Die gute Nachricht vorab: Die Nachfolger von Fabian Cancellara und Silvan Dillier stehen in den Startlöchern. Mit Reto Müller und Marc Hirschi konnten Schweizer Junioren den GP Rüebliland in den vergangenen beiden Jahren gewinnen. In den letzten 40 Jahren ist es nur neun Mal vorgekommen, dass Schweizer Junioren am Schluss zuoberst auf dem Treppchen der Vieretappenfahrt standen. Vor Müller und Hirschi kam es noch einmal vor, dass an zwei aufeinanderfolgenden Jahren Schweizer gewannen: 1997 mit Sandro Güttinger und 1998 mit Xavier Pache.

Junioren-Nationaltrainer Thomas Scheurer sagt denn auch: «Die letzten beiden Jahre waren mit Blick auf die Schweizer Junioren ausserordentlich. Alleine 2016 hatten wir sieben potenzielle Siegfahrer, die sich auch persönlich gut verstanden und deshalb als Mannschaft bestens funktionierten.» Mit dem Wechsel in die nächsthöhere Kategorie habe die Leistungsdichte im Schweizer Team heuer zwar etwas abgenommen.

Gute Chancen für das Schweizer Nationalteam

Aber: «An den Bahnweltmeisterschaften in Monichiari ist der Vierer in der Mannschaftsverfolgung vor einer Woche einen neuen Schweizer Rekord gefahren. Drei von ihnen – Mauro Schmid, Valère Thiébaud und Alex Vogel – starten mit guten Chancen im Schweizer Nationalteam am GP Rüebliland. Dazu kommt Scott Quincey, der mit dem Bahnvierer EM-Dritter geworden ist», erklärt Scheurer.

Er rechnet damit, dass vor allem die Norwerger vor ihrer Heim-WM Ende September in Bergen ein starkes Team stellen werden. Andreas Leknessund habe Ende Mai bereits in beeindruckender Weise die Waadtland-Rundfahrt gewonnen. Immer stark fahren zudem die Dänen. Auch den Engländer Thomas Pidcock – er gewann bereits die Quer-WM und ist Sieger des Juniorenrennens Paris-Roubaix – hat Scheurer auf der Rechnung, wie auch den starken italienischen Sprinter Davide Ferrari. «Sollte das Wetter tatsächlich wie vorhergesagt nass und kalt werden, sind die Nordländer im Vorteil», ist Scheurer überzeugt.