Turf
Offenes Rennen um den Titel im Aarauer Schachen

Zum 64. Mal wird am Sonntag auf dem Aarauer Schachen die Meisterschaft der Traber durchgeführt. Das mit 40 000 Franken dotierte Rennen ist der Saisonhöhepunkt der Sulkysportler.

Willi Bär
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Altmeister Napoléon de Bussy und Barbara dürften auch am Sonntag eine tragende Rolle spielen.

Altmeister Napoléon de Bussy und Barbara dürften auch am Sonntag eine tragende Rolle spielen.

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Wer am Ende der 2500 Meter langen Prüfung als Erster ins Ziel kommt, darf sich ein Jahr lang «Meister der Traber» nennen. In den letzten Jahren gab es in diesem Rennen der Rennen oft einen klaren Favoriten oder zumindest einen sehr engen Kreis von Sieganwärtern. Diesmal kommt rund die Hälfte der 13 Teilnehmer für den Sieg infrage, Chancen auf einen Podestplatz haben alle. Diese Ausgangslage spiegelt die Saison, in der es keinem Pferd gelang über eine gewisse Zeit zu dominieren.

Mit Onic Dream ist zwar der Titelverteidiger am Start, doch der grazile Fuchswallach hat eine durchzogene Saison hinter sich. Zwar gelangen dem Schützling von Marc-André Bovay in Avenches zwei Siege, doch bei seinen letzten drei Starts wurde er wegen Gangartproblemen disqualifiziert. Seinem Trainingsgefährten Quick Fighter gelangen zwischen Mai und Juli gar vier Volltreffer, doch auch er vermochte zuletzt nicht zu überzeugen. Die frischen Sieger Opéra House und Rattzino reüssierten auf tieferem Niveau. Nectar d’Hermès musste über den Sommer eine Pause einlegen.

Noch einmal Napoléon de Bussy?

Neben den erwähnten Pferden zählt auch Napoléon de Bussy zum Kreis der Favoriten. Der Meister der Jahre 2007 und 2009 ist zwar nicht mehr ganz so stark wie vor einigen Jahren, als er im Pariser Trabtempel Vincennes brillierte, trotzdem sollte der erfolgreichste Inländertraber aller Zeiten am Sonntag eine prominente Rolle spielen können. Seine aus Schöftland stammende Besitzerin Barbara Schneider, die «Napo» einmal mehr selber fahren wird, zeigt sich zuversichtlich: «Bei den letzten Rennen waren wir nicht vom Glück begünstigt, doch im Training hinterlässt er einen guten Eindruck. Seine Startnummer ist ideal, sodass ich ihn schon unter den ersten Fünf erwarte. Doch das Rennen ist offen, wie noch selten.»

Traumtraber Quidaho

Weniger Glück bei der Startnummernauslosung hatte Quidaho. Der imposante Wallach, der sich erstmals mit der absoluten Elite misst, muss das Rennen aus der zweiten Reihe aufnehmen. Trotzdem glaubt sein Besitzer, der Birmenstorfer Alois Meier (Stall Black point), an die Chancen seines Paradetrabers: «Quidaho ist ein Traum von einem Rennpferd. Er hat seit 2009 rund zwanzig Rennen für mich gewonnen und kommt praktisch nie ohne Geldgewinn nach Hause. Seine Startposition ist sicher ein Nachteil. Gerade auf dem engen Schachenkurs ist es wichtig, dass man sich im vorderen Teil des Feldes in eine gute Ausgangslage manövrieren kann. Vieles hängt also von einem guten Start ab.»