Frauenfussball

Personalnot bei den FCA Frauen: Kommt es zum verrückten Comeback der Goalie-Legende?

Zwischen 2003 und 2012 absolvierte Marisa Brunner 78 Partien für die Nationalmannschaft.

Zwischen 2003 und 2012 absolvierte Marisa Brunner 78 Partien für die Nationalmannschaft.

Acht Jahre nach ihrem Karrierenende steht Torhütertrainerin Marisa Brunner kurz vor einer Rückkehr zwischen den Pfosten bei den FCA-Frauen. Grund dafür ist jedoch nicht der Ehrgeiz, viel eher fehlen dem Verein derzeit die Torhüter.

Im Aarauer Schachen bahnt sich ein verrücktes Comeback an: Wenn es am Samstag zum Duell zwischen dem FC Aarau Frauen und dem FC Walperswil kommt, dann könnte tatsächlich Marisa Brunner, einstige Rekordnationalspielerin der Schweiz und aktuelle Torhütertrainerin der Aarauerinnen, im Tor stehen. Dazu kam es jedoch unverhofft.

78 Länderspiele für die Schweiz, 107 Partien beim SC Freiburg – Marisa Brunner hat in ihrer Karriere – die 2012 zu Ende ging – einiges erlebt. Wer nun denkt, dass Brunner im Alter von 38 Jahren nochmals der Ehrgeiz gepackt hat, der liegt falsch.

Marisa Brunner beendete 2012 ihre Karriere – nun ist sie Torhütertrainerin bei den FCA Frauen.

Marisa Brunner beendete 2012 ihre Karriere – nun ist sie Torhütertrainerin bei den FCA Frauen.

«Ich möchte, dass das Fanionteam in die oberste Liga aufsteigt»

Viel eher hatte sie einfach keine Wahl: «Wir haben ein Torhüter-Problem. Bei den bisherigen zwei Partien half Noëmi Stadelmann aus, die derzeit an einer Uni in den USA spielt und studiert. Sie musste nun wieder zurück. Da gleichzeitig auch noch beide U19-Keeperinnen verletzt sind, haben wir akute Personalnot.» 

Beim Spiel gegen den Tabellenletzten wäre Brunner – die seit kurzem auch im Vorstand des Vereins dabei ist – zwar lieber an der Seitenlinie, ihr Einsatz ist allerdings eine Herzensangelegenheit: «Ich stehe voll hinter unserem Projekt und möchte, dass das Fanionteam in die oberste Liga aufsteigt. Wenn ich nun dafür das Tor hüten muss, dann soll es so sein. Ich bin zwar athletisch bestimmt nicht mehr die Fitteste, aber Torhüter werden mit dem Alter bekanntlich kaum schlechter», sagt Brunner lächelnd. 

Viel eher scheut sie die Strapazen danach: «Ich werde leiden. Wahrscheinlich muss ich danach zwei Wochen Perskindol einstreichen.»

Vereine blocken bei Leihanfragen ab

Wie es so weit kommen konnte, ist für Brunner ein Ärgernis: «Bei uns war zuletzt durch Corona und Besitzerwechsel viel los. Aber das soll keine Ausrede sein. Ich habe mich rechtzeitig auf die Suche nach einem Ersatz für unseren abgewanderten Stammgoalie Laura Vogt gemacht.»

Stammtorhüterin Laura Vogt verliess den FCA Frauen, um in den USA zu spielen und studieren.

Stammtorhüterin Laura Vogt verliess den FCA Frauen, um in den USA zu spielen und studieren.

Dabei habe es ein paar Rückschläge gegeben. Bei Anfragen für eine mögliche Leihe blockten einige Vereine ab: «Die spielen lieber mit drei Ersatztorhüterinnen, als uns jemanden abzugeben. Das kann ich nicht verstehen. Bei uns können sie Spielpraxis holen und entwickeln sich weiter. Dabei gewinnen alle.» Doch sich über die Umstände aufzuregen, bringt den FCA Frauen auch nicht weiter.

Denn die Zeit drängt. Am kommenden Montag schliesst das Transferfenster. Bis dahin muss eine Lösung her, sonst wird sich Brunners Comeback-Kapitel womöglich erweitern. «Ich bin optimistisch, wir stehen kurz vor der Verpflichtung von Rafaela Borggräfe. Sie ist ein grosses Talent vom SC Freiburg und für uns ein absoluter Wunschkandidat. Aber klar, wenn es künftig zu weiteren Einsätzen für mich kommen wird, dann werde ich bereit sein.»

Die Vorzeichen, dass der FC Aarau Frauen mit dem Einsatz von Brunner den zweiten Sieg im dritten Saisonspiel verbuchen kann, stehen auf jeden Fall gut. Der Gegner aus Walperswil konnte in dieser Spielzeit noch keine Punkte verbuchen und wartet nebenbei auch noch auf den ersten Torerfolg. 

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