Apropos
Nur ein Fünf-Minuten-Schwätzchen für FCA-Spieler Sven Lüscher

Noch vor kurzem war Sven Lüscher im Team des FC Aarau eine feste Grösse. Doch unter Trainer Marco Schällibaum hat er seinen Stammplatz verloren. Trotzdem hätte Lüscher von der FCA-Führungsriege mehr Wertschätzung verdient.

Ruedi Kuhn
Drucken
Sven Lüscher ist beim FC Aarau nur noch Ersatzspieler.

Sven Lüscher ist beim FC Aarau nur noch Ersatzspieler.

Chris Iseli (Chris Iseli)

Erinnern Sie sich an Sven Lüscher? Was für eine provokative Frage: Natürlich erinnern Sie sich an Sven Lüscher! Es ist noch gar nicht lange her, da galt der Mittelfeldspieler des FC Aarau als Meister der ruhenden Bälle. Lüscher schoss alle Freistösse. Lüscher schoss alle Eckbälle. Lüscher schoss den einen oder anderen Treffer. Lüscher war eine Teamstütze.

Klingt alles schön und gut! Aber seit kurzer Zeit ist es vorbei mit der Herrlichkeit. Lüscher hat beim FC Aarau zwar noch einen Vertrag bis 2017, aber seine Einsätze sind selten, sehr selten geworden. Unter der Führung von Trainer Marco Schällibaum sitzt Aaraus Nummer 14 meistens auf der Ersatzbank.

Lüscher möchte seinen Vertrag nach eigener Aussage trotz der ungeliebten Reservistenrolle erfüllen. «Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste», erklärt der 32-Jährige, «aber vor der Saison 2016/17 werden die Karten neu gemischt. Vielleicht bekomme ich dann wieder die eine oder andere Chance.»

Es ist aller Ehren wert, dass Lüscher in der für ihn schwierigen Situation positiv bleibt. Muss er auch: Schliesslich geht es für ihn nicht nur ums Sportliche, sondern auch ums Finanzielle. Trotzdem: Lüscher scheidet die Geister.

Seine Zukunft ist im Umfeld des FC Aarau längst zum Thema geworden. Der Eine oder Andere fordert den Rücktritt des schwächelnden Routiniers. «Was machen wir denn mit Dir?», fragte Raimondo Ponte Lüscher unlängst in einer Unterredung unter vier Augen. Eine Unterredung,
die gerade mal fünf Minuten dauerte.

Kein Zweifel; Ponte macht als Sportchef des FC Aarau einen guten Job. Er ist
ein Profi. Durch und durch. Was das Menschliche betrifft, hat der 61-Jährige aber Steigerungspotenzial. Lüscher hat mehr Beachtung verdient als ein kurzes Schwätzchen. So speist man einen verdienstvollen Spieler nicht ab.

Es ist gut, dass sich Aaraus Trainer Marco Schällibaum im heiklen Fall zu Wort meldet. Schällibaum will mit dem Sorgenkind in den nächsten Tagen ein Gespräch führen. Man darf gespannt sein, was rauskommen wird. Eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung scheint auf den ersten Blick allerdings in weiter Ferne.

Aktuelle Nachrichten