Eishockey
Nur ein Hockeywunder kann den Argovia Stars jetzt noch helfen

Den Argovia Stars droht zwei Partien vor Schluss der Masterround das vorzeitige Saisonende in der 1. Liga. Sportchef Peter Hofmann blickt dennoch positiv in die Zukunft.

Rainer Sommerhalder
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Argovia-Sportchef Peter Hofmann blickt positiv in die Zukunft. AWA/ARCHIV

Argovia-Sportchef Peter Hofmann blickt positiv in die Zukunft. AWA/ARCHIV

Foto Wagner

Auch wenn die Aarauer heute gegen den Tabellenletzten Belp gewinnen, müssen sie auf fremde Hilfe hoffen. Siege der ambitionslosen Adelboden und Belp gegen Brandis oder zwei hohe Niederlagen von Unterseen-Interlaken sind die einzigen Varianten, die noch zu einem Aargauer Hockeywunder führen können. Realistisch ist dies nicht. Sportchef Peter Hofmann sagt, wie es zu dieser ungemütlichen Situation gekommen ist.

Peter Hofmann, wann verpassten die Argovia Stars zum letzten Mal die Playoffs?

Peter Hofmann: Wir sind Ende der Neunzigerjahre mit Trainer Noldi Lörtscher in die 1. Liga aufgestiegen. So weit ich mich erinnern kann, haben wir uns seither immer für die Playoffs qualifiziert.

Wie schlimm wäre das vorzeitige Saisonende?

Sportlich sicher schlimm, aber kein Weltuntergang. Auch finanziell nicht. Wir wussten bereits anfangs Saison, dass es eine Gratwanderung sein würde. Wir sind mit einer sehr jungen Mannschaft, mit einem neuen Trainer und mit einem neuen Spielsystem in die Meisterschaft gestartet. Dazu mussten wir auf der Torhüterposition Kompromisse eingehen. Nach mehreren Topgoalies in den letzten Jahren setzten wir auch bei dieser Schlüsselposition auf ganz junge Leute. Das ist immer ein gewisses Risiko. Mit etwas Glück würden wir jetzt auf einem Playoff-Platz stehen. Wir haben über alle Spiele gesehen mehr Schüsse aufs Tor abgegeben, als der Gegner auf unseres.

Mit Daniel Meier engagierten die Argovia Stars einen ehemaligen Nationalspieler als Trainer. Was hat er falsch gemacht?

Dani Meier hat gar nichts falsch gemacht. Bei seiner Verpflichtung stand das Kader bereits. Wir stiegen beispielsweise nur mit fünf Verteidigern in die Saison. Ich als Sportchef hatte ein gewisses Budget, um ein Team zusammenzustellen. Und wir haben uns bewusst für einen etwas teureren Trainer entschieden und dafür auf den einen oder anderen Transfer verzichtet. Ich bin der Meinung, unter ihm hat die Mannschaft spielerisch riesige Fortschritte gemacht. Auch die Spieler schätzen, wie der Trainer mit ihnen umgeht. Bei Meier zählen keine Namen, nur Leistung.

Dann plant man weiter mit ihm?

Wir haben seinen Einjahresvertrag vorzeitig verlängert. Der Zeithorizont für unser Konzept, mit eigenen und jungen Spielern eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, beträgt drei bis vier Jahre. Auch seine Vorgänger Noldi Lörtscher und Patric With benötigten diese Zeit, bis sich der Erfolg wirklich einstellte. Man darf nicht vergessen, für die Mannschaft war es auf diese Saison hin ein grössere Kulturveränderung.

Was sind die Lehren für die Zukunft?

Vieles machen wir nicht falsch. Das zeigt sich auch darin, dass unsere jungen Spieler auf dem Transfermarkt sehr beliebt sind. Ich schätze, dass unser Team in zwei bis drei Jahren in den Top 3 dieser Gruppe mitspielen kann, wenn wir unseren Weg konsequent weiterverfolgen. Dani Meier wird in der nächsten Saison auch für die Junioren und die zweite Mannschaft verantwortlich sein. Wenn alle nach der gleichen Spielphilosophie agieren, ist die Integration in die erste Mannschaft später einfacher.