Radsport

Obwohl das Velo bereits auf dem Hinflug litt: Rio 2016 ist das Ziel

Roger Bolliger nimmt die WM bestens vorbereitet in Angriff.

Roger Bolliger nimmt die WM bestens vorbereitet in Angriff.

In Aguascalientes kämpft Roger Bolliger nicht primär um den Paracycling-WM-Titel. Wichtiger ist die Qualifikation für die Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro.

Seit Sonntag weilt Roger Bolliger in Aguascalientes. In Mexiko steht für ihn ein weiteres Highlight in seiner schon längeren, erfolgreichen Karriere auf dem Programm. Der Bottenwiler nimmt an den Bahn-Weltmeisterschaften im Paracycling teil. Die Reise nach Aguascalientes via Paris und Mexiko-City verlief für die Schweizer Delegation zwar ohne Zwischenfälle.

«Aber das Material litt stark», lässt Roger Bolliger verlauten, «mein Bahn- und Strassenrad haben Rahmenschäden, sie sind aber fahrtüchtig.» Der 39-Jährige konnte bereits erste Eindrücke von der Wettkampfstätte gewinnen. «Die Bahn ist sehr schnell», meint Bolliger. Morgens sei es im Velodrome eher kühl, am Nachmittag würden die Temperaturen aber auf über 35 Grad steigen.

Bolliger steht heute kurz nach 12 Uhr im Scratch im Einsatz, bei dem eine grössere Anzahl Athleten über mehrere Runden fährt und jener gewinnt, der die volle Distanz als Erster überwindet. Morgen wartet die Verfolgung über vier Kilometer auf Roger Bolliger, bei der Qualifikations- und Finalläufe bestritten werden. Den Abschluss findet die WM für den Aargauer am Samstag mit dem Zeitfahren über einen Kilometer.

Für die Schweizer Athleten, nebst Bolliger wurde Annina Schilling selektioniert, geht es in Mexiko nicht primär um Titelehren, sondern um das Erreichen von Quotenplätzen für die nächsten Sommer-Paralympics in Rio 2016. Roger Bolliger hat sich vorgenommen, über 1 und 3 Kilometer neue persönliche Bestleistung und in der Bahn-Verfolgung eine ansprechende Zeit zu erzielen.

Das Training intensiviert

Die eigene Form einzuschätzen ist schwierig, denn auf nationaler Ebene fehlen dem Bottenwiler Vergleichsmöglichkeiten. Er ist hierzulande bei Rennen der einzige Athlet der Kategorie C2. Beim gelernten Käser war nach einem Arbeitsunfall vor zwölf Jahren am rechten Oberschenkel eine Amputation notwendig gewesen. Vor dem Unfall war er bereits polysportiv aktiv, etwa mit Faustball, Turnen und Aerobic und trieb auch während und nach der Rehabilitation viel Sport.

Nachdem er an einigen Wettkämpfen teilgenommen hatte, fand er Aufnahme im Nationalteam. Nun startet Roger Bolliger zum fünften Mal an einer Bahn-WM teil. Sein bestes Resultat glückte ihm 2008, als er im Zeitfahren und in der Einzelverfolgung (3 km) jeweils Achter wurde. Heuer stammt die härteste Konkurrenz aus China, Russland, Italien und Kolumbien.

Vorbereitet hat sich Roger Bolliger seit Oktober 2013 im neuen Velodrome in Grenchen. Den letzten Schliff holte er sich im achttägigen Spezialtraining, das er gemeinsam mit dem nicht-handicapierten Schweizer Elite-Bahnnationalteam und dessen Trainer Daniel Gisiger bestritt.

Zudem absolvierte Roger Bolliger in Genf eine Trainingswoche mit dem Paracycling-Nationalcoach Jean-Jacques Petitpierre. Petipierre gibt sich auf seinem Facebook-Profil zuversichtlich, dass «seine» Athleten ihre Ziele erreichen werden.

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