FC Aarau

Patrick Rahmen zeigt nach der Entlassung Grösse: «Bin überzeugt, mein Nachfolger Stephan Keller wird ein guter Cheftrainer»

Der entlassene FCA-Trainer Patrick Rahmen verabschiedet sich mit Stil

Der entlassene FCA-Trainer Patrick Rahmen verabschiedet sich mit Stil

Die Enttäuschung nach der Entlassung ist gross - in erster Linie aus menschlicher Sicht schmerzt es Patrick Rahmen, nicht mehr für den FC Aarau arbeiten zu dürfen. Gegenüber seinem Nachfolger hegt er keinen Groll - im Gegenteil: Rahmen sieht Stephan Keller als geeigneten Nachfolger.

71 Spiele seit Juli 2018 – seit René Weiler war nicht nur kein Trainer so lange im Amt wie Patrick Rahmen, mit 1,52 Punkten pro Partie übertrumpft der Basler auch diesbezüglich all seine Vorgänger seit 2014. Das sportliche Glanzstück in der Ära «Rahmen» war in der vergangenen Saison die sensationelle Aufholjagd mit nur einer Niederlage in 25 Spielen, die vom letzten Tabellenplatz in die Barrage führte. In dieser Spielzeit aber hinkt der FCA den Erwartungen hinterher. Von den sechs Spielen seit der Coronapause hat er drei haushoch verloren und dabei nicht nur resultattechnisch eine miserable Falle gemacht, so dass die Klubführung sich zur Trennung von Rahmen gezwungen sah.

Am Donnerstagabend unterrichtete Sportchef Sandro Burki Rahmen in einem langen Telefongespräch über die Beweggründe. Tags darauf fuhr Rahmen frühmorgens nach Aarau, räumte sein Büro im Brügglifeld und verabschiedete sich von Klubmitarbeitern im Hintergrund – Platzwart, Wäschereipersonal und Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle. Nach einem abschliessenden Gespräch mit Präsident Philipp Bonorand und Sportchef Burki, an dessen Ende man freundschaftlich auseinanderging, machte sich Rahmen wieder auf den Heimweg Richtung Dornach.

Als die AZ ihn am Freitagnachmittag telefonisch erreicht, wirkt Rahmen gefasst, macht aus seiner Gefühlslage aber keinen Hehl: «Ich bin enttäuscht, weil ich zu diesem Zeitpunkt nicht mit der Entlassung gerechnet habe. Vor allem aber schmerzt es, nicht mehr für diesen tollen Verein arbeiten zu dürfen. Ich war unglaublich gerne Trainer beim FC Aarau, der Austausch mit den Sponsoren, Gönnern und Fans war stets respektvoll und anregend.» Das gelte auch für das Verhältnis zur Mannschaft, das entgegen anderslautender Stimmen intakt gewesen sei: «Praktisch alle Spieler haben sich in den vergangenen Stunden bei mir gemeldet und für die gemeinsame Zusammenarbeit gedankt.» In der nächsten Woche wird Rahmen nochmals nach Aarau zurückkehren, um sich von der Mannschaft zu verabschieden.

Der FC Aarau begeht ab der nächsten Saison den Neuanfang mit einem Konzept, das auf die Jugend fokussiert. Ohne Rahmen – der sagt: «Ich habe den Verantwortlichen signalisiert, dass ich den neuen Weg richtig finde und bereit bin, ihn mitzugehen.» Trotzdem könne er verstehen, dass sich die Verantwortlichen auch für einen Neuanfang auf der Trainerposition entschieden hätten. «Ich bin niemandem böse.»

Die menschliche Grösse, die er in den zwei Jahren als FCA-Cheftrainer in guten und in schlechten Zeiten an den Tag legte, zeigt er auch ganz zum Schluss. Andere Trainer hätten Mühe damit, dass sie ausgerechnet vom ehemaligen Assistenten abgelöst werden – Rahmen sagt: «Ich bin überzeugt, dass mein Nachfolger Stephan Keller ein guter Cheftrainer wird. Ich gönne ihm den Job und wünsche ihm und dem FC Aarau alles Gute.»

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