NLB-HANDBALL
Wegen Corona-Nachwirkungen: Der TV Möhlin verschiebt den Neustart in die Meisterschaft

Weil nach der Quarantäne beim TV Möhlin zwei Leistungsträger noch immer ausfallen, findet das Ligaspiel gegen Gossau erst nächste Woche statt. Daneben steht fest, wie die Saison in der NLB zu Ende gebracht werden soll – und eine Neuerung wird bekannt.

Frederic Härri
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Die Handballer des TV Möhlin greifen erst am kommenden Mittwoch wieder ins Spielgeschehen in der Nationalliga B ein.

Die Handballer des TV Möhlin greifen erst am kommenden Mittwoch wieder ins Spielgeschehen in der Nationalliga B ein.

Alexander Wagner

Der TV Möhlin ist zurück. Zurück in der Halle, zurück im Training. Zurück aus der Quarantäne, in die man die Handballer schickte, nachdem vier Spieler, der Trainer und der Sportchef positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Und beinahe hätte der TV Möhlin am Samstag, zum Neustart in die Nationalliga B, wieder auf der Platte gestanden. Doch die Möhliner müssen sich noch etwas länger gedulden: Das Auswärtsspiel bei Fortitudo Gossau wird verschoben.

Auch in Möhlin erfahren sie in diesen Tagen, dass nicht jeder junge Mensch die Folgen einer Corona-Erkrankung ohne Mühe wegsteckt. Einer der Spieler befindet sich in Isolation, ein weiterer trainiert nicht, weil er sich nach der Infektion noch immer schwach und matt fühlt. Für Möhlin, den derzeitigen Zehnten der NLB, sind Ausfälle zweier Leistungsträger nur schwer zu verkraften. Weshalb der Verein versuchte, Zeit zu gewinnen, und sich beim nächsten Gegner nach einer Spielverschiebung erkundigte. Gossau willigte ein, und nun stehen sich die Mannschaften erst am kommenden Mittwoch gegenüber.

Die Skepsis gegenüber Schnelltests ist verflogen

So erzählt das Simon Mahrer, der Präsident des TV Möhlin, am Telefon. Nebenbei hat Mahrer eine weitere Neuigkeit zu verkünden. «Ab sofort führt jede NLB-Mannschaft vor ihren Spielen Schnelltests durch», sagt er und unterstreicht die Verbindlichkeit seines Satzes, indem er das Wort «obligatorisch» anfügt.

Simon Mahrer, Präsident des TV Möhlin.

Simon Mahrer, Präsident des TV Möhlin.

zvg / Fricktal

Die 14 Vereine der NLB haben sich darauf verständigt, man folgt dem Beispiel der Nationalliga A, bei denen Schnelltests bereits zum Standard gehören. Anfänglich stand ein Grossteil der NLB-Klubs der Idee des Schnelltestens skeptisch gegenüber. Zu teuer, zu ungenau, zu aufwendig, so die Argumente. Vor wenigen Monaten war das, nun sei die Meinung umgeschlagen, sagt Mahrer. Die Vereine möchten mit regelmässigen Tests Infektionsquellen früh erkennen und ein Quarantäne-Szenario à la Möhlin tunlichst vermeiden. Und: «Schnelltests sind günstiger, anerkannter und besser geworden.»

Um den Aufstieg wird gespielt – um den Abstieg nicht

Derweil gibt der Schweizer Handballverband auf Anfrage bekannt, wie die Meisterschaft in der NLB zu Ende geführt werden soll. In den nächsten Wochen werden die restlichen Partien ausgetragen, so dass jede Mannschaft 13 Spiele absolviert hat. Anschliessend bestreiten die ersten Sechs eine Einfachrunde, um die besten zwei Teams zu ermitteln. Diese Mannschaften machen in einem Final mit Hin- und Rückspiel den Aufsteiger unter sich aus.

Die verbliebenen acht Teams werden in einer Abstiegsrunde gegeneinander antreten. Fest steht aber: Einen Absteiger wird es dieses Jahr nicht geben, da die Meisterschaften in den unteren Ligen nicht mehr aufgenommen werden. Offen ist, ob eine Mehrheit der acht betroffenen NLB-Klubs unter diesen Umständen Lust auf den Saisonausklang verspürt. Darüber wird zeitnah in einer Konferenz abgestimmt – virtuell, versteht sich.