Challenge League

Optimismus trotz Nullnummer: Der FC Aarau und GC teilen sich im Letzigrund die Punkte

Der FC Aarau und der Grasshopper Club trennen sich im Letzigrund mit einem torlosen Unentschieden. Nach dem Stadion-Ja verpasst der FC Aarau zwar den Sieg gegen GC, weckt aber Hoffnungen für die Aufholjagd.

Mehr Ballbesitz, mehr Torchancen, mehr Eckbälle und die feinere Spielanlage als der Gegner: Der FC Aarau ist an diesem Sonntag im Letzigrund die bessere Mannschaft und steht dem Sieg vor allem in der ersten Halbzeit näher. Dass es am Ende gegen GC trotzdem 0:0 steht, müsste für betrübte Gemüter bei den Gästen sorgen.

Doch nicht an diesem 24. November, an dem das Aarauer Stimmvolk zwei Mal deutlich «Ja» sagt zum Stadion-Neubau im Torfeld Süd und somit dem FC Aarau ermöglicht, am mittelfristigen Ziel Super-League-Aufstieg festzuhalten. An diesem Tag hätte sogar eine Niederlage nichts an der Grundstimmung geändert hätte: «Wir haben gewonnen!»

So sind es abgekämpfte, aber zufriedene Gesichter, die nach Spielschluss in den Stadion-Katakomben erscheinen. Allen voran Trainer Patrick Rahmen, der seine Freude über die erfolgreich gemeisterte Stadion-Hürde mit allen teilt.

«Natürlich hätten wir auf dem Rasen gerne nachgedoppelt und GC geschlagen. Es war dennoch ein sehr stabiler Auftritt von uns, dem die Krönung fehlte. Das Spiel hat mich bestärkt in der Meinung, dass wir nach dem Tief im Oktober zurück auf dem richtigen Weg sind.»

Das hat auch mit zwei Rückkehrern zu tun: Sowohl Jérôme Thiesson (linker Verteidiger) als auch Olivier Jäckle (zentrales Mittelfeld) demonstrierten im ersten Einsatz nach langer Zwangspause ihre Wichtigkeit für das Gesamtgefüge.

Talent für die Zukunft – starke Parade von Ammeter 

Der dritte Startelf-Neuling war Flügelstürmer Yvan Alounga, der mit seiner Spielart an den jungen Breel Embolo erinnert, gleichzeitig mit konfusen Aktionen seine erst 17 Jahre nicht verbergen kann: Etwas mehr Routine - und Alounga hätte in der 33. Minute drei Meter vor dem GC-Tor nicht ein Abspiel versucht, sondern den Ball einfach ins verlassene Tor geköpfelt.

Auf der anderen Seite brauchte es für den Punktgewinn eine starke Intervention von Aarau-Goalie Nicholas Ammeter bei der einzigen nennenswerten GC-Chance. Das war in der 58. Minute, danach plätscherte das taktisch geprägte, aber emotionslose Spiel bis zum Schlusspfiff vor sich hin.

Warum der Barrageplatz noch nicht ausser Reichweite liegt

Die Partie hat aus FCA-Sicht neben der wiedergewonnenen Stabilität aufgezeigt, wie viel möglich ist in dieser Saison: Wenn dieses uninspirierte GC unangefochtener Tabellenzweiter der Challenge League ist, könnte dort auch der in keinem Mannschaftsteil schlechtere FC Aarau stehen.

Anders gesagt: Wenn in den verbleibenden vier Vorrunden-Spielen der Rückstand von acht Punkten auf die Hoppers nicht grösser wird, liegt analog zum vergangenen Frühling in der Rückrunde die Aufholjagd in die oberste Tabellenregion drin.

Ob der Barrage-Platz vom FCA sogar zum offiziellen Ziel ausgerufen wird, hängt vom Investitionswillen in der Winterpause ab: Mit der Verpflichtung von Shkelzen Gashi, die wohl Anfang Dezember offiziell wird, ist es nicht getan: Um einen gestandenen Innenverteidiger kommt der FCA nach dem Eindruck der vergangenen Wochen nicht herum, will er ein Spitzenteam sein – darüber sollte die solide Abwehrleistung gegen GC nicht hinwegtäuschen.

Fakt ist: In den nächsten Tagen werden Sportchef Sandro Burki und Trainer Patrick Rahmen beim designierten Präsidenten Philipp Bonorand vorstellig, um sich über ihre und dessen Gedanken zur Rückrunde und zur nächsten Saison auszutauschen. Rahmen vielsagend: «Ich bin ein ambitionierter Trainer und überzeugt, dass auch die Klubführung die gewonnene Stadion-Abstimmung für eine sportliche Euphorie nützen will.»

Wer weiss, vielleicht wurden schon am Sonntagabend im Restaurant Bären in Kölliken erste Zukunftspläne geschmiedet: Dort traf sich am Sonntagabend die Spitze des FC Aarau mit Sandro Burki und Patrick Rahmen, um das Stadion-Ja zu feiern. Und Insider wissen: Im Lokal von Präsident Alfred Schmid sind schon einige Coups geboren.

Sie haben die Partie verpasst? Lesen Sie im Liveticker alles zur FCA-Partie gegen GC nach.

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