Kurz wich die Enttäuschung in Patrick Rossinis Gesicht einem Lächeln. Teamkollege Olivier Jäckle hatte Rossinis Sohn in die Katakomben im Stadion Brügglifeld gebracht. Der Kleine wollte seinem Vater ganz offensichtlich möglichst schnell gratulieren.

Gratulieren zu einem ansprechenden Debüt im Dress des FC Aarau. Rossini lief enorm viel, kämpfte um jeden Ball und erzielte in der 39. Minute nach grandioser Vorarbeit von Igor Nganga den Ausgleich und gleichzeitigen 1:1-Schlussstand. Und trotzdem war der 27-Jährige nach dem Schlusspfiff nicht zufrieden – weder mit dem Ausgang der Partie noch mit seiner eigenen Leistung. «Wir waren leider nicht effizient genug. Wir hatten einige gute Chancen, konnten davon aber nicht profitieren», sagte der Tessiner mit seinem Sohn auf dem Arm und nimmt dann in erster Linie sich selber in die Pflicht: «Ich habe neben meinem Treffer zwei weitere grosse Chancen. Wenn ich diese Tore mache, dann wird die Partie für uns viel einfacher.»

Zwei Schüsse neben das Tor

Rossini spricht damit zwei Szenen in der Partie gegen Biel an, in denen er einem weiteren Treffer tatsächlich sehr nahe gekommen war. Die erste und im Prinzip grösste Chance der Partie eröffnete sich ihm in der 8. Minute, als er von Miguel Peralta mit einem weiten Ball hinter die Bieler Verteidigung ideal lanciert worden war. Im folgenden Duell gegen Gäste-Torhüter Jérémy Frick gelang Rossini aber die frühe Führung nicht, er setzte den Ball knapp neben den Pfosten. Ähnlich war dann auch seine grosse Chance in der zweiten Halbzeit: Captain Sandro Burki lancierte Rossini ebenfalls mit einem weiten Ball in die Spitze. Allerdings musste sich der Stürmer dieses Mal noch gegen beide Innenverteidiger behaupten, weshalb er dann seinen Abschluss erneut neben das Tor setzte.

Auch Licht trotz Schatten

Trotzdem: Es gab beim 1:1 gegen Biel nicht nur Schatten, wie man es aufgrund der vorherrschenden Enttäuschung hätte vermuten können. Ganz im Gegenteil, es gab auch Licht. Da war eben Rossini. In der Winterpause vom FC Lugano geholt, um Tore zu schiessen. Und genau das macht er bereits in seinem ersten Einsatz für den FCA. In der Defensive brachten die Debütanten Francesco Russo im Tor und Stéphane Besle in der Innenverteidigung viel Ruhe ins Spiel. Beide haben eine gute Ausstrahlung und markieren alleine mit ihrer Körpergrösse Präsenz. Nur einer der vier Neuzuzüge durfte sich am Samstag noch nicht so richtig im Ernstkampf präsentieren: Zoran Josipovic kam erst in der Schlussphase für den ausgelaugten Torschützen Rossini in die Partie. So richtig in Szene setzen konnte sich Josipovic in seinen knapp zehn Einsatzminuten aber nicht.

Erfreulich war, wie es der Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum gelang, auf den Gegentreffer zur Gästeführung zu reagieren. «Das war wichtig. Wir haben insgesamt gut gekämpft und phasenweise gezeigt, was wir können», sagte Rossini und fügte mit Blick auf die kommenden Partien an: «Am Ende des Tages ist es ein Punkt. Den nehmen wir und bauen darauf auf.»

Am kommenden Samstag treffen Rossini und Co. auswärts auf Chiasso. Weil die Tessiner zum Rückrundenauftakt gegen Xamax 1:2 verloren und damit den neunten Tabellenrang der Bieler übernommen haben, kommt das Schlusslicht Aarau erneut zu einem direkten Duell gegen den Tabellenvorletzten.