Turf
Padolin hat die Nase vorn

Der 10:1-Aussenseiter gewinnt nach spannendem Finish die 66. Meisterschaft der Traber

Willi Bär
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Padolin (9), mit Marc-André Bovay im Sulky, setzt sich im atemberaubenden Schlussspurt gegen Racing Charm (6 ) durch.

Padolin (9), mit Marc-André Bovay im Sulky, setzt sich im atemberaubenden Schlussspurt gegen Racing Charm (6 ) durch.

Otto Lüscher

Trotz Regen verfolgten rund 6000 Zuschauer die Rennen auf dem Aarauer Schachen. Sie sahen packenden Sport, konnten aufgrund von technischen Problemen, für die nicht Aarau, sondern der Zentralcomputer verantwortlich war, zeitweise aber keine Wetten tätigen.

Das mit 40 000 Franken dotierte Hauptereignis, die 66. Meisterschaft der Traber, begann wie erwartet: Schnellstarter Rêve Coeur stürmte sofort an die Spitze. Racing Charm begleitete ihn in zweiter Spur. Zur Kopfgruppe gehörten weiter Tarko de Laxa und Playboy Wind, die ebenfalls einen Startplatz in der ersten Reihe zugelost erhalten hatten. Nicht erwartet hatte man dagegen, dass der am zweitstärksten gewettet Rêve de Coeur bereits Mitte der Zielgeraden geschlagen war. Aussen, wo der Boden etwas weniger abgenutzt war, wurde er von vier Pferden überholt. Aufgefächert über die ganze Bahn kämpfte das Quartett um den Sieg. Mit einem letzten Effort konnte Padolin auf den letzten Metern seine Nase in Front strecken und Racing Charm (Pascal Schneider) mit zwei Hundertstelsekunden Abstand auf den Ehrenplatz verweisen. Tarko de Laxa (Joey Vignoni) und Toto-Favorit Playboy Wind folgten auf den Rängen drei und vier.

Aargauer Pferde ohne Fortune

Viel Pech hatte Barbara Schneider mit Podium du Rib, die bei ihren ersten beiden Angriffsversuchen auf der Zielgeraden abgeblockt wurde. Obwohl Podium du Rib am Schluss das schnellste Pferd war, reichte es nur noch zu Rang fünf. Der zweite Aargauer Vertreter im Feld, der von Adrian Burger gesteuerte Top Boy, startete sehr schnell, blieb aber in der dritten Spur hängen und geriet kurz darauf durch eine Galoppeinlage ins Hintertreffen.

Rechtzeitig in Hochform

Padolin ist offenbar gerade rechtzeitig in Hochform gekommen. Nach mehreren Platzierungen war dem elfjährigen Wallach acht Tage vor der Meisterschaft in Dielsdorf der erste Saisonsieg gelungen. Danach entschied Besitzer Roland Müller, Padolin in die Meisterschaft zu schicken. Müller, der jeweils im Frühling die zwei Renntage an seinem Wohnort Fehraltorf organisiert, erwarb den elfjährigen Wallach in Frankreich, trainierte ihn ab dem März im Zürcher Oberland und fuhr ihn auch in den Rennen selber.

Als ihm im Juni ein anderer Traber einen Finger brach, gab er Padolin zu Marc-André Bovay ins Training. Der mehrfache Schweizer Champion aus dem waadtländischen Penthéréaz sass beim Triumph auf dem Schachen auch im Sulky. «Padolin hielt unterwegs – ich lag an fünfter Stelle hinter Playboy Wind – problemlos mit, so dass ich mit einem Spitzenrang rechnete. Doch für den Sieg braucht es auch immer etwas Glück. Racing Charm leistete erbitterten Widerstand, den ich erst im letzten Moment brechen konnte.»

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