Diese junge Frau hat eine beachtliche Erfolgsbilanz am GP Fricktal. Christine Müller ist jene Person, welche dem Hasenlauf über 5,85 km in den letzten Jahren den Stempel aufdrückte: als Seriensiegerin der letzten vier Austragungen. Spitzenresultate realisierte die mittlerweile 26-Jährige aus Aeschi bei Spiez in Eiken aber bereits seit zwölf Jahren. Als Siegerin bei den Schülerinnen und den Jugendlichen liess sie sich ebenso bereits feiern. «Ich mag es, hier am Ostersamstag zu laufen», sagt sie.

Als «gute Standortbestimmung» dient ihr das Rennen immer wieder. So auch in diesem Jahr. Mit ihren 21:16 Minuten lief sie so schnell wie noch nie. Lediglich sechs Männern musste sie den Vortritt lassen. «Das lässt hoffen auf die kommenden Rennen», sagt sie. Über kürzere Distanzen auf der Strasse, wie auch in Mittelstreckenrennen auf der Leichtathletik-Piste, will sich die mehrfache Schweizer Meisterin in den Nachwuchskategorien profilieren.

In der Form des Lebens

Keine vergleichbare Serie in Eiken kann Fabian Kuert vorweisen. Hingegen kann der 35-Jährige aus Langenthal einen noch eindrücklicheren Leistungsausweis vorweise. Kuert hat sich schon international in Szene gesetzt und ebenso Schweizer-Meister-Titel bei der Elite über diverse Distanzen errungen.

Seinen bis anhin letzten SM-Gold-Lauf präsentierte er Anfang März an den Cross-Meisterschaften über die Langdistanz. Danach folgten SM-Bronze im 10-km-Strassenlauf und beim Berlin Halbmarathon eine Topzeit von 1:06:27 Minuten. «Ich bin in einer Form wie noch nie», freute er sich. Und so liess der Routinier seine Klasse auch in Eiken aufblitzen. Sofort setzte er sich vom Rest des Feldes ab – mit einer Ausnahme: Der Äthiopien-Aarauer Kadi Nesero zog mit.

Zumindest 4,6 km lang. Dann musste auch er die Überlegenheit von Kuert einsehen. Der Favorit attackierte beim Aufstieg zur Autobahnbrücke resolut. Sofort sah sich Nesero vorentscheidend distanziert. Kuert erreichte damit einen doppelten Effekt: Er gewann die Sprintwertung bei der Start-/ Zielpassage nach 5,3 km und er nahm dem Rennen die Spannung.

«Meine Beine fühlten sich gut an und ich zog meinen Rhythmus weiter», sagte er später. «Nicht ganz am Anschlag» sei er gelaufen. Der Einsatz genügte dennoch. Nesero musste seine Unterlegenheit schnell akzeptieren. Im Ziel nach den 16,1 km betrug die Differenz 1:27 Minuten. Drei weitere Minuten dauerte es, bis der drittklassierte Jens-Michael Gossauer (Uster) das Ziel erreichte – er als Sieger der Kategorie M20. Und Kuert blickt seinen nächsten Highlights entgegen, etwa dem Grand Prix Bern von Mitte Mai.

Umbrichts Ruhe

Mehr Spannung generierte das Frauenrennen. Ein Trio prägte dieses, angeführt vorerst von Martina Kyburz und Fiona Kirk, später von der Siegerin Joana Umbricht. «Mir wars eindeutig zu heiss und ich lief noch vorsichtiger los als sonst», sagte die 33-jährige Siegerin aus Würenlos. Dabei bewies sie ein solides Nervenkostüm: «Ich behielt die Ruhe und war nie nervös.»

Zu spüren bekamen dies die direkten Widersacherinnen in Form eines Steigerungslaufes. «Joana ist immer schneller geworden», hielten Kyburz und Kirk übereinstimmend fest. 29 Sekunden büsste die Ehefrau des Fricktaler OL-Weltklasseläufers Andreas Kyburz ein auf die Siegerin. Für die Bruggerin Kirk summierten sich 2:20 Zusatzminuten.