Pferderennen in Aarau
Fabulous Valley will es noch einmal wissen

Zweimal hat er den Gegnern im Aarauer Schachen keine Chance gelassen. Nun versucht Fabulous Valley, den Grossen Preis der Schweiz ein drittes Mal zu gewinnen. Die Konkurrenz dürfte aber stärker sein als 2017 und 2018.

Ueli Wild
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Fabulous Valley (vorne am Tribünensprung) gewann den GP Schweiz 2017 und 2018.

Fabulous Valley (vorne am Tribünensprung) gewann den GP Schweiz 2017 und 2018.

Ueli Wild

Im Zentrum des zweiten und letzten Aarauer Renntags 2021 steht der 73. Grosse Preis der Schweiz. Anders als im Grossen Preis des Kantons Aargau vor zwei Wochen, der auf der leichten Bahn ausgetragen wurde, muss nun zweimal auch der mächtige Tribünensprung bewältigt werden. In dem über 4200 Meter führenden Jagdrennen kommt ein kleines, aber hochkarätiges Feld an den Start: Vier Pferde aus Schweizer Trainingsquartieren treffen auf je einen Gast aus Frankreich und Deutschland. Im Derby, wo letzten Sonntag in Frauenfeld eine französische Stute vor einem deutschen Hengst siegte, flossen zwei Drittel des Preisgeldes von 50 000 Franken ins Ausland. Diesmal wird dagegen die ganze Summe (40 000 Franken) in der Schweiz bleiben: Die wohl favorisierten Gastpferde stehen nämlich beide in Schweizer Besitz.

Fünfjähriges Klassepferd läuft unter Höchstgewicht

Am meisten Gewicht tragen muss Roi d’Etoile, der in den Farben des Schaffhauser Anwalts Hans-Peter Sorg läuft. Mitbesitzer sind der Burgdorfer Optiker Adrian von Gunten sowie der frühere Aargauer Amateurrennreiter und heutige Rennpferdevermittler Andi Wyss. Der fünfjährige Wallach lief dreijährig in Deutschland auf der Flachen und kam dann zu Trainer Mickael Seror nach Lamorlaye (nördlich von Paris), wo er eingesprungen wurde. Vierjährig lief er mit Erfolg über Hürden und wechselte diesen Sommer auf die Jagdbahn. Roi d’Etoile hat bei 13 Starts ein Flach-, zwei Hürden- und ein Jagdrennen gewonnen. Ende Juni, in der Grand Steeple-Chase de Lyon, verhalf er seinem 26-jährigen Jockey Corentin Smeulders zum ersten Sieg auf Listed-Ebene. Eigentlich, sagte der Reiter im Interview mit «Jour de Galop», sei geplant gewesen, das Pferd im Rennen zu verstecken, doch Roi d’Etoile sei derart gut gesprungen, dass ihm die Spitze des Feldes quasi in den Schoss gefallen sei.

Zweifacher GP-Schweiz-Sieger trägt kleinste Bürde

Der andere «Ausländer» ist ein alter Bekannter: Fabulous Valley hat den Grossen Preis der Schweiz 2017 und 2018 gewonnen. Der nun zehnjährige Wallach im Besitz des Dullikers Hans-Rudolf Maurer siegte beide Male – mit unterschiedlicher Taktik – in überzeugende Manier. Seit Oktober 2018 pausierte er während mehr als zweieinhalb Jahren. Anfang Juli 2021 meldete er sich in Aix-les-Bains als Achter über Hürden zurück. Am Sonntag darf er nun mit fünf Kilo weniger als Roi d’Etoile ins Rennen gehen. Trainiert wird Fabulous Valley in Iffezheim von Waldemar Himmel.

Die Hauptgegner der beiden Gäste dürften Baraka de Thaix und Candalex sein. Der erste hat alle drei bisherigen Dielsdorfer Jagdrennen des Jahres diskussionslos gewonnen. Der hochklassige Candalex war vor zwei Wochen im Grossen Preis des Kantons Aargau überlegen, trifft nun aber auf stärkere Konkurrenz. Eher als Aussenseiter sind auf dem Papier Bergerac und Feux de Bois einzuschätzen. Auch sie sind aber keineswegs chancenlos.

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