Ringen
Nur goldenes Duo statt Quartett

Die herausragende Freiämter Leistung gelang Thomas Murer. Trainer Marcel Leutert zeigte sich wenig erstaunt über den Exploit des 29-jährigen Landschaftsgärtners. «Er hat sich seriös vorbereitet und den Titelgewinn ins Auge gefasst.»

Wolfgang Rytz, Diepoldsau
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Aargauer Zeitung

Ernsthafter Konkurrent war einzig Steven Graf. Der 20-jährige Kriessener ist neu die Nummer eins in der Klasse bis 66kg und tritt in zwei Wochen an der Europameisterschaft in Dortmund an. Davon liess sich Murer wenig beeindrucken. «In der Mannschaftsmeisterschaft endete das Duell 1:1. Deshalb glaubte ich an meine Chance.»

Dank guter Auslosung qualifizierte sich Murer problemlos für den Final. In diesem wählte er eine vorsichtige Taktik. Der nach einem Trainingslager müde Graf riskierte ebenfalls nichts. So kams in beiden Runden zu einer Verlängerung beim Stand von 0:0.

Murer hatte jeweils Losglück und damit Vorteil im Zwiegriff. Mit Glück und einem blitzschnell angesetzten Kopfklammergriff gewann er die erste Runde. Im zweiten Durchgang verlor Graf die Nerven und handelte sich beim Grifffassen einen Strafpunkt ein.

Zwei Enttäuschungen

Weniger gut gesinnt waren die Kampfrichter Pascal Gurtner. Nach klaren Niederlagen in der Nationalliga A gegen Mirko Moser war er drauf und dran, den Bündner in Diensten von Kriessern im 96-kg-Final zu schlagen. Wohl hatte Moser zuletzt in der Verlängerung den Vorteil im Zwiegriff, aber Gurtner befreite sich daraus.

Dennoch sprachen die Unparteiischen den Sieg Moser zu. «Ein falscher Entscheid», befand sogar der Freiämter Olympiakampfrichter Viktor Meier. An sich selber scheiterte Ivan Kron im Final bis
74kg.

Noch nie hatte er gegen den Hergiswiler Alen Kacinari in einem wichtigen Kampf verloren. Diesmal schien er zu siegessicher. Nach einer 1:0-Führung erwischte ihn der Luzerner mit einem Doppelbeinangriff. Kron riskierte alles, um den Ausgleich zu verhindern, und erlitt eine schmerzhafte Schulterniederlage.

Mehr Freude bereitete die Freiämter Silbermedaille von Reto Stadelmann. Bis 60kg war nur EM-Teilnehmer Urs Wild stärker. Der letztjährige 55-kg-Meister Thomas Wisler verlor gegen den abgehungerten Freiämter deutlich. Mit einer Fleissleistung kämpfte sich Sandro Vollenweider zu Bronze, nachdem er in der ersten Runde am 84-kg-Titelverteidiger Sandro Moser gescheitert war.

Die Freiämter Medaillenausbeute wertete Nadine Tokar auf. Trotz harter EM-Vorbereitung dominierte sie an den offenen Frauenmeisterschaften die 55er-Klasse nach Belieben und holte Gold. Im Aufwärtstrend befindet sich die zweite Aargauer Ringerhochburg, Thalheim. Diesmal reichte es aber noch nicht zu einem Podestplatz.