NLA-Handball
Deutlicher Sieg: Der HSC Suhr Aarau gewinnt das erste Aargauer Geisterderby gegen den TV Endingen mit 32:23

Der HSC Suhr Aarau lässt dem TV Endingen beim 32:23 vor leeren Rängen in der Aarauer Schachenhalle keine Chance. Bereits zur Pause hatte der Favoirt mit 16:10 in Führung gelegen. Für eine doppelte Premiere sorgte das 16-jährige HSC-Talent Nikos Sarlos.

Dean Fuss
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Der 16-jährige linke Flügel Nikos Sarlos erzielt im Aargauer Derby gegen den TV Endingen seine NLA-Tore Nummer 1 und 2.

Der 16-jährige linke Flügel Nikos Sarlos erzielt im Aargauer Derby gegen den TV Endingen seine NLA-Tore Nummer 1 und 2.

Bild: Alexander Wagner

Da hat einer Glück gehabt. Die Rede ist von Nikos Sarlos. Gut anderthalb Wochen ist es her, seit er seinen 16. Geburtstag gefeiert hat. Warum das jetzt von Belang ist? Nun, der linke Flügel erzielte am Sonntagnachmittag beim 32:23-Sieg gegen den TV Endingen im ersten Aargauer Geisterderby seine beiden ersten Treffer in der NLA.

Das Talent aus dem HSC-Nachwuchs steuerte die Treffer zum 15:8 (28. Minute) und 24:16 (46.) zum deutlichen Endergebnis bei. Damit schuldet Sarlos seinen Mannschaftskollegen traditionsgemäss zwei Kisten Bier – die er seit seinem 16. Geburtstag nun auch tatsächlich selber einkaufen und abliefern kann.

«Wir haben gewonnen, das ist am wichtigsten», sagt Sarlos nach der Schlusssirene. Schon ganz Profi braucht es mehrere Nachfragen, bis er sich doch auch noch zu seinen persönlichen Erfolgserlebnissen äussert:

«Klar ist es speziell, dass mir die beiden Tore gelungen sind. Darüber freue ich mich sehr.»

Sein Debüt im HSC-Trikot hatte Sarlos ein paar Tage zuvor mit mehreren kurzen Einsätzen in der Schlussphase beim 39:32-Auswärtssieg in St. Gallen gegeben hatte.

HSC-Spielmacher Tim Aufdenblatten im Abschluss.
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HSC-Linkshänder Daniel Parkhomenko (l.) im Zweikampf mit TVE-Rückraumspieler Lukas Riechsteiner.
HSC-Spielmacher Tim Aufdenblatten im Wurf.
HSC-Kreisläufer Martin Slaninka (r.) stösst bei Justin Larouche (l.) und Simon Huwyler auf Endinger Gegenwehr.
HSC-Rückraumspieler Manuel Zehnder kommt in Abwesenheit des an Corona erkrankten Timothy Reichmuth auf dem linken Flügel zum Einsatz.
Der 16-jährige Nikos Sarlos erzielt in seinem zweiten NLA-Einsatz seinen ersten Treffer.
HSC-Linkshänder Joao Ferraz (M.) kommt an TVE-Topskorer Justin Larouche vorbei zum Abschluss.
HSC-Spielmacher Tim Aufdenblatten (M.) wird von der TVE-Defensive um Christian Riechsteiner (l.) und Justin Larouche am Wurf gehindert.
HSC-Talent Nikos Sarlos (M.) kommt im Aargauer Geisterderby zu seinem zweiten Einsatz in der NLA.
HSC-Kreisläufer Martin Slaninka (M.) wird von der TVE-Defensive um Christian Riechsteiner (r.) und Milomir Radovanovic bearbeitet.
HSC-Linkshänder Daniel Parkhomenko setzt sich am Kreis gegen TVE-Captain Christian Riechsteiner durch.
TVE-Trainer Zoltan Majeri (r.) gibt seinen Spielern Lukas Riechsteiner (M.) und Simon Huwyler Anweisungen.
Mit vereinten Kräften versuchen Christian Riechsteiner (l.), Simon Huwlyer (r.) und Justin Larouche (2.v.r.) HSC-Rückraumspieler Sergio Muggli zu stoppen.
Duell der Kreisläufer: Der Endinger Leonard Pejkovic (l.) versucht seinen Gegenpart Martin Slaninka zu stoppen.
TVE-Rückraumspieler Joel Huesmann schraubt sich in die Höhe und wirft. HSC-Kreisläufer Lukas Laube kann nur zusehen.
Die Spieler des HSC Suhr Aarau feiern im zweiten Pflichtspiel 2021 ihren zweiten Sieg.
TVE-Rückraumspieler Milomir Radovanovic (2.v.r.) wird von João Ferraz (r.), Martin Slaninka (2.v.l.) und Manuel Zehnder am Wurf gehindert.
HSC-Portugiese João Ferraz (hinten) im Abschluss gegen TVE-Torhüter Vit Schams.

HSC-Spielmacher Tim Aufdenblatten im Abschluss.

Bild: Alexander Wagner

Sarlos macht aber nicht nur mit seinen beiden Treffern auf sich aufmerksam: Denn als es in der Schlussviertelstunde zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen HSC-Rückraumspieler Sergio Muggli und TVE-Kreisläufer Leonard Pejkovic kommt, ist es ausgerechnet Sarlos, der sich vor seinen am Boden sitzenden Teamkollegen Muggli stellt und Pejkovic wegstösst. Es zeugt von Selbstvertrauen, wenn sich Sarlos mit dem ihn um mindestens zwei Köpfe überragenden Pejkovic anlegt.

Aargauer Derby bereits früh (vor-)entschieden

Das war dann aber auch der einzige David-gegen-Goliath-Moment – und dann auch noch mit vertauschten Rollen. Denn die Partie war eigentlich bereits nach der Startphase zumindest vorentschieden. Der HSC führte nach fünf Spielminuten mit 4:0 und kurz nach Ablauf der Startviertelstunde bereits mit 10:3.

Danach pendelte der Vorsprung des Favoriten immer zwischen fünf und sieben Treffern. Rund um die 50. Spielminute machte Suhr Aarau dann mit zwei schnellen Gegenstössen zum 28:19 alles klar – bis zum Schlussresultat von 32:23 änderte sich danach nichts mehr an der Differenz im Skore.

TVE kassiert zweite Niederlage im zweiten Pflichtspiel 2021

«Phasenweise haben wir es nicht schlecht gemacht. Gerade in der Defensive», sagt TVE-Flügel Noah Grau nach der Partie und fügt an:

«Aber dann haben wir leider hinten doch immer wieder kassiert und vorne waren wir zu wenig effizient.»

Mit sechs Treffern war der 20-Jährige erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft, was ihn aber angesichts der zweiten Niederlage im zweiten Pflichtspiel 2021 kaum getröstet haben dürfte.

TVE-Steigerung gegenüber Niederlage vom Freitag

Immerhin: Im Vergleich zur 21:25-Niederlage vom Freitagabend gegen den RTV Basel war in den Reihen des TVE eine deutliche Leistungssteigerung ersichtlich. Das sah auch Grau so: «Auf jeden Fall. Sowohl spielerisch als auch in Sachen Wille und Kampfgeist.» Darauf lässt sich mit Blick auf die kommenden Aufgaben aufbauen.

Telegramm

Suhr Aarau - Endingen 32:23 (16:10)

Schachenhalle, Aarau. – Keine Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Suhr Aarau, 2-mal 2 Minuten gegen Endingen.

Suhr Aarau: Marjanac (10 Paraden)/Grazioli (2); Attenhofer (2 Tore), Aufdenblatten (8), Ferraz (4), Oliveira, Laube (2), Muggli, Parkhomenko (2), Poloz (1), Sarlos (2), Slaninka (3), Zehnder (8).

Endingen: Schams (10 Paraden)/Imhof (2); N. Grau (6), Huesmann (3), Huwyler (2), Larouche (3), Mischler, Pejkovic (2), Radovanovic (1), C. Riechsteiner (5), L. Riechsteiner, Schafroth (1).

Bemerkungen: Suhr Aarau ohne Reichmuth (krank), Peter, Strebel (beide verletzt), Brandt, Kalt, Müller (alle ohne Einsatz) und Ferrante (abwesend). Endingen ohne Mauron, Portmann (beide verletzt), Fischer und S. Grau (beide ohne Einsatz). – Verhältnis verschossener Penaltys: 0:0.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an:

Lesen Sie im Folgenden den Spielverlauf nach:

Zum Auftakt der NLA-Partie zwischen dem HSC Suhr Aarau und dem TV Endingen treten zunächst nur Spieler des Gastgebers positiv in Erscheinung: HSC-Torhüter Dragan mit zwei Paraden, Manuel Zehnder mit drei und Tim Aufdenblatten mit einem Treffer sorgen dafür, dass die Stärkeverhältnisse im ersten Aargauer Geisterderby bereits früh deutlich sind: 4:0 führt der Favorit nach fünf Spielminuten.

Der TVE indes kann erst in der 6. Spielminute ein erstes Mal jubeln, als Christian Riechsteiner mittels Siebenmeter zum 1:4 verkürzt. Es dauert dann bis zur kurz vor Ablauf der 13. Spielminute, ehe sich an der Differenz im Skore etwas ändert: Tim Aufdenblatten fängt einen Ball der Endinger Offensive ab und bringt den HSC erstmals mit fünf Treffern in Front (8:3).

Weil die Endinger in der Folge gleich mehrfach an HSC-Torhüter Marjanac scheitern, baut das Heimteam seine Führung bis kurz nach Ablauf der 15. Spielminute auf 10:3 aus. Weil sich die Fehler dann auch auf Seiten des HSC häufen, beträgt der Vorsprung des Favoriten fünf Minuten vor der Pausensirene weiterhin sieben Treffer (13:6).

In der 28. Minute kommt es im ersten Aargauer Geisterderby zu einer weiteren Premiere: Nikos Sarlos, der gerade einmal 16-jährige linke Flügel aus dem HSC-Nachwuchs, markiert beim 15:8 seinen ersten NLA-Treffer. Weil seinen Teamkollegen im letzten Angriff vor der Pause die Zeit ausgeht, gehen die Endinger schliesslich mit einem 10:16 und damit sechs Treffern Rückstand in die Pause.

Diesen verpassten Treffer vor holt der HSC gleich nach der Pause nach: Kreisläufer Martin Slaninka trifft nach 39 Sekunden zum 17:10. Obwohl sich Leo Grazioli, der nun beim Heimteam zwischen den Pfosten steht, gleich mit einer Parade in die Partie einführt, ist der Vorsprung des HSC bis zur 34. Minute auf fünf Treffer (17:12) geschmolzen. Seinen Anteil daran hat auch TVE-Torhüter Vit Schams, der gleich zwei Paraden aneinander reiht.

Allerdings holt sich der HSC die Sieben-Tore-Führung in den folgenden Minuten zurück und ist in der 38. Spielminute beim Stand von 19:12 wieder alles beim alten. Und dabei bleibt es vorderhand: Das Skore entwickelt sich nun nämlich mehr oder weniger gleichmässig weiter – und so führt der Favorit auch etwas über zehn Minuten vor der Schlusssirene weiterhin mit sieben Treffern (26:19).

Doch dann schlägt die Minute von HSC-Flügel Gian Attenhofer: Innert 17 Sekunden verwertet der rechte Flügel in der 51. Spielminute gleich zwei schnelle Gegenstösse und stellt damit auf 28:19. Da kann auch Torhüter Yves Imhof nichts machen, der inzwischen beim TVE zwischen den Pfosten übernommen hat. Auch auf der Gegenseite wurde im Tor rotiert: Marajanc ist für die Schlussphase in den Kasten zurückgekehrt.

Die Frage nach dem Sieger dieses ersten Aargauer Geisterderbys ist natürlich längst geklärt. Gleichwohl stecken die Endinger nicht auf und versuchen zumindest noch etwas Resultatkosmetik zu betreiben. Allerdings ändert sich bis zur Schlusssirene nichts mehr an der Tordifferenz und der HSC Suhr Aarau besiegt den TV Endingen schlussendlich mit 32:23.