NLA-Handball
Neue Optionen für den Trainer: Beim HSC Suhr Aarau kehren die Spielmacher zurück

Zu Saisonbeginn hatte der HSC mit vielen Verletzten zu kämpfen. Nun entspannt sich die Situation allmählich. Mit Manuel Zehnder, Sergio Muggli und Nuno Silva hat Trainer Misha Kaufmann plötzlich drei ballgewandte Regisseure zur Verfügung.

Frederic Härri
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Manuel Zehnder (links) war bisher der Mann für die Siebenmeter und soll nun die HSC-Offensive ankurbeln. Co-Captain Sergio Muggli (rechts) hat seine Verletzung überwunden.

Manuel Zehnder (links) war bisher der Mann für die Siebenmeter und soll nun die HSC-Offensive ankurbeln. Co-Captain Sergio Muggli (rechts) hat seine Verletzung überwunden.

Freshfocus

Vor wenigen Wochen fehlte HSC-Trainer Misha Kaufmann beinahe eine ganze Handballmannschaft im Training. Spieler waren verletzt, angeschlagen oder konnten aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht mittun. Kaum hatte die Saison begonnen, setzte sich die Malaise fort. Stammgoalie Leo Grazioli fiel als erstes aus, und im dritten Meisterschaftsspiel erwischte es schliesslich auch Rechtsaussen Lars Hofer und Captain Tim Aufdenblatten.

Wer in dieser Woche beim Training in der Schachenhalle vorbeischaut, dem präsentiert sich nun jedoch ein anderes Bild: Die Leistungsträger sind zurück.

Nun ja, noch ist nicht ganz alles beim Alten. Während in einer Hallenhälfte über ein Dutzend der Akteure an Spielformen, individuellen Bewegungsabläufen und Deckungsarbeit feilt, wirft auf der anderen Seite Tim Aufdenblatten aufs leere Tor. Der Laufstil wirkt noch etwas ungelenk, der Oberschenkel ist einbandagiert. Ob es für das Spiel am Samstag im Basler Rankhof (ab 18 Uhr) für einige Minuten reicht, ist fraglich, aber eher unwahrscheinlich.

Da war noch alles in Ordnung: Tim Aufdenblatten im zweiten Meisterschaftsspiel gegen St. Otmar St. Gallen.

Da war noch alles in Ordnung: Tim Aufdenblatten im zweiten Meisterschaftsspiel gegen St. Otmar St. Gallen.

Marc Schumacher / freshfocus

Lars Hofer und Leo Grazioli fallen weiter aus

Mit Sicherheit wird Lars Hofer nicht dabei sein können. Während die anderen trainieren, spult er sein Rehaprogramm ab, sorgsam beobachtet von Physiotherapeut Marino Schmid. Auch für Leo Grazioli, der nach einem Infekt am Knie und anschliessender Operation weiter aussetzen muss, kommt ein Einsatz zu früh.

Hoffnung gibt es hingegen auf jener Position, die Misha Kaufmann in der letzten Zeit die meisten Sorgen bereitet hat: die Spielmacherposition. Patrick Strebel, der den Part zuletzt aushilfsmässig ausgefüllt hat, wird sich wohl wieder auf seine Rolle in der Verteidigung konzentrieren dürfen. Denn die Auswahl wird grösser. Manuel Zehnder etwa spielte bereits am vergangenen Wochenende gegen Bern und auch jetzt wirkt er im Training frisch und beschwerdefrei. «Manuel ist eine Option für die Offensive, verteidigen soll er aber noch nicht», erklärt Kaufmann die Sicherheitsmassnahme.

Ebenfalls für Teileinsätze gegen Basel bereit ist Sergio Muggli, der nach seinem ­Sehnenteilabriss im linken Bein wieder voll mittrainiert. Während seiner Spielabsenz half der Co-Captain zuletzt als Assistenztrainer auf der Bank aus. Und natürlich ist da auch Nuno Silva, der Zuzug aus Madeira. Der 30-Jährige hatte sich schon gegen Bern gut eingefügt, und auch im Training einige Tage danach schwärmt der Chefcoach von den Fähigkeiten des neuen Spielmachers. «Seine Ballsicherheit und Übersicht sind überragend», sagt Kaufmann.

Voll des Lobes für seinen Schützling: Trainer Misha Kaufmann (rechts) mit Neuzuzug Nuno Silva.

Voll des Lobes für seinen Schützling: Trainer Misha Kaufmann (rechts) mit Neuzuzug Nuno Silva.

Severin Bigler / ©

Es sind Qualitäten wie diese, die Silva in einem Taktikkniff Kaufmanns nahezu unverzichtbar machen. Denn mit Vorliebe lässt der Trainer in der Meisterschaft ausgiebig «Sieben gegen Sechs» spielen, mit einem siebten Feldspieler also, der im Angriff auf Kosten des Torhüters auf die Platte tritt.

Im Handball stellt die Taktik ein effektives Mittel dar, um dank des numerischen Vorteils leichter zu Toren zu kommen. Nur: Den Ball sollte man dabei möglichst nicht verlieren, schliesslich ist das Tor in dieser Phase verwaist. Doch um leichtfertige Ballverluste braucht sich der HSC Suhr Aarau keine grossen Gedanken zu machen. Nuno Silva ist schon da – und die anderen ballgewandten Regisseure sind es auch wieder.

Das Spiel des HSC Suhr Aarau beim RTV Basel wird am Samstag um 18 Uhr angepfiffen. Mehr über den Match können Sie auf unserer Seite lesen.

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