Ringen
NLA-Mannschaft mit Randy Vock gewinnt alle bisherigen Kämpfe

Nur von Glück zu reden, wäre beim 18-jährigen Freiämter Leichtgewichter unangemessen. Der Niederwiler Randy Vock liegt in der Einzelrangliste mit 27:0 Mannschaftspunkten an der Spitze von 93 NLA-Ringern.

Wolfgang Rytz
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Auch Freiamts Sieg-Ringer Randy Vock (rechts) steht in Hergiswil vor einer Bewährungsprobe.

Auch Freiamts Sieg-Ringer Randy Vock (rechts) steht in Hergiswil vor einer Bewährungsprobe.

Wolfgang Rytz

«Eine solche Bilanz hätte ich nicht erwartet», gesteht der Kaminfeger im dritten Lehrjahr. Doch er wolle fürs Team immer das Maximum herausholen.

Erschwerend kam hinzu, dass der 60-kg-Athlet in der Vorrunde fünfmal griechisch-römisch zu kämpfen hatte. Vock ist Freistilspezialist. Aber mit Andrej Malzew und Olympiaringer Reto Bucher verfügt die Aargauer Ringerhochburg über erstklassige Greco-Lehrmeister. «Diese Stilart ist für mich eine Pflicht. Doch wenn ich auf die Anweisungen der Trainer höre, kommts gut», erklärt der talentierte Reusstaler.

Vom Reck auf die Ringermatte

Schon Randy Vocks Vater war ein Ringer. Dennoch versuchte sich der leichtgewichtige Filius zuerst im Kunstturnen. Nach einem kurzen Abstecher zu den Fussballern entdeckte er als 13-Jähriger den Mattensport. Zwei Jahre später feierte er den ersten Jugend-Schweizer-Meistertitel. Inzwischen ist er bei sechs Goldmedaillen angelangt. In der Klasse bis 60 kg ist er Junioren-Doppelmeister. International feierte er im Sommer mit dem Sieg am Grossen Preis von Baden-Württemberg seinen ersten grossen Erfolg.

Wie jeder andere talentierte Sportler träumt Vock von einer Olympiateilnahme. Als Vorbild im Klub dient ihm Greco-Ringer Pascal Strebel. Im Vordergrund stehen vorläufig aber andere Ziele. Spontan sagt der Niederwiler, dass für ihn im nächsten Sommer eine gute Lehrabschlussprüfung wichtig sei. Dann werde er schauen, ob er noch intensiver auf den Sport setzen könne. Zurzeit trainiert Randy Vock dreimal pro Woche auf der Matte. Hinzu kommt Ausdauertraining auf dem Bike oder auf dem Hometrainer.

Im Spitzenkampf gegen Hergiswil, in dem sich Freiamt Rang 1 nach der Qualifikation sichern könnte, steht Vock vor einer brisanten Aufgabe. Die Luzerner Hinterländer haben wieder den Freiburger Routinier Pascal Jungo zugezogen. Gegen diesen verlor er im letztjährigen Halbfinal knapp. «Da habe ich eine Rechnung offen», sagt das Jungtalent kämpferisch. Die Favoritenrolle liege bei Jungo. «Aber ich rechne mir eine Chance aus, wenn ich konzentriert zur Sache gehe.» Freiamt ist auf einen Sieg Vocks angewiesen, denn der dreifache Finalverlierer Hergiswil verfügt in dieser Saison über ein noch kompakteres Team. Dank des 23:15-Vorrundensieges liegen die Vorteile auf Aargauer Seiten.

Bei einer knappen Niederlage müsste Freiamt zum Abschluss der Qualifikation Meister Kriessern nochmals schlagen. Der Kampf in der Hergiswiler Steinacherhalle beginnt um 20 Uhr.