Pferderennen
Henri Turrettini feiert im Aarauer Schachen seinen vierten Meistertitel

Der siebenjährige Enattof gewann im Schachen die 73. Meisterschaft der Traber. Auf den weiteren Podestplätzen landeten der Aussenseiter Ananda und Vorjahressieger Vessillo As.

Ueli Wild
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Henri Turrettinis Enattof siegt vor Ananda von Pauline Davet.

Henri Turrettinis Enattof siegt vor Ananda von Pauline Davet.

Ueli Wild

Die Wetter, welche die beiden siebenjährigen Hengste der Ecurie Turrettini in der 73. Meisterschaft der Traber zu Favoriten machten, sollten letztlich Recht behalten: Elattori mit Trainer Vitor Nunes de Oliveira an den Leinen leistete die Führungsarbeit und nach 2500 Metern triumphierte der Chef, Henri Turrettini, im Sulky von Enattof. Zum Doppelsieg reichte es allerdings nicht: Die Kraft, die Elattori verbraucht hatte, fehlte ihm auf der Zielgeraden dann doch. Der Pacemaker hatte sich zunächst in der ersten Gegenseite die Führung vor Tobrouk de Payré (Marc-André Bovay) gesichert, dann den Angriff von Flashdance (Barbara Aebischer) bei der Tribünenpassage abgewehrt und schliesslich im Schlussbogen auch dem aufrückenden Cash des Caillons (Jean-Bernard Matthey) widerstanden. Im Einlauf hatte Enattof, der lange im Mittelfeld trabte und im Schlussbogen zwischen zwei Pferden durchschlüpfen konnte, freie Bahn. Er siegte leicht, zweieinhalb Längen vor dem elfjährigen Wallach Ananda der Ecurie Blanc. Henri Turrettini sprach von einem traumhaften Rennverlauf.

Ananda und Vessillo As überraschten positiv

Mit dem von Pauline Davet gefahrenen Ananda hatte kaum jemand gerechnet, denn der kräftige Fuchs hatte, seit er im Frühjahr in die Schweiz gekommen war, seine unbestreitbare Klasse bei den bisherigen Auftritten in Avenches nie bewiesen. Gestern blieb er, aus der zweiten Reihe gestartet, lange Zeit am Schluss des Zehnerfeldes, doch auf der Einlaufgeraden zündete er auf der Aussenbahn den Turbo und düpierte die ganze Konkurrenz bis auf den Sieger. Dritter wurde, ebenfalls im Einlauf stark aufkommend, ein weiteres Pferd aus der hinteren Startreihe: Vessillo As mit seinem Trainer Loris Ferro im Sulky. Auch der italienische Hengst, der letztes Jahr die in Avenches auf Sand gelaufene Meisterschaft gewonnen hatte, zählte nicht zu den besonders stark gewetteten Pferden, da niemand mit Bestimmtheit sagen konnte, dass Vessillo As mit der Grasbahn im Schachen zurechtkommen würde. Vierter wurde Elattori, Fünfter Cash des Caillons und Sechste die von der Ex-Schöftlerin Barbara Aebischer pilotierte Stute Flashdance, die im Schlussbogen aus dem Tritt geraten war.

Für den Genfer Privatbankier Henri Turrettini, der seine Pferde selbst züchtet und diese Woche 70 Jahre alt wird, war es der vierte Meisterschaftssieg. Den ersten bescherte ihm 1996 die Stute Cattleya. Für die Siege zwei und drei sorgte 2016 und 2017 Attenarco. Trainer Vitor Nunes de Oliveira hatte vor drei Jahren seinem Chef gegenüber schon die Überzeugung geäussert, dass auch Enattof die Meisterschaft eines Tages gewinnen könne.

Zwei Siege für Trainer Hansjörg Speck in den Hindernisrennen

Für den Stall Allegra Racing Club, die Besitzergemeinschaft, die den Meisterpokal nach einem Jahr abgeben musste, gab es Trost zuhauf: Mit dem dritten Platz von Vessillo As auf Gras war seine Entourage vollauf zufrieden. Einen Sieg gab es durch High Noon im ersten Trabrennen des Tages. Und vor allem siegte das Hindernispferd des Stalls, Candalex, unter seinem Trainer Jürg Langmeier im Grossen Preis des Kantons Aargau (Jagd, 3600 m, 15 000 Fr.) überlegen vor Green Saint und dem lange führenden Baraclaas. Langmeier sorgte auch für einen Aargauer Sieg: Für Besitzerin Andrea Kretschmer und Trainer Hansjög Speck liess er auf Vaihau nichts anbrennen. Auf dem erstmals ein Cross Country bestreitenden Galant du Chenet musste er dann der in Reinach von Hansjörg Speck vorbereiteten und von ARV-Vorstandsmitglied Michael Huber gerittenen Stute Etoile des Vernes den Vortritt lassen.

4500 Zuschauerinnen und Zuschauer fanden gestern für die ersten Rennen in Aarau seit fast zwei Jahren den Weg in den Schachen. Am Wettschalter setzten sie 48' 521 Franken um. Kein schlechtes Ergebnis für den Rennverein, wenn man berücksichtigt, dass die Pariser Zentrale Probleme bekundete und das Wetten nur mit Einschränkungen möglich war.

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