FC Aarau
Noch ist Trainer Sven Christ kein Thema

Gefangen in der Negativspirale – der FC Aarau verliert gegen Aufsteiger Vaduz 0:1. Die Aarauer standem nach einem frühen Platzverweis gegen Captain Burki auf verlorenem Posten.

François Schmid-Bechel (Text) und Patrick Haller (Ticker)
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Abstiegsknüller FC Aarau - FC Vaduz
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Schiedsrichter Erlachner zeigt Aaraus Mittelfeldspieler Sandro Burki die Rote Karte – eine harte Entscheidung.
Für Captain Sandro Burki ist der Arbeitstag nach 37 Minuten bereits zu Ende.
Pascal Schürpf (links) feiert sein Tor zum 1:0.
Prellball zwischen dem Aarauer Igor Nganga und Philipp Muntwiler.
Der eingewechselte Frank Feltscher versucht sich gegen Florian Stahel durchzusetzen.
Einsatz total: Kim Jaggy (links) und der Vaduzer Franz Burgmeier im Kampf um den Ball.
Luca Radices Flanke findet leider keinen Abnehmer.
Der Aarauer Sven Lüscher kann sich gegen eine Vaduzer Übermacht nicht durchsetzen.
Hartes Einsteigen des Vaduzers Manuel Sutter im Luftkampf gegen Juan Pablo Garat.
Kim Jaggy stolpert Vaduz-Captain Franz Burgmeier davon.

Abstiegsknüller FC Aarau - FC Vaduz

Keystone

Neun Spiele, drei Punkte – das ist die triste Bilanz des FC Aarau. Es ist eine Bilanz des Grauens. Eine Bilanz auch, die Trainerdiskussionen befeuert. Aber beim FC Aarau will man jetzt davon noch nichts wissen. Ist das richtig?

Zerfallserscheinungen im Spätherbst

Der Niedergang des FC Aarau begann mit dem 0:1 gegen den FC Zürich und dem brutalen Foul von Sandro Wieser an Gilles Yapi. Was danach auf den FC Aarau eingeprasselt ist, hat den Klub überfordert. Da war kein Konzept erkennbar, wie man nach aussen kommuniziert. Es schien, als würde jeder zum Einzelkämpfer. Was folgte, waren lamentable Vorstellungen gegen die Konkurrenten aus Luzern (0:3) und Vaduz (0:1). Kurz: Der FC Aarau offenbarte zum Ende der Vorrunde Zerfallserscheinungen.

Trotzdem war es richtig, mit Trainer Sven Christ in die Rückrunde zu starten. Und es war auch richtig, einen Stürmer (Petar Sliskovic) und einen Innenverteidiger (Richard Magyar) zu verpflichten. Aber: Der zweikampfstarke Mittelfeldspieler, der Antreiber mit Wasserverdrängung, der Leader in der Schaltzentrale, an dem sich die Mannschaft auch in schwierigen Situationen orientieren kann, wurde nicht gefunden.

Sandro Burki ist auch nach bald neun Jahren beim in Aarau noch nicht so weit, diese Rolle auszufüllen. Gestern startete er zwar für einmal aggressiv ins Spiel. Der Captain wurde schon in der 7. Minute verwarnt. Kassierte aber schon in der 36. Minute die zweite gelbe Karte, wobei Schiedsrichter Pascal Erlachner in diesem Fall die Toleranzgrenze tief hielt. Denn wäre er seiner Linie treu geblieben, hätte er auch dem Vaduzer Naser Aliji in der 54. Minute die gelb-rote Karte zeigen müssen.

Trainer raus?

Zurück zur Trainerfrage: Sven Christ ist mit einer verstärkten Mannschaft in die Rückrunde gestiegen. Aber der Befreiungsschlag ist ausgeblieben. Gegen ein schlechtes Thun reichte es vor einer Woche zu einem 1:1. Und nun die herbe 0:1-Niederlage im kapitalen Spiel gegen den FC Vaduz. Zur Erinnerung: In drei Spielen gegen den Aufsteiger resultierte für Aarau nur ein Punkt. Trainer raus?

Nein. Auch wenn es phasenweise schwer verdaulich war, dem FC Aarau zuzuschauen, offenbarte er keine Zerfallserscheinungen. Noch kommen die Aarauer zu Chancen. Noch stimmt das Engagement. Noch erreicht der Trainer die Mannschaft. Der Zeitpunkt für einen Trainerwechsel ist noch nicht gekommen, weil die Gefahr besteht, dass ein solcher Einschnitt die Mannschaft noch mehr destabilisieren würde.

«Die Art und Weise, wie wir auftreten, gibt mir Mut», sagt Christ. «Wir sind weit vom Niedergang entfernt. Auch bin ich weit davon entfernt, die Nerven zu verlieren. Es kommt selten vor, dass ein Gegner mit so wenig Aufwand so viel Ertrag erzielt. Kurz: Wir waren die bessere Mannschaft.»

Das ist seine Sicht und er dachte dabei sicher auch an die beiden Pfostenschüsse von Igor Nganga und Luca Radice. Die Analyse des Vaduzer Siegtorschützen Pascal Schürpf lautete: «Wir waren die bessere Mannschaft und haben deshalb verdient gewonnen.» Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Es ist richtig, dass Christ weitere Chancen erhält, um am Turnaround zu werkeln. Aber die nächsten Aufgaben haben es in sich. Am Sonntag spielt der FC Aarau in Luzern. Und am 28. Februar auswärts gegen den FC Zürich. Schafft er bis dann die Wende nicht, wird spätestens der Heimauftritt gegen St. Gallen zum Schicksalsspiel für Christ.

Aarau - Vaduz 0:1 (0:0)

Brügglifeld. - 3778 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tor: 72. Schürpf (Lang) 0:1.

Aarau: Mall; Nganga, Jäckle, Garat, Jaggy; Burki, Mlinar; Radice, Costanzo (72. Senger), Djuric (46. Lüscher); Sliskovic (77. Feltscher).

Vaduz: Jehle; Von Niederhäusern, Stahel, Grippo, Aliji; Muntwiler, Hasler; Sutter, Neumayr (91. Kryeziu), Burgmeier (66. Lang), Ciccone; Sutter (59. Schürpf).

Bemerkungen: Aarau ohne Andrist, Wieser (beide gesperrt) und Gauracs und Thaler (beide verletzt). Vaduz ohne Cecchini, Untersee und Pergl (beide verletzt). Pfostenschüsse: 9. Nganga, 48. Radice (Freistoss). Platzverweis: 37. gelb-rote Karte gegen Burki (Foul). Verwarnungen: 7. Burki (Foul), 47. Aliji (Hands), 68. Neumayr (Foul), 80. Garat (Foul).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

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