Nach dem Titelgewinn im Vorjahr reisten Romano Meier und sein Team mit grossen Erwartungen an die Junioren Weltmeisterschaft nach Estland. „Natürlich wollten wir gewinnen. Wenn man das einmal erlebt hat, will man das wieder“, so Meier. Der 20-Jährige war vor einem Jahr als Ersatzspieler dabei, kam aber in der zweiten Hälfte des Turniers zum Einsatz und erlebte so den Titelgewinn hautnah mit.

Verheissungsvoll begann das Team Bern, welches während dieser Saison zum zweiten Mal als Schweizer Junioren Nationalteam fungiert, die Mission Titelverteidigung Ende Februar in Tallinn. Sieben Siege und keine Niederlage verzeichnete das Schweizer Team nach der Round Robin – dass das kein Selbstläufer ist, betont Vize-Skip Romano Meier stolz: ''Solch eine Serie ist sogar bei den besten Teams der Welt keine Selbstverständlichkeit.“

Nach einem kleinen Dämpfer im ersten Halbfinalspiel gegen Kanada drehten die jungen Schweizer Männer um Skip Yannick Schwaller wieder auf. Gegen Schweden zeigten sie ihr bestes Spiel und gewannen souverän mit 9:4. „Das war wahrscheinlich unser bestes Spiel der ganzen Saison. Hier konnten wir unsere Internationale Erfahrung voll ausspielen“, schwelgt der Sohn des Olympia Bronzemedaillen Gewinners Christof Schwaller in Erinnerungen. Die Stimmung im Team war auf dem Höhepunkt.

Kanada mit dem Weltklasse Finalspiel

Die erneute Niederlage gegen Kanada im Final schmerzte dann umso mehr. Trotz einer soliden Leistung reichte es schlussendlich nicht zum Triumph. „Die Kanadier spielten ihr bestes Spiel überhaupt. Wir haben einige Chancen ausgelassen und so den Sieg verspielt“, erinnert sich Meier.

„Auch wenn es in diesem Jahr ,nur’ die Silbermedaille geworden ist, sind wir trotzdem enorm stolz“, betont der Sportstudent. Stolz vor allem auf die tolle Leistung in der Round Robin. In den sieben Siegen zahlte sich vor allem der Trainingsaufwand aus, den die Schweizer seit der letzten Saison leisten. Alle 4 Teammitglieder arbeiten oder studieren Teilzeit, damit sie sich gut auf den Sport konzentrieren können.

Denn um überhaupt solche Leistungen bringen zu können, investiert die Schweizer Junioren Nati zusammen mit ihrem Coach Erich Nyffenegger so viel Zeit in den Sport, wie das sonst lediglich gestandene Elite-Teams tun können. „Nur Spitzenteams wie die Olympioniken von Adelboden um Skip Sven Michel trainieren noch mehr als wir“, erklärt Meier. Der Ehrendinger begann im Sommer ein Sportstudium an der Uni Bern und kann sich dank dem kurzen Weg von der Uni bis ins Trainingscenter bestens auf das Curling konzentrieren.

Olympia 2022

Als Lohn für die konstant guten Leistungen in der vergangenen Saison ist die Schweizer Curling Junioren Nati für den Nachwuchspreis der Schweizer Sporthilfe nominiert. Im nächsten Jahr vertritt Meier mit dem Team Bern die Schweiz noch ein letztes Mal an einer Junioren-WM. Danach spielen sie des Alters wegen auch international bei der Elite mit. Und da bahnt sich schon das nächste grosse Projekt an – nämlich die Teilnahme an den Olympischen Spielen im Jahr 2022.