Das Aargauer Kantonalturnfest ist angelaufen, der erste Tag ist vorbei: Wie sieht Ihr Fazit aus?

Alle sind sehr glücklich: die Helfer, die Athleten und natürlich auch wir vom Organisationskomitee. Der erste Tag ging schnörkellos über die Bühne. Man darf von einem erfolgreichen Start sprechen. Es gab keine Zwischenfälle. Wir sind sehr zufrieden.

Gab es einen persönlichen Höhepunkt für Sie bisher?

Die gestrige Eröffnungsfeier mit Bundesrätin Doris Leuthard hat mich sehr gefreut. Sie ist Ehrenmitglied im Turnverein Merenschwand, also einer der organisierenden Vereine. Ihr Hausnachbar ist Mitglied des Organisationskomitees und fragte sie an, ob sie hier in Muri die Eröffnungsrede halten möchte. Bereits 2006, als frisch gebackene Bundesrätin, hielt sie die Festansprache am Kreisturnfest in Merenschwand.

Wie sieht Ihr Tagesablauf als OK-Chef aus?

Wir sind zu dritt im Präsidium: Josef Winiger, Sarina Baumgartner und ich. Jeder hat seine Schichten und wir sind Ansprechpartner für jegliche Fragen und Entscheidungen. Quasi ein bisschen «Mädchen für alles»

Wenn man diese riesige Anlage hier in Muri anschaut, wähnt man sich ein bisschen am Eidgenössischen Schwingfest. Das steckt wohl eine grosse Vorbereitung dahinter?

Das Eidgenössische ist schon noch ein paar Schuhnummern grösser. 70 000 Festkarten werden dort verkaufen, wir verkaufen im Vergleich nur 13 000. Das ist nochmals ein grosser Unterschied. Aber klar, wir haben viel Zeit investiert in diese Anlage und haben auch die Liebe zum Detail gesucht. Diese Holzschnitzel, die auf allen Gehwegen verteilt sind, wieder wegzuräumen, daran wollen wir noch gar nicht denken.

Wie viel Helfer konnten Sie für das Turnfest gewinnen?

Wir rechnen mit etwa 30 000 Arbeitsstunden, die die Helfer verrichten werden in den nächsten zehn Tagen. Insgesamt haben wir etwa 2500 Helfer, dazu kommen noch unzählige Freiwillige, die uns beim Aufbau dieser Anlage geholfen haben. Ohne sie wäre dieser Anlass unmöglich. Auch der Zivilschutz war vor Ort: beim Aufbau und in einer Woche beim Abbau wieder.

Der erste Tag in Muri:

Das Wetter heute war prächtig, viel Sonnenschein und warme Temperaturen, aber die ersten Gewitter ziehen bereits auf. Wie ist das Turnfest vorbereitet auf Regen und Wind?

Wir sind so gut wie möglich vorbereitet auf ein Unwetter. Die Vergangenheit, zum Beispiel das Unwetter 2013 in Biel, hat aber gezeigt, dass auch die beste Vorbereitung manchmal an ihre Grenzen kommt. Ein Platzregen können wir nicht aufhalten, aber die Holzschnitzel auf den Gehwegen sollten verhindern, dass wir knietief im Matsch stehen. Auch beim Wind haben wir Vorbereitungen getroffen. Wir haben extra ein Ressort Sicherheit auf die Beine gestellt, das sich genau mich solchen Gefahren beschäftigt. Das Ressort verfügt über einen Warnmelder: Sollten also starke Böen im Anmarsch sein, werden wir vorgewarnt sein.

Das Wetter ist gewitterig, auch in den nächsten Tagen. Sorgt das nicht für ein mulmiges Gefühl?

Natürlich, das Gefühl ist im Hinterkopf. Wir haben eine gute Stimmung im Organisationskomitee und ich bin mir sicher, sollte es tatsächlich zu einem heftigen Unwetter kommen, würden die Mitarbeiter alles möglich machen, um die Sicherheit für die Sportler und Besucher sicherzustellen. Wir haben das Möglichste vorbereitet – das bringt uns eine gewisse Sicherheit.