NLA-Handball

Personalnot beim TV Endingen: Marius Moser als Helfer in höchster Not

Baden, 25.09.2019. Sport, Handball Schweizer Cup Saison 2019 / 2020. STV Baden (NLB) - TV Endingen (NLA). Endingens reaktivierter Marius Moser (vorne) gegen Patrick Schweizer (rechts, Baden). Copyright by: Alexander Wagner Baden, 25.09.2019, Handball Schweizer Cup Sechzehntelfinal: STV Baden (NLB) - TV Endingen (NLA)

Marius Moser hilft für drei Monate beim TV Endingen aus.

Baden, 25.09.2019. Sport, Handball Schweizer Cup Saison 2019 / 2020. STV Baden (NLB) - TV Endingen (NLA). Endingens reaktivierter Marius Moser (vorne) gegen Patrick Schweizer (rechts, Baden). Copyright by: Alexander Wagner Baden, 25.09.2019, Handball Schweizer Cup Sechzehntelfinal: STV Baden (NLB) - TV Endingen (NLA)

Der TV Endingen beklagt arge Personalnot. Jetzt eilt ein alter Bekannter zu Hilfe. Bereits heute Abend wird er im Heimspiel gegen St. Otmar St. Gallen (Anpfiff: 18 Uhr) auf dem Spielfeld stehen.

Sonntagmittag. Das Telefon klingelt, der Angerufene nimmt den Anruf aber zunächst nicht entgegen. Wenig später entschliesst er sich, zurückzurufen. Sekunden später ist Marius Moser mit Zoltan Majeri verbunden. Der Trainer des TV Endingen dankt für den Rückruf und erbittet den im Mai zurückgetretenen Rückraumspieler um Hilfe. Er solle doch dem Verein aushelfen, weil so viele Spieler verletzt sind. Man bräuchte ihn unbedingt.

Moser überlegt. Vorgesehen ist, dass er bis Ende Jahr aushilft. Auf der einen Seite würde er dem TV Endingen gerne helfen. Auf der anderen Seite hat er seit seinem Rücktritt beim Erstligisten SC Siggenthal kein Handball mehr gespielt. In Form sei er zwar einigermassen geblieben, hat sich im Fitnessraum und beim Fussballspielen mit Freunden fitgehalten. Zweifel behaften ihn. «Ich war mir nicht sicher, ob ich dem Team helfen kann, wenn ich sozusagen in Halbform bin», sagt Moser. Zoltan Majeri bestärkt ihn, indem er sagt, man sei für das Cupspiel gegen den STV Baden auf ihn angewiesen. Das Spiel findet bereits drei Tage später statt. Der 28-Jährige sagt schliesslich zu.

Persönliches Verhältnis zu Spielern entscheidend

Sie müssten aber nach der Partie nochmal zusammensitzen, sagt Trainer Majeri bereits da. Nach seinen Ferien in Südafrika und einem weiteren Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen erklärt sich Marius Moser bereit, dem TV Endingen zu helfen. Am Montag ist er wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen, heute Samstag wird er gegen St. Otmar auflaufen. «Ich mache das sehr gerne für den Verein und weil ich zu vielen Spielern ein sehr gutes persönliches Verhältnis pflege», sagt Moser. Er habe lange darüber sinniert, ob sich der Aufwand lohne. Schliesslich hat er im Frühling seinen Rücktritt gegeben, weil er ein wenig Abstand vom Handball gewinnen und seinem Körper eine längere Pause gönnen wollte.

Stand auch schon gegen Endingen im Einsatz: Marius Moser (Mitte, im Dress des SC Siggenthal) tankt sich durch.

Stand auch schon gegen Endingen im Einsatz: Marius Moser (Mitte, im Dress des SC Siggenthal) tankt sich durch.

Nun steigt er beim TV Endingen ein. Zum zweiten Mal. In der Saison 2017 /2018 waren die Surbtaler in einer ähnlichen Situation – Moser sprang dreimal in die Bresche. Sein zweites Engagement dauert bis Ende Jahr. Bis dann sollten die Verletzten wieder einsatzbereit sein. Heute läuft er gegen St. Otmar St. Gallen (Anpfiff: 18 Uhr) das insgesamt fünfte Mal im Endinger Dress auf. Die Endinger sind – wie immer in dieser Saison – die Underdogs. Die Ostschweizer haben am letzten Wochenende den HSC Suhr Aarau mit 30:29 bezwungen und belegen derzeit den vierten Rang. Endingen den neunten. Für Moser wird es eines von voraussichtlich acht Spielen werden – zweimal fehlt er aus privaten Gründen. Für die anderen Spiele schaufelt er sich gerne Zeit frei und verausgabt sich für seine Kollegen und den Verein, der dringend auf seine Hilfe angewiesen ist.

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