FC Aarau
Nur ein Punkt nach Gashi-Show: Aarau kassiert geringen Lohn für grossen Aufwand gegen Kriens

Trotz dominantem Auftritt kommt der FC Aarau vor heimischer Kulisse gegen den SC Kriens nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Dabei kann sich Shkelzen Gashi als Doppeltorschütze auszeichnen. Gemessen an den Spielanteilen dürfte er und seine Mitspieler mit dem Punktgewinn jedoch nicht zufrieden sein.

Ruedi Kuhn
Drucken
Teilen
Fast doppelt so viele Schüsse und trotzdem nur ein Unentschieden: Die Freude über das Doppelpack dürfte sich bei Shkelzen Gashi in Grenzen halten.
23 Bilder
Kriens-Trainer Bruno Berner entführt mit seiner Mannschaft einen Punkt aus dem Brügglifeld.
Donat Rrudhani ist mit dem Unentschieden nicht zufrieden.
Enttäuschte Miene bei Leon Bergsma nach der Partie.
Aussenverteidiger Bryan Verboom zeigt einmal mehr eine starke Partie.
Der FC Aarau bedankt sich bei den 50 Zuschauern.
Der SC Kriens macht dem FC Aarau das Leben schwer.
FCA-Trainer Stephan Keller versucht von der Seitenlinie Anweisungen zu geben.
Elsad Zverotic absolvierte die Partie über die volle Distanz.
Filip Stojilkovic versucht Schwung in die Offensive zu bringen.
Shkelzen Gashi spielt eine ziemlich starke Partie.
Kevin Spadanuda wird in der zweiten Halbzeit eingewechselt.
Shkelzen Gashi verbucht seinen zweiten Treffer per Penalty.
Kaum ist das Spiel wieder angepfiffen, schon liegt der Ball im Netz.
Der FC Aarau bringt in der ersten Halbzeit sechs Schüsse aufs Tor, Kriens dagegen nur zwei.
Die Aarauer versuchen den Krienser Spielaufbau früh zu stören.
Trotz deutlichem Chancenplus gelingt dem FC Aarau im ersten Abschnitt kein Tor mehr.
Tolle Geste für verletzten Mitspieler: Arijan Qollakus Trikot wird von Gashi und Co. hochgehalten.
Ausgleich nach 30 Minuten: Shkelzen Gashi trifft herrlich per Volley.
Rückschlag nach 8. Minuten für den FCA: Der SC Kriens geht entgegen dem Spielverlauf in Führung.
Der FC Aarau dominiert das Spielgeschehen ab der ersten Minute.
Auch Randy Schneider darf sich von Beginn weg beweisen.
Stephan Keller nimmt bei der Aufstellung erneut Änderungen vor: Marco Aratore darf von Beginn weg ran.

Fast doppelt so viele Schüsse und trotzdem nur ein Unentschieden: Die Freude über das Doppelpack dürfte sich bei Shkelzen Gashi in Grenzen halten.

freshfocus

Shkelzen Gashi erzielt nach gut einer halben Stunde mit einem spektakulären Seitfallzieher aus sieben Metern das 1:1 für den FC Aarau. Wow – was für eine Augenweide, dieser Treffer! Und dann: Der Stürmer klatscht kurz mit den Mitspielern ab und sprintet dann in Usain-Bolt-Manier Richtung Ersatzbank.

Tolle Geste nach dem 1:1-Ausgleichstreffer: Shkelzen Gashi präsentiert das Shirt des verletzten Arijan Qollaku.

Tolle Geste nach dem 1:1-Ausgleichstreffer: Shkelzen Gashi präsentiert das Shirt des verletzten Arijan Qollaku.

freshfocus

Dort überreicht ihm Stürmertrainer Petar Aleksandrov das FCA-Trikot mit der Nummer 22, Gashi hält es in die Höhe und zeigt es den 50 Zuschauern auf der Haupttribüne. Die Geste gilt Abwehrspieler Arijan Qollaku, der sich am vergangenen Freitag in Thun (0:1) einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen hat und bis Ende Saison ausfallen wird.

Ein rührendes Zeichen von Gashi: Damit aber nicht genug des Lobes für den 32-jährigen Goalgetter! Gashi war es auch, der zu Beginn der zweiten Halbzeit mit all seiner Cleverness einen Penalty herausholte und diesen eiskalt zum 2:1 verwertete. Es war im achten Spiel bereits der sechste Saisontreffer von Gashi. Mit dieser Ausbeute ist er der Topskorer der Challenge League.

Sechs Tore in acht Partien: Shkelzen Gashi ballert sich langsam in Form.

Sechs Tore in acht Partien: Shkelzen Gashi ballert sich langsam in Form.

freshfocus

Zwei individuelle Fehler führen zu Gegentoren

Dass es für den FC Aarau am Schluss trotz der Gashi-Show nur zu einem 2:2 und damit zu einem Punktgewinn reichte, war einerseits auf zwei Aussetzer in der Defensive zurückzuführen, anderseits auf die Tatsache, dass der Gegner, der SC Kriens, zumindest in Ansätzen zeigte, was er drauf hat. Das Team von Trainer Bruno Berner hatte einen Plan, betrieb einen minimalen Aufwand und überliess den Aarauern vollumfänglich das Spieldiktat, nutzte aber zwei Fehler des Gegners nach ruhenden Bällen resolut aus.

Der SC Kriens setzte seinen Plan gegen den FC Aarau perfekt um.

Der SC Kriens setzte seinen Plan gegen den FC Aarau perfekt um.

freshfocus

Aarau setzte von Beginn auf ­Offensive und hatte nach 45 Sekunden bereits die erste Grosschance: Nach einer Flanke von Bryan Verboom kam Randy Schneider fünf Meter vor dem Tor zum Abschluss. Die GC-Leihgabe scheiterte aus bester Position an Kriens-Torhüter Rafael Zbinden.

Aarauer hinterlassen zwiespältigen Eindruck

Statt 1:0 für Aarau hiess es sieben Minuten später 1:0 für die Zentralschweizer: Liridon Berisha köpfelte den Ball nach einem Corner von Enes Yesilcayr ins Netz. Die Aarauer waren nur kurz geschockt, ehe sie weiter powerten – und Gashi mit seinem spektakulären Tor das Highlight der Partie gelang.

Drei Tage vor dem Heimspiel gegen Leader GC hinterliess der FC Aarau einen zwiespältigen Eindruck. Offensiv wusste die Mannschaft von Trainer Stephan Keller wie so oft in dieser Saison zu gefallen, einzig die Chancenauswertung bleibt ein Problem.

Defensiv jedoch, genau gesagt bei ruhenden Bällen des Gegners, bleibt Aarau gegen Kriens vieles schuldig. Beide Gegentore fielen nach individuellen Fehlern, beim 0:1 patzte Startelf-Rückkehrer Zverotic, beim 2:2 Linksverteidiger Verboom.

Bruno Berner entführt mit dem SC Kriens einen Punkt aus dem Brügglifeld.

Bruno Berner entführt mit dem SC Kriens einen Punkt aus dem Brügglifeld.

freshfocus

Zu denken gibt auch die Tatsache, dass der FC Aarau nach einem Gegentreffer jeweils richtiggehend aus der Bahn geworfen wird. Nach dem 2:2 der Krienser musste die Mannschaft von Trainer Stephan Keller minutenlang unten durch. Kriens’ Starstürmer Abubakar spielte Aarau-Verteidiger Raoul Giger ein ums andere Mal Knoten in die Beine.

Das 2:2 bedeutet, dass der FC Aarau am Freitagabend als Fünftplatzierter auf Tabellenführer GC trifft. Die Zürcher machen derzeit alles andere als einen unwiderstehlichen Eindruck. Heisst: Ein FCA-Sieg gegen den Aufstiegsfavoriten ist kein Wunschdenken, sondern ein realistisches Ziel. Und er wäre ein erfolgreicher Abschluss des ersten Saisonviertels.

Das Telegramm

FC Aarau – SC Kriens 2:2 (1:1)


Brügglifeld. – 50 Zuschauer. – SR: Gianforte. – Tore: 8. Berisha 0:1. 31. Gashi (Rrudhani) 1:1. 48. Gashi (Foulpenalty) 2:1. 60. Yesilcayir 2:2.


Aarau: Enzler; Giger (86. Caserta), Thiesson, Bergsma, Verboom (86. Lujic); Jäckle; Aratore (54. Spadanuda), Zverotic, Schneider (63. Stojilkovic), Rrudhani; Gashi.


Kriens: Zbinden; Urtic, Berisha (88. Alessandrini), Souare, Costa; Sadrijaj; Ulrich, Yesilcayir (75. Mulaj), Mistrafovic (51. Kukeli), Djorkaeff (46. Follonier); Abubakar.


Bemerkungen: Aarau ohne Misic (gesperrt), Schindelholz (krank), Balaj, Hajdari, Hammerich, Peralta, Qollaku, Thaler (alle verletzt) und von Arx (nicht im Aufgebot). Kriens ohne Aliu, Brügger, Busset, Dieng, Fanger, Maloku und Tadic (alle verletzt). – Verwarnungen: 32. Urtic, 75. Costa (beide Foulspiel).

Das sind die Noten:

Simon Enzler: Note 4,5 Bei beiden Gegentoren machtlos. Ansonsten stabil in seinen wenigen Aktionen.
15 Bilder
Raoul Giger: Note 4 60 Minuten lang defensiv tadellos und offensiv mit Akzenten – nach dem 2:2 wie verwandelt, sprich von der Rolle.
Jérome Thiesson: Note 5 Dass Kriens aus dem Spiel heraus keine Torchancen hat, daran hat auch der Routinier grossen Anteil.
Léon Bergsma: Note 5,5 Der Holländer erneut mit einem Top-Auftritt: Stellungsspiel, Zweikampfverhalten, Antizipation, Spielauslösung – alles überragend.
Bryan Verboom: Note 4,5 Bis zur Pause reiht er einen Rush an den anderen. Nach dem Seitenwechsel verlassen ihn – verständlicherweise – die Kräfte.
Olivier Jäckle: Note 5 Auf hohem Level, ehe ihm in der Schlussphase die Konzentration abhanden geht.
Marco Aratore: Note 4,5 Nach schwachen 20 Minuten setzt er einige Akzente. Auch mit guten Standards.
Randy Schneider: Note 4 Startelf-Debüt für die GC-Leihgabe. Muss nach 45 Sekunden zum 1:0 treffen. Technisch auf hohem Niveau, muss robuster und gedankenschneller werden.
Elsad Zverotic: Note 4 Nach vier Spielen wieder in der Startelf. Verliert beim 0:1 Torschütze Berisha aus den Augen. Der Rest ist okay.
Donat Rrudhani: Note 4,5 Versprüht viel Selbstvertrauen. Herrliche Flanke vor dem 1:1 auf Gashi. Manchmal zu ballverliebt.
Shkelzen Gashi: Note 5,5 Zwei Tore, einen Penalty herausgeholt – Gashi liefert erneut ab und ist die überragende Figur.
Kevin Spadanuda: Note 4 Kommt in der 54. Minute für Aratore, bleibt unauffällig.
Filip Stojilkovic: Note 4 Kommt in der 63. Minute für Schneider. Ackert glücklos.
Stevan Lujic: Keine Note Kommt in der 86. Minute für Verboom. Ohne Note.
Falvio Caserta: Keine Note Kommt in der 86. Minute für Giger. Ohne Note.

Simon Enzler: Note 4,5 Bei beiden Gegentoren machtlos. Ansonsten stabil in seinen wenigen Aktionen.

Sarah Rölli

Das sind die Stimmen:

Spiel verpasst? Lesen Sie hier den Verlauf im Liveticker nach:

Aktuelle Nachrichten