NLA-Handball
Wieder trifft es Tim Aufdenblatten: Der HSC-Spielmacher bricht sich die Hand und fällt bis Ende Jahr aus

Auf der Europacup-Reise in Österreich hat sich der Co-Captain einen Mittelhandbruch zugezogen – nun muss er operiert werden. Es ist nicht Aufdenblattens erste Verletzung in dieser Saison.

Frederic Härri
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Das Europacup-Hinspiel gegen Krems war Aufdenblattens vorläufig letztes Spiel für den HSC. Bis Ende Jahr wird er nur Zuschauer bleiben.

Das Europacup-Hinspiel gegen Krems war Aufdenblattens vorläufig letztes Spiel für den HSC. Bis Ende Jahr wird er nur Zuschauer bleiben.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Tim Aufdenblatten wohnte dem Drama als Zuschauer bei. Der 25-Jährige sass auf der Tribüne und sah, wie sich seine Mannschaft aufopferungsvoll in diese Partie zurückkämpfte. Wie sie verlor und doch gewann. Am Ende stürmte auch er auf die Platte, hüpfte und jubelte ausgelassen über diesen Erfolg im Europacup. «Das Weiterkommen bedeutet der Mannschaft sehr viel», sagte der Co-Captain des HSC Suhr Aarau am Tag danach. Und fügte an, wie schwer es gewesen sei, «meinen Kollegen nicht helfen zu können». Was Aufdenblatten da schon ahnte, aber nicht abschliessend wusste: Er wird für längere Zeit nur Zuschauer bleiben können.

Aufdenblatten hat sich den linken Mittelhandknochen gebrochen. Geschehen ist der Unfall in einem Training kurz vor dem Rückspiel gegen Krems. Er stürmte auf einen freiliegenden Ball zu und stiess mit einem Mitspieler zusammen, der dasselbe Ansinnen hatte. Den Vorfall schüttelte Aufdenblatten erst ab. Er dachte, dass es ihm lediglich die Finger umgeknickt hatte. Als die Schmerzen immer stärker wurden, brachte man ihn in die Notaufnahme und liess die Hand röntgen.

Am Sonntag teilte Aufdenblatten mit, dass er noch nicht wisse, wie der Bruch behandelt würde. Diese Gewissheit haben inzwischen weitere Abklärungen am Montag gebracht: Die Hand muss operiert werden. Damit wird er nicht nur die nächste Runde im Europacup verpassen, die zwischen Ende November und Anfang Dezember ausgespielt wird. Bis Ende dieses Jahres wird er auch in der heimischen Liga kein Spiel mehr bestreiten können.

Letztes Jahr spielte sich Aufdenblatten ins Rampenlicht – weitgehend verletzungsfrei

In der vergangenen Saison hat Aufdenblatten nahezu verletzungsfrei durchgespielt. Es war ein Jahr des Durchbruchs. Kontinuierlich steigerte er sich, brachte Höchstleistungen in den Playoffs und ragte im Kollektiv des HSC Suhr Aarau heraus. Am Ende der Saison 2020/2021 war er einer von drei Kandidaten für die Wahl zum besten Spieler der Nationalliga A.

Das HSC-Trikot wird Aufdenblatten in nächster Zeit nicht überstreifen können.

Das HSC-Trikot wird Aufdenblatten in nächster Zeit nicht überstreifen können.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

In dieser Saison hat Aufdenblatten ungleich weniger Glück, was seine körperliche Gesundheit betrifft. Im dritten Meisterschaftsspiel in Thun verletzt er sich schwer am Oberschenkel und fällt für zwei Wochen aus. Gegen Basel kehrt er sachte zurück, von Spiel zu Spiel erhöht sich seine Einsatzzeit. Nach der sechsten Partie in Folge, am vergangenen Mittwoch in Genf, ist der verletzungsfreie Lauf vorerst vorüber.

Für den neuen Trainer Aleksandar Stevic sind das zweifelsohne schlechte Nachrichten. Man darf annehmen, dass Aufenblatten auch in seinen sportlichen Planungen eine zentrale Rolle spielt. Sportchef Michael Conde sagt: «Tim ist eminent wichtig für uns. Er kann nicht eins zu eins ersetzt werden.» Wer Aufdenblatten fragt, erhält eine Antwort, die optimistischer klingt: «Die Mannschaft hat schon mehrmals bewiesen, dass sie Ausfälle gut kompensieren kann.»

Eine erste Gelegenheit ergibt sich bereits am Mittwochabend. Um 19.30 Uhr trifft der HSC Suhr Aarau auswärts auf Kriens-Luzern.

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