Die erste von vier Partien der Swiss Curling League A, die am Wochenende in Arlesheim BL ausgetragen wurden, ist irgendwie exemplarisch. Lange Zeit neutralisieren sich die Teams von Aarau und Zug I gegenseitig. Den vorletzten Abschnitt entscheiden die Innerschweizer mit 2:0 für sich und gewinnen den Match schliesslich mit 3:1. «Ein Fehlstein im 9. End war ausschlaggebend», ärgert sich Michael Müller. Der Skip vom Curling-Club Aarau macht gleichzeitig darauf aufmerksam, dass «auf diesem Niveau Kleinigkeiten entscheidend sind».

Die Aarauer, die in Arlesheim keinen Punkt holen, spielen seit dieser Saison in der höchsten Liga und tun dies nach eigener Einschätzung ganz gut. «Wir haben uns vorgenommen, kein Kanonenfutter zu sein. Das klappt bisher prima», sagt Michel Harcuba. Sein Skip stimmt zu: «Gemessen an unserem Aufwand kann sich der Outcome definitiv sehen lassen!»

Denn im Gegensatz zu Teilen der nationalen Konkurrenz, die Curling beinahe auf professionellem Niveau betreibt, sind die Aarauer reine Hobbysportler. Alle sind berufstätig und versuchen zweimal pro Woche gemeinsam auf dem Eis zu stehen. Aus diesem Grund setzt man sich beim CCA auch nicht die Finalrunde, welche die besten vier Teams sowie die bereits qualifizierten Genf und Adelboden Mitte Februar in Schaffhausen bestreiten, als Ziel. «Wir wollen einfach so gut wie möglich sein», so Michael Müller.

Fortschritte dank starker Gegner

Die Mannschaft ist altersmässig gut durchmischt. Mark Suter, der eigentliche Skip, der derzeit wegen einer Bänderverletzung ausfällt, Michael Müller und Daniel Gubler (Third) sind Routiniers, während Mike Laub (Second) und Roman Ott auf diese Saison hin den Sprung von den Junioren ins Fanionteam geschafft haben. Der 26-jährige Harcuba, der den First im Wechsel mit Ott gibt, fühlt sich beiden Lagern zugehörig.

Coach Mike Müller, der mit Michael Müller nicht verwandt ist – «und auch nicht ‹Der Bestatter› ist», wie Gubler augenzwinkernd anmerkt – freut sich besonders über die Entwicklung von Laub und Ott in den letzten Monaten: «Sie haben beide einen Leistungssprung gemacht.» Dies sei auch dem Aufstieg in die oberste Spielklasse zu verdanken. «Gegen starke Gegner ist die Motivation grösser – und damit auch die Fortschritte», weiss der Coach. Dementsprechend sieht er der Zukunft optimistisch entgegen. «Wir haben hier ein gutes Projekt am laufen.»

Dass es die Fortschritte den CCA-Männern dereinst ermöglichen werden, ebenso grosse Erfolge zu feiern wie das Frauenteam, glauben die Curler nicht. Allerdings spüren sie diesbezüglich auch keinen Druck. «Man kann uns nicht mit den Frauen vergleichen. Ihre Liga hat weniger Teams, zudem ist bei ihnen mehr Geld vorhanden», sagt Mike Laub. Auch wenn ein Meistertitel «Nice to have» (Michael Müller) wäre, es sind simplere Motive, welche die Aarauer aufs Eis locken. «Wir haben einfach Spass am Curling.»