NLA-Handball
Höchste Saisonniederlage knapp verhindert: TV Endingen unterliegt den Kadetten Schaffhausen mit 19:38 deutlich

Minus 16, minus 14 und nun minus 19. Der TV Endingen unterliegt auch im dritten Duell der Saison mit den klar favorisierten Kadetten Schaffhausen deutlich. Trotz gutem Start in die Partie waren die Surbtaler Gäste bereits zur Pause mit 8:14 zurückgelegen und mussten sich am Ende klar geschlagen geben.

Dean Fuss
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Kaum ein Durchkommen gegen die Kadetten Schaffhausen: TVE-Topskorer Justin Larouche gelangen am Samstagabend in Schaffhausen nur zwei Treffer.

Kaum ein Durchkommen gegen die Kadetten Schaffhausen: TVE-Topskorer Justin Larouche gelangen am Samstagabend in Schaffhausen nur zwei Treffer.

Bild: Alexander Wagner

Knapp 23 Spielminuten lang hielt der TV Endingen am frühen Samstagabend mit den Kadetten Schaffhausen mit. Dann musste sich der krasse Aussenseiter mit 19:38 deutlich geschlagen geben und konnte den neuen Saisonminusrekord, den eine Pleite mit minus 20 Treffern bedeutet hätte, nur knapp verhindern.

Natürlich: Wenn die Surbtaler auf den Schweizer Ligakrösus treffen, dann ist das per se ein Kräftemessen mit massiv ungleich langen Spiessen. Wenn dann neben den bereits im Vorfeld bekannten Ausfällen Oliver Mauron und Jérome Portmann auch noch Leonard Pejkovic, der sich mit den Folgen eines Zweikampfs aus dem RTV-Spiel herumplagt, verletzungsbedingt fehlt, dann ist die Aufgabe noch aussichtsloser.

Umso erstaunlicher, dass der TVE erst in der 11. Spielminute der Partie erstmals in Rückstand (4:5) geriet und den Anschluss erst in den letzten achteinhalb Minuten vor der Pause während einer langen Phase ohne eigenen Treffer definitiv verlor.

Dementsprechend präsentierte sich auch die Stimmungslage bei TVE-Trainer Zoltan Majeri: «Ich bin enttäuscht vom Auftritt meiner Mannschaft», sagt der 47-Jährige und fügt an:

«Die ersten 24 Spielminuten waren richtig okay. Da haben wir unseren Plan verfolgt und konnten die Partie eng halten. Ich verstehe nicht, wie gerade die kämpferische Leistung danach dermassen nachlassen konnte.»

Beim TVE dürfte man den Blick nach der deutlichen Niederlage möglichst bald auf die nächste Partie richten. Denn mit Wacker Thun gastiert am kommenden Samstag in der heimischen GoEasy-Arena immerhin ein Gegner, mit dem man eine gute Erinnerung verbindet: Beim 32:32 im letzten Aufeinandertreffen Mitte November haben die Endinger letztmals gepunktet.

Majeri will sein Augenmerk aber ohnehin auf der eigenen Mannschaft lassen: «Wir müssen den Fokus auf uns selber legen, unsere Lehren aus dieser brutalen Niederlage in Schaffhausen ziehen.»

Er stört sich daran, wie sich das Jahr 2021 bisher handballerisch entwickelt hat: «Die Partie gegen Basel war katastrophal, dann gab es eine Steigerung gegen Suhr Aarau und die ersten 24 Minuten am Samstag in Schaffhausen waren noch einmal etwas besser, der Rest der Partie dann wieder eine Katastrophe. Das ist zu viel Achterbahnfahrt – zumal mit wesentlich mehr Tiefen als Höhen.»

Eines steht mit Blick auf das Heimspiel gegen Wacker in einer Woche sowieso fest: Ohne massive Leistungssteigerung wird der guten Vorgeschichte zum Trotz auch gegen die Thuner nichts Zählbares herausschauen.

Telegramm

Kadetten SH - Endingen 38:19 (14:8)

BBC Arena, Schaffhausen. – Keine Zuschauer. – SR Keiser/Rottmeier. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Schaffhausen, 2-mal 2 Minuten und ein Restausschluss (Huwyler) gegen Endingen.

Schaffhausen: Biosca (7 Paraden)/Pilipovic (5/1 Tor); Bartok (7 Tore), S. Ben Romdhane (1), CCsaszar (2), Frimmel (7), Gerbl (6), Herburger, Novak (1), Schelker (2), Schmidt, Schopper, Sesum (3), Teubert (1), Zehnder (4).

Endingen: Schams (6 Paraden)/Imhof; N. Grau (3 Tore), S. Grau, Huesmann, Huwyler (3), Larouche (2), Mischler (1), Radovanovic (4), C. Riechsteiner (1), L. Riechsteiner, Schafroth (2).

Bemerkungen: Endingen ohne Mauron, Pejkovic, Portmann (alle verletzt) und Fischer (ohne Einsatz). Schaffhausen ohne Küttel (krank), Maros und Montoro (beide verletzt). – Verhältnis verschossener Penaltys: 0:0.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an:

Lesen Sie im Folgenden den Spielverlauf nach:

Der TV Endingen startet engagiert in die Partie auswärts bei den Kadetten Schaffhausen. Und so gerät der krasse Aussenseiter aus dem Surbtal erst in der 11. Spielminute erstmals ins Hintertreffen (4:5). Bis dahin haben die Gäste, die beim Anpfiff in Ballbesitz waren, jeweils vorlegen können.

Weil in den folgenden Angriffen nacheinander Flügel Noah Grau, Kreisläufer Simon Huwyler (beide sehen ihre Würfe von Kadetten-Keeper Ingacio Biosca abgewehrt) und Topskorer Justin Larouche (Wurffehler) im Abschluss nicht erfolgreich sind, liegt der TVE kurz nach Ablauf der 16. Spielminute mit 4:8 zurück.

Nach diesem kurzzeitigen Offensiv-Durchhänger fangen sich die Endinger wieder und kämpfen sich dank erfolgreicher Angriffsbemühungen und Treffern von Christian Riechsteiner, Huwlyer (2) und Noah Grau sowie mehrerer Paraden von Torhüter Vit Schams bis achteinhalb Minuten vor der Pausensirene wieder auf 8:10 heran. Weil den Gästen in den folgenden achteinhalb Minuten bis zur Pause dann allerdings kein einziger Treffer mehr gelingt, liegt der TVE zur Pause mit 8:14 zurück.

Ganz im Gegensatz zum Auftakt der Partie missglückt dem TVE der Beginn der zweiten Halbzeit – und so liegen die Gäste kurz vor Ablauf der 32. Spielminute mit 8:16 und anderthalb Minuten später mit 9:18 zurück.

In der 37. Minute kassiert Simon Huwyler bereits seine zweite persönliche Zweiminutenstrafe und muss sich damit für den Rest der Partie aufgrund des drohenden Restausschlusses etwas zurücknehmen. Das ist gleich doppelt bitter, weil der TVE ohne seinen «Offensiv-Kreisläufer» Leonard Pejkovic haben antreten müssen und Huwyler deshalb sowohl defensiv als auch offensiv spielen muss.

Kurz nach Anbruch der 40. Spielminute bezieht TVE-Trainer Zoltan Majeri sein zweites Team-Timeout. In den paar Minuten zuvor ist der Rückstand für seine Mannschaft von neun auf zwölf Treffer (11:23) angewachsen. Der krasse Aussenseiter wird in dieser Phase von den Kadetten zu vielen Fehlern gezwungen und tut sich in der Offensive dementsprechend schwer.

Eine gut siebenminütige Phase ohne TVE-Treffer wird erst in der 43. Spielminute beendet: Yannick Mühlebach, der zu seinen ersten Einsätzen in dieser Partie kommt, wirft gleich zwei Mal erfolgreich auf den Kasten der Kadetten und verkürzt auf 13:27 (43.).

Weil der Rückstand der Gäste bis etwas mehr als 14 Spielminuten vor der Schlusssirene trotzdem auf 13:30 anwächst, bezieht TVE-Trainer Majeri zu diesem Zeitpunkt sein letztes Team-Timeout. Die Partie ist nun längst entschieden, aber die Endinger müssen nun aufpassen, nicht noch mehr unter die Räder zu kommen.

Eine Minute später ist die Partie für Huwyler gelaufen. Der Kreisläufer des TVE kassiert seine dritte persönliche Zweiminutenstrafe und damit verbunden den Restausschluss. Das hilft seinen Teamkollegen natürlich nicht und so liegt der TVE nach etwas mehr als 49 Spielminuten mit 14:33 und damit um 19 Längen zurück.

Fünfeinhalb Minuten vor dem Ende beträgt der Rückstand des TVE erstmals 20 Treffer (15:35). Damit droht die höchste Niederlage der Saison. Zuvor war dieser unrühmliche Saisonminusrekord beim 14:33 auswärts gegen Pfadi Winterthur im Ende November «aufgestellt» worden.

Immerhin: Den neuen Saisonminusrekord können die Aussenseiter aus Endingen in den letzten Minuten der Partie dank ein klein wenig Resultatkosmetik verhindern. Die 19:38-Niederlage ist mit 19 Treffern Differenz aber gleichwohl mehr als deutlich.