Petition
«Werden gar nicht wahrgenommen»: Buchs-Spieler fordern Lockerungen im Amateursport

Der Amateursport wartet bezüglich Wettkampf weiterhin auf grünes Licht vom Bundesrat. Nun haben die Regionalfussballer des FC Buchs eine Petition lanciert, um den Austausch mit der Politik zu suchen.

Nik Dömer
Merken
Drucken
Teilen
Der FC Buchs setzt sich für den Amateursport ein.

Der FC Buchs setzt sich für den Amateursport ein.

zvg

Während in den höchsten drei Ligen der Männer und Frauen sowie bei den Junioren bis 20 Jahre derzeit uneingeschränkt Fussball gespielt werden darf, werden nun bei den Amateurfussballern die Stimmen lauter, die eine Aufhebung der 15er- Regel fordern und Trainings mit Körperkontakt. Spieler des Drittligisten FC Buchs haben dazu die Petition «Lockerungen im Amateursport in der Schweiz» gestartet.

Ihre Forderung: Der Bundesrat soll beim nächst möglichen Lockerungsschritt am 14. April den Amateursport wieder uneingeschränkt mit Schutzkonzept zulassen. «Es ist ein Widerspruch in sich, Sportarten zu verbieten, um die Gesundheit zu schützen. Dies besonders bei jungen Menschen, welche nicht zur Risikogruppe gehören und sich für diverse Sportarten im besten Alter befinden», schreiben die Buchser in ihrer Petition.

Seit fast einem halben Jahr ruht der Spielbetrieb bei der 1. Mannschaft des FC Buchs.

Seit fast einem halben Jahr ruht der Spielbetrieb bei der 1. Mannschaft des FC Buchs.

zvg

Für den 25-jährigen Buchs-Spieler Jonathan Frey ist diese Aktion eine Herzensangelegenheit: «Wir vermissen den Fussball, besonders die Wettkämpfe. Auch wenn wir nur Amateursportler sind, die Passion für den Sport ist bei uns riesig. Und wir wissen auch, dass wir altersbedingt nicht ewig auf dieser Stufe spielen können, deshalb machen wir uns nun für Lockerungen stark.

Das Ziel: Dem Amateursport eine Stimme geben

Frey ist sich bewusst, dass die Aussichten auf Erfolg gering sind: «Uns ist klar, dass der Amateursport bei der Politik nicht zuoberst auf der Prioritätenliste steht. Aber wir haben das Gefühl, dass wir überhaupt nicht auf dieser Liste vorkommen. Wir werden gar nicht wahrgenommen.»

Wann darf wieder gekickt werden? Der FC Buchs bemüht sich um einen baldigen Restart.

Wann darf wieder gekickt werden? Der FC Buchs bemüht sich um einen baldigen Restart.

zvg

Frey führt aus: «Wir fühlen uns etwas verloren. Mittlerweile können in unserem Verband fast zwei Drittel aller Mitglieder uneingeschränkt trainieren, wir dagegen dürfen nur ohne Körperkontakt und in 15er-Gruppen auf den Platz. Kommt noch dazu, dass wir auch keine Aussicht auf baldige Besserung haben.» So entstand die Idee innerhalb der 1. Mannschaft, diese Petition zu starten: «Uns ist wichtig, dass wir den Amateursportlern eine Stimme geben können. Vielleicht verstehen die Politiker dann, wie gross dieses Bedürfnis in der Bevölkerung ist.»

Punkto Ansteckungsgefahr fehlt den Spielern des FC Buchs die Logik: «Die Schutzkonzepte haben gut funktioniert in der Vergangenheit. Superspreader-Spiele sind uns keine bekannt. Entsprechend tun wir uns schwer damit, dass semi-professionell eingestufte Teams wieder normal trainieren können und wir nicht. Was die umsetzen können, das können wir auch.»

Von der Petition erhoffen sich Frey und seine Mitspieler in erster Linie, dass wenigstens ein Dialog mit Vertretern der Politik geführt wird: «Tausende Amateurfussballer, Vorstände und Mitglieder fragen sich, warum sie weiterhin ihre Passion nicht richtig ausüben können. Wir erhoffen uns, dass wir dies mit unserer Aktion aufzeigen können und es endlich zu einem Austausch mit der Politik kommt», erklärt Frey.