Wasserfahren
Petrus ist ein Fricktaler

Der WFV Ryburg-Möhlin verteidigt seinen Aargauer Meistertitel erfolgreich. Der Wasserfahrverin profitierte dabei auch vom Heimvorteil.

Fabian Kern
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Das Wasser sprudelte, als ob der Stausee Möhlin kochen würde. Eine Stunde zuvor hatten die Veranstalter der Aargauer Wasserfahr-Meisterschaft noch vom grossen Wetterglück gesprochen. «Alles läuft nach Wunsch, das Wetter stimmt und die Stimmung auch», hatte Marco Braccini, Präsident des WFV Ryburg-Möhlin, zufrieden konstatiert. Nun, der Wolkenbruch, begleitet von Blitz und Donner, dauerte auch nicht mehr als zwanzig Minuten. Leidtragende gab es dennoch. Das erste Boot von Mitfavorit WSC Bremgarten wurde von den Vorboten des Unwetters mitten im Lauf «gestoppt». «Bis zur Hälfte waren wir bei den Leuten», sagte Steuerfahrer Ivo Birchmeier, «dann hat uns der Wind erwischt.» Auf einem Stausee wirke der Gegenwind brutal.

Noch schlimmer erging es dem zweiten Weidling der Bremgarter mit Ramon Rohner und Adrian Zimmermann. «Der Wellengang hat uns schon ziemlich behindert», sagt Zimmermann, der auf der zweiten Hälfte seines Rennens kräftig geduscht wurde und deshalb mit seinem Partner im Einzelklassement auf den
11. Platz abrutschte.

Rheinfelden profitiert vom Gewitter

Nutzniesser des Unwetters war der RC Rheinfelden. Die Fricktaler, letztes Jahr noch hinter Bremgarten auf Platz drei klassiert, erreichten damit den angestrebten zweiten Platz. «Möhlin kann man nicht schlagen. Der Heimvorteil macht viel aus», erklärte Stefan Wartmann, der zusammen mit seinem Vorderfahrer Alain Erismann die beste Zeit des Rheinfelder Teams erzielte. Die 3:59,6 Minuten Fahrtzeit reichten im Einzelklassement trotz fünf Strafsekunden wegen Bojenberührung gerade für den angestrebten fünften Platz – wie im Vorjahr.

Wie erwartet war gegen Ryburg-Möhlin auch dieses Jahr kein Kraut gewachsen. Mit einer Gesamtzeit von 19:51,1 Minuten verwiesen die Lokalmatadoren die Herausforderer aus Rheinfelden und Bremgarten um 38 respektive 54 Sekunden deutlich auf die Ehrenplätze. Birchmeier meint zwar, Petrus’ Eingreifen hätte sein Team den Sieg gekostet, zeigte sich aber als guter Verlierer: «Das ist nun mal ein Sport, der draussen stattfindet. Damit muss man leben.» Somit trainiert er weiter für seine grossen Ziele Schweizer Paarmeisterschaften 2012 und Teammeisterschaften 2013.

Trösten konnten sich die Freiämter in Möhlin beim traditionellen Fischessen. Denn so hart auf dem Wasser um den Sieg gekämpft wird, so solidarisch wird danach gefeiert. «Es gibt keinen Neid und keine Häme. Nach dem Wettkampf sind wir wie eine grosse Familie», meinte Ryburg-Präsident Braccini. Petrus hin oder her.

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