Schwingen

Patrick Räbmatter mit Bärenkräften zum Sieg beim Guggibad-Schwinget

Nicht Topfavorit Bruno Gisler, sondern der Zofinger Patrick Räbmatter hat den Guggibad-Schwinget ob Buttwil gewonnen. Im Schwergewichts-Schlussgangduell drückte er den Aarauer Tiago Vieira schon nach zehn Sekunden auf den Rücken.

Wenn in einem Schwingerduell geschätzte 300 kg Körpermasse aufeinander treffen, ist wenig Dynamik und Spektakel zu erwarten. Doch der Leader des Schwingklubs Zofingen überraschte die 1300 Zuschauer am Guggibad-Schwinget. Forsch griff er auf das erste «Gut» des Kampfrichters an. Mittels der Kombination Kurz/Kreuzgriff wuchtete er den körperlich gleichwertigen Vieira in die Unterlage und belastete diesen so sehr, dass dieser nach zehn Sekunden auf dem Rücken lag.

«Räbi», wie ihn die Schwingerkollegen rufen, riss seine Fäuste in die Höhe und gab zur Erheiterung des Publikums sein bekanntes «Jäbädäbäduuu», zweimal lautstark zum Besten. Wenig später erklärte er, dass er beim Freiluft-Saisonauftakt im Freiamt seinen letztjährigen dritten Rang bestätigen wollte. «Aber an den Tagessieg habe ich eigentlich nicht gedacht.»

Gisler frühzeitig geschlagen

Der Kampf um die Nachfolge des letztjährigen Siegers Christoph Bieri, der an diesem Tag in Wolhusen triumphierte, nahm schon nach zwei Gängen eine unerwartete Entwicklung. Der einzige eidgenössische Kranzschwinger im Feld der 82 Teilnehmer, Bruno Gisler, startete mit einem «Gestellten» und einer Niederlage schwach und fiel somit schnell aus der Entscheidung. Mit drei Plattwürfen sowie dem abschliessenden Sieg über David Schmid, den Guggibad-Sieger von 2013, arbeitete sich der Solothurner Spitzenschwinger immerhin auf Rang 2 vor.

Räbmatters Sieg ist angesichts von Gislers Anlaufschwierigkeiten nicht gestohlen, obwohl er vom Einteilungsgericht nicht die schwersten Brocken zugeteilt erhielt. Im Anschwingen besiegte er immerhin den unbequemen Neo-Lenzburger Christian Odermatt. Extrem defensiv eingestellt war im dritten Gang der Baselbieter Marc Stoffel, den Räbmatter nicht in Bedrängnis bringen konnte. Nach dem «Gestellten» war der Weg des späteren Tagessiegers mit zwei Plattwürfen gegen die jungen Nichtkranzer Oliver Herrmann und Andreas Döbeli nicht mehr allzu beschwerlich.

Tiago Vieira überrumpelt

Die Entschlossenheit des 23-jährigen Chauffeurs und Disponenten im Finale, gepaart mit Bärenkräften, war jedoch beeindruckend. Tiago Vieira, der Koloss aus Biberstein, wirkte geradezu hilflos oder zumindest jäh überrumpelt. «Ein Gestellter hätte mir nichts genützt, deshalb war meine Taktik, sofort anzugreifen», erklärte der Uerkner nachher.

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