schmids Sohn Fabian hat als früherer FCA-Fussballer, FCA-Fan und Jungunternehmer nämlich durchaus das Zeug, in einigen Jahren in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. Wie wäre es in zwei, drei Jahren mit Bonorand als Präsident und Schmid als Vize?

Die Bilder von der Pressekonferenz: