NLA-Handball
Irgendwie durchgebissen: Wie der HSC Suhr Aarau doch noch zum Sieg gegen GC gekommen ist

Der HSC Suhr Aarau feiert gegen GC Amicitia Zürich wieder einmal einen Sieg. Dabei hat er auch gegen sich selbst kämpfen müssen. Diesen Kampf hat er erfolgreich bestritten. Am Ende gewinnt er knapp mit 24:23 (10:13).

Alessandro Crippa
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Kreisläufer Leonard Pejkovic (rechts) und Tim Aufdenblatten freuen sich über den dritten HSC-Sieg.

Kreisläufer Leonard Pejkovic (rechts) und Tim Aufdenblatten freuen sich über den dritten HSC-Sieg.

FOTO Wagner

Es sind 48 Minuten vorbei zwischen dem HSC Suhr Aarau und GC Amicitia Zürich, als Captain Tim Aufdenblatten das 20:19 für das Heimteam erzielt. Er humpelt zurück und verzieht das Gesicht, blickt auf die Anzeigetafel und weiss: Das wird eine enge Schlussphase, irgendwie müssen wir uns da durchbeissen. Er behält recht. Nach dem Spiel, das der HSC mit 24:23 gewinnt, sagt er: «Ja, wir haben uns wirklich irgendwie durchgebissen.» Das sei nach den drei Niederlagen zuvor gegen Thun, Bern und Basel aber auch nicht anders zu erwarten gewesen. «Nach drei Niederlagen kommst du selten zu einem einfachen Sieg», sagt der Rückraumspieler.

Zur Pause in Rückstand

Die Freude, dass der HSC Suhr Aarau auf die Siegesstrasse zurückgekehrt ist, ist gross. Auch Trainer Misha Kaufmann ist nach dem Spiel zufrieden und sagt: «In erster Linie sind wir sicher glücklich, dass wir uns die zwei Punkte erarbeiten konnten.» Er analysiert gleich weiter: «Am Anfang der Partie haben wir auch ein bisschen gegen uns selbst gekämpft. Wir hatten aber nie eine komische Phase, wir hatten eigentlich immer Lösungen bereit.» Damit meint Kaufmann, dass sich seine Mannschaft zwar fast immer gute Torchancen erarbeitet, diese aber nicht immer mit der erhofften Effizienz nutzt. So kommt es, dass GC nach einem ausgeglichenen Start in der 21. Minute mit drei Längen Vorsprung führt. Der HSC deckt zwar sehr solide, kassiert aber dennoch ein paar unglückliche Tore. Dadurch schafft er es nicht, den Vorsprung bis zur Pause auszumerzen. Bei 10:13 werden die Seiten gewechselt.

«Gut reagiert» nach der Pause

Wie sich der HSC nach dem Tee in die Partie zurückkämpft, ist stark. Kein einziger Spieler ist sich zu schade, sich in jedem Zweikampf voll zu verausgaben. Nicht alles will gelingen. Der eingewechselte GC-Keeper Paul Bar kann sich mehrmals auszeichnen, weil die Hausherren verfrüht in den Abschluss gehen. Und dennoch: Eine Viertelstunde vor Schluss erzielt Sergio Muggli dann den langersehnten Ausgleich zum 17:17. Auch diese Szene ist eine «Irgendwie-Durchgebissen-Szene». Irgendwie findet der Ball doch noch den Weg ins gegnerische Tor. Muggli ist dies egal, er hat sich durchgebissen.

Sergio Muggli beisst sich durch und trifft zum 18:18.

Sergio Muggli beisst sich durch und trifft zum 18:18.

FOTO Wagner

Misha Kaufmann sagt nicht zuletzt deshalb nach dem Spiel: «Es war ein beherzter Auftritt von uns. Es war enorm wichtig, dass wir auf die Niederlage in Basel reagieren konnten. Und ich denke, das haben wir getan.» Captain Tim Aufdenblatten bläst ins gleiche Horn wie sein Chef: «Es war ein gutes Spiel von uns. Vor allem konnten wir nach der ersten Halbzeit, die noch nicht für uns gelaufen ist, reagieren.»

Misha Kaufmann ist nach dem Spiel stolz auf seine Mannschaft.

Misha Kaufmann ist nach dem Spiel stolz auf seine Mannschaft.

FOTO Wagner

In der Schlussphase, die teils hektisch und aufwühlend ist, behalten die HSC-Akteure einen ruhigeren Kopf als ihre Antipoden aus der Limmatstadt. Zwar wird es nach einer Zeitstrafe gegen Tim Aufdenblatten noch einmal enorm eng. Weil aber auch die Abwehr noch eine Schippe drauflegen kann, kommt GC nicht mehr zu einfachen – oder um es aus der Sicht des HSC auszudrücken – zu unnötigen Toren. Er verteidigt die Zürcher weg und beisst sich selbst irgendwie durch dieses Spiel durch, das am Ende mit dem dritten Saisonsieg belohnt wird. «Es war auch ein Stärkebeweis, den wir heute abgeliefert haben. Deshalb bin ich stolz auf meine Jungs, dass sie das so über die Bühne gebracht haben», sagt Kaufmann abschliessend.

HSC Suhr Aarau – GC Amicitia Zürich 24:23 (10:13)

Schachenhalle Aarau, 387 Zuschauer, SR Abalo/Maurer

HSC Suhr Aarau: Scheidiger / Cuckovic; Sarlos, Reichmuth (1), Hofer, Zehnder (6/3), Ferraz (3), Silva, Attenhofer (2), Aufdenblatten (7), Parkhomenko, Pejkovic (2), Muggli (3), Strebel, Slaninka.

GC Amicitia Zürich: Bachmann / Bar / Marinovic; Bodenheimer (1), Brücker (5), Popovski, Slujiters (2), Hayer, Bamert, Prakapenia (1), Hrachovec (3/2), Quni, Poloz (3), Platz, Maric (4), Ben Romdhane (4).

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