Faustball
Oberentfelden/Amsteg startet in die neue NLA-Hallensaison

Mit Oberentfelden/Amsteg startet die wohl verrückteste Spielgemeinschaft der Schweiz in die neue Saison. Denn die beiden Ortschaften liegen unglaubliche 114 Kilometer voneinander entfernt.

Fabio Baranzini
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Sabrina Siegenthaler war bei der Entstehung der Spielgemeinschaft federführend – ihr linker Zeigefinger deutet auf Amsteg, der rechte auf Oberentfelden.

Sabrina Siegenthaler war bei der Entstehung der Spielgemeinschaft federführend – ihr linker Zeigefinger deutet auf Amsteg, der rechte auf Oberentfelden.

Fabio Baranzini

Was haben Oberentfelden und Amsteg gemeinsam? Auf den ersten Blick eigentlich gar nichts. Gut, beide Gemeinden haben ein Tier, das ihr Wappen ziert. Bei Oberentfelden ist es eine Ente, bei Amsteg ein Löwe. Aber damit hat sichs dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Und trotzdem gibt es etwas, das die beiden Orte verbindet, obwohl sie 114 Kilometer voneinander entfernt liegen: Das Frauen-Faustballteam Oberentfelden/Amsteg, das seit acht Jahren in der höchsten Schweizer Spielklasse aufläuft. Aber wie um alles in der Welt ist es zu dieser – zumindest geografisch gesehen – völlig verrückten Spielgemeinschaft gekommen und wie funktioniert diese?

Am Ursprung stehen Sabrina Siegenthaler und Michelle Fedier. Siegenthaler, die ursprünglich aus dem Kanton Thurgau kommt, jedoch seit elf Jahren in Oberentfelden spielt, und Fedier, die in Amsteg spielt und wohnt, lernten sich in der Schweizer U18-Nationalmannschaft kennen. Die beiden verstanden sich auf Anhieb und aus dieser Freundschaft entsprang die Spielgemeinschaft Oberentfelden/Amsteg.

Nur zusammen NLA-tauglich

Der Grund war einfach: Die Frauenequipen der beiden Vereine kämpften mit demselben Problem. Beide hatten zu wenige starke Spielerinnen, um in der höchsten Spielklasse zu bestehen. Also bündelten sie die Kräfte und traten 2006 erstmals gemeinsam an – damals spielten sie die Feldsaison unter dem Namen Amsteg und die Hallensaison für Oberentfelden.

Seit 2009 lautet die offizielle Bezeichnung der Spielgemeinschaft Oberentfelden/Amsteg. Von der ursprünglichen Mannschaft sind heute nur noch Sabrina Siegenthaler und Fabienne Fedier mit dabei. Der Rest der Equipe ist neu. Aber noch immer kommen drei Spielerinnen aus der Innerschweiz (Fabienne Fedier, ihre Schwester Jacqueline und Sabrina Huber) und drei aus dem Kanton Aargau (Sabrina Siegenthaler sowie Sara und Andrea Gerber).

Die Urnerinnen müssen reisen

Gemeinsam trainiert wird einmal pro Woche. Dabei ist es das Innerschweizer-Trio, das den beschwerlichen Weg nach Oberentfelden auf sich nimmt. «Früher trainierten wir noch zweimal gemeinsam. Der Aufwand war aber enorm gross. Deshalb gibt es mittlerweile nur noch ein gemeinsames Training und einmal trainieren wir in unserem Stammverein. Da wir aber seit Jahren zusammenspielen, funktioniert das trotzdem», sagt Sabrina Siegenthaler.

Und wie es funktioniert. Zweimal holte die Spielgemeinschaft den Schweizer-Meister-Titel (zuletzt 2013 in der Halle), dazu kamen drei silberne und drei bronzene Auszeichnungen. Auch in der am Sonntag beginnenden Hallenmeisterschaft haben die Frauen Grosses vor. «Wir wollen mindestens die Playoffs erreichen und dann ist alles möglich», so Siegenthaler. Zum Auftakt warten Rickenbach-Wilen und Neuendorf-Deitingen. «In diesen Duellen sind Siege Pflicht», gibt Siegenthaler die Marschrichtung vor. «Zu Beginn der Saison gewinnen zu müssen, ist aber nicht ganz einfach. Deshalb müssen wir uns auf unser Spiel konzentrieren und uns nicht der Spielweise der Gegnerinnen anpassen.»

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