Unihockey
Obwohl die Lok nicht läuft: «Der Klassenerhalt ist möglich»

Lok Reinach verliert und verliert – trotzdem gibt es Hoffnung. Das glaubt zumindest Sportchef Jan Rickenbach.

Mirco Klaus
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Aargauer Zeitung

In der letzten Saison schaffte Lok zum Erstaunen vieler den Klassenerhalt. Doch danach der Umbruch. Trainer Magnus Svensson verliess Lok ebenso wie die beiden Defensiv-Spezialisten Michael Binder und Markus Ramseier. Da Lok Reinach über das kleinste Budget der zwölf Swiss-Mobiliar-League-Vereine verfügt, mussten die Junioren in die Bresche springen und die Lücken füllen.

Und das junge Team schlug sich am Anfang ziemlich gut, holte in der Doppelrunde am 2. und 3.Oktober zwei Siege. Die Mannschaft schien dem Rhythmus der SML gewachsen. Doch seit diesem 3.Oktober wartet Reinach nun auf den nächsten Erfolg. Seit über einem Jahr gab es sogar schon keinen Heimsieg mehr in der Pfrundmatt.

«Abwehr ist nicht SML-würdig»

Die Krise beim führenden Aargauer Unihockeyklub nimmt immer unheimlichere Formen an. Hohe Niederlagen wie die 1:15-Klatsche gegen Alligator Malans werden zur Normalität. «Die Abgänge der beiden Verteidiger wiegen schwerer, als wir dachten. Unsere Defensive ist momentan nicht SML-würdig. Doch auch die Offensive kommt nicht auf Touren, und so ist es extrem schwierig für uns, die Spiele ausgeglichen zu gestalten», so der Sportchef Jan Rickenbach.

Dies zeigt auch ein Blick auf die Statistik. 67 erzielte gegenüber 143 erhaltenen Toren. Heisst unter dem Strich: schlechteste Offensive und zugleich die löchrigste Defensive. Ein weiterer Grund könnte im Spielsystem des neuen finnischen Trainers Otto Moilanen liegen. «Er lässt sehr offensiv spielen. Er will – trotz der offensichtlichen qualitativen Mängel – mitspielen. Im Gegensatz zu Svensson, welcher die ‹Mauertaktik› bevorzugte und nur selten die Offensive forcierte.» Eine Umstellung, welche wohl auch für die Spieler schwierig war.

Trotz der desaströsen Leistungen sieht Rickenbach auch Positives im Systemwechsel: «Gerade die Jungen können den höheren Rhythmus so besser kennenlernen. Obwohl es im Moment frustrierend ist, denke ich, dass sich die Mannschaft längerfristig so verbessern kann.»

Spätestens in den Abstiegsspielen muss Lok dann bereit sein. «In den nächsten Runden geht es nicht mehr um Punkte. Es geht darum, sich auf die Abstiegsspiele gegen einen NLB-Klub vorzubereiten und den hohen Rhythmus dafür zu nutzen, einige Spielsituationen zu simulieren. Denn es ist nicht realistisch, von einem direkten Klassenerhalt zu reden, wenn man sieht, wie klar wir jeweils gegen die Direktkontrahenten verloren», so Rickenbach frustriert. «Dank dem hohen Rhythmus haben wir gegen einen NLB-Verein alle Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen», fügt Rickenbach zuversichtlich an.