Pferdesport
Oh Calin in der Favoritenrolle am 65. Grossen Preis der Schweiz

Der Aarauer Schachen bietet am Sonntag die Bühne für die allerbesten Jagdpferde des Landes. Beim wertvollsten Hindernisrennen der Schweiz geht es um stolze 50000 Franken.

Willi Bär
Drucken
Teilen
Favorit und Saisondominator: der 11-jährige Wallach Oh Calin (links).

Favorit und Saisondominator: der 11-jährige Wallach Oh Calin (links).

Alexander Wagner

Eine Woche nach der Meisterschaft der Traber kommt es in Aarau erneut zu einem Gipfeltreffen. Hauptdarsteller sind diesmal nicht die Sulky-Pferde, sondern die im Turf-Jargon Steepler genannten Jagdpferde – Galopper mit ausserordentlichem Sprungvermögen. Die Besten des Fachs treffen sich am Sonntag im 65. Grossen Preis der Schweiz. Mit einer Dotation von 50 000 Franken ist der GP der Schweiz das wertvollste Hindernisrennen hierzulande.

Die Rolle des Favoriten spielt Oh Calin. Der elfjährige Wallach dominierte die Konkurrenz in dieser Saison fast nach Belieben. Bei allen vier Rennen, die er bestritt, kam er als Erster ins Ziel. Einmal verlor er allerdings den Sieg am grünen Tisch. Philipp Schärer, der Oh Calin in Elgg trainiert, zeigt sich denn auch zuversichtlich: «Er ist weiterhin in sehr guter Form, sodass ich eine Top-Leistung von ihm erwarte.»

Zwei der sechs Gegner von Oh Calin, der achtjährige Cardiff de Baune und der fünfjährige Mount Gabriel, kommen aus dem Stall von Andreas Schärer. Der ältere Bruder von Philipp hat nicht im Sinn, sich mit einer Statistenrolle abzufinden: «Wir fahren nach Aarau, um den Grossen Preis, den ich schon zweimal geholt habe, erneut zu gewinnen.

Für Cardiff de Baune, der bei seinem Aufgalopp vor einer Woche Rang zwei belegt hat, wird die längere Distanz im GP Schweiz nur von Vorteil sein. Sein Jockey ist richtig heiss auf das Rennen. Von Mount Gabriel lasse ich mich gerne überraschen. Sollte am Schluss trotzdem Oh Calin gewinnen, mag ich Philipp das gönnen, Hauptsache, ein Schärer hat die Nase vorn.»

Vier Pferde werden versuchen, einen Schärer-Erfolg zu verhindern. Die Stute Calla Cameo und der Schimmelwallach Kilary haben mit wiederholten Spitzenplatzierungen bewiesen, dass sie zur schmalen Spitze der Jagd-Elite gehören. Hierzulande noch weniger bekannt sind dagegen Toscan des Brosses und Vendome, das Duo der Dielsdorfer Trainerin Chantal Zollet. Beide Pferde haben in ihrer Jugend in Frankreich brilliert – so hat Toscan des Brosses in Pau ein mit 95 000 Euro dotiertes Rennen gewonnen –, kamen später aber in eine Baisse.

Zollet, die Vendome selber reitet und für Toscan des Brosses einen französischen Profi engagiert hat, glaubt an ihre Chance: «Meine beiden Pferde sind sehr gut vorbereitet, und dass sie über die nötige Klasse verfügen, haben sie in Frankreich ja hinlänglich bewiesen. So ist alles eine Frage der Moral.»

Aktuelle Nachrichten