Handball
NLA-Modus zu spät gefunden: Suhr Aarau unterliegt im Startspiel St. Otmar 27:29

Der HSC Suhr Aarau hat das erste Spiel nach dem Wiederaufstieg in die Nationalliga A gegen St. Otmar St. Gallen mit 27:29 verloren.

Jörg Greb
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Beau Kaegi (Suhr).
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HSC Suhr - Otmar SG
Suhrs neuer Trainer Misha Kaufmann
Steva Kurbalija (vorne, Suhr).
Tim Aufdenblatten (rechts, Suhr) gegen Tobias Wetzel (links, Otmar).
Mihailo Radovanovic (links, Suhr) gegen Benjamin Geisser (rechts, Otmar).

Beau Kaegi (Suhr).

Alexander Wagner

Der erste Gegner, der auf den Aufsteiger wartete, war mächtig. Die Playoffs, eine Klassierung unter den besten Vier haben die Ostschweizer als Zielsetzung ausgegeben. Klar deshalb auch, dass die Equipe von Predrag Perkovic beim HSC Suhr Aarau einen Sieg anstrebte, auch wenn sie viele Veränderungen im Kader hinnehmen musste. Und so entwickelte sich die Partie anfänglich ganz den Vorgaben entsprechend. Nach dem 1:1 in der dritten Minute zogen die St. Galler weg. Noch keine zehn Minuten waren gespielt, und es stand 3:6.

Doch so leicht distanzieren lassen wollte sich der Heimklub nicht. Eigengewächs Tim Aufdenblatten und zwei Mal Stevan Kurbalija mittels Siebenmeter trafen zum Gleichstand. Die Freude hatte kurz Bestand. Fortan pendelte der Rückstand des Heimklubs zwischen einem und vier Toren. Zur Pause waren es noch zwei. Damit war Suhr Aarau noch gut bedient. Es fehlte nämlich die Dynamik, das Tempo, der entschlossene Zug in Richtung Tor.

Anlaufschwierigkeiten beim HSC

Sportchef Guido Frei brachte es als Beobachter aus etwas Distanz auf einen Nenner: «Wir hatten nicht gemerkt, dass wir nun bereit sein sollten für die höchste Liga und nicht für die Nationalliga B.» Der Eindruck änderte in der zweiten Hälfte. Mehr Tempo kam ins Spiel. Die offensivere Deckung des HSC bereitete den Gästen mehr Mühe. Und zwischen der 35. und 40. Spielminute ereignete sich Erstaunliches: vom 15:20 wandelte sich der Spielstand auf 20:20. Plötzlich schien nun wieder alles möglich. Das schnelle Spiel, oft mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des starken Torhüters Mihailo Radovanovic machte sich bezahlt. Zur Wende kam es aber nicht. In den nächsten zehn Minuten gab es noch drei Mal Gleichstand. In Führung ging der HSC Suhr Aarau aber nie. Auch nicht als Torhüter Radovanovic einen Siebenmeter des zuvor überragenden Ondrej Zdrahala parierte. In den letzten fünf Minuten fehlte dem engagierten Heimklub die Frische, spielerisch und mental. Zu oft scheiterten die Gastgeber am St. Galler Goalie. «Über die ganze Partie verstanden wir es nicht, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten», brachte es Coach Mischa Kaufmann auf den Punkt.

Beste Schützen beim HSC waren Kurbalija mit sieben Treffern (4 Penalties), Tim Aufdenblatten mit sechs und der neue Linkshänder Djordie Golubovic mit fünf. Pech hatte Flügelspieler Beau Kägi, der fünf Minuten vor Schluss bei einem Gegenstoss mit Otmar-Torhüter Michal Shejbal zusammenstiess und

benommen aus der Halle getragen werden musste. Er zog sich eine Kieferverletzung zu. Zu hoffen bleibt, dass die HSC-Spieler den NLA-Modus nun gefunden hat und in den folgenden Partien keine Rhythmusprobleme zeigen.

Suhr Aarau - St. Otmar St. Gallen 27:29 (14:16)

410 Zuschauer. - SR Bär/Süess. - Strafen: je 3mal 2 Minuten.

Suhr Aarau: Radovanovic, Locatelli (für 1 Penalty); Golubovic (5), Kaufmann, Prachar, Romann (4), Aufdenblatten (6), Kurbalija (7/4), Kägi (4), Strebel (1), Vilstrup.

St. Otmar St. Gallen: Kindler/Shejbal (ab. 40.); Hörler, Gwerder (1), Cemas (3), Geisser (8/1), Rauch, Zdrahala (10/4), Wetzel (1), Kaiser (1), Banic (3), Milovic (2).

Bemerkungen: Verhältnis verschossener Penaltys 1:1.