NLA-Handball
Der HSC Suhr Aarau verliert zum zweiten Mal im Jahr 2021: Erneut ist Leader Pfadi Winterthur zu stark

Der HSC Suhr Aarau verliert beim 21:28 am Donnerstagabend im achten Spiel des Jahres 2021 zum zweiten Mal – erneut gegen Pfadi Winterthur. Bereits zur Pause waren die viertplatzierten Aargauer beim Leader mit 7:13 zurückgelegen.

Dean Fuss
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Timothy Reichmuth war bei der 21:28-Niederlage gegen Pfadi Winterthur mit sechs Treffern der erfolgreichste Werfer des HSC Suhr Aarau.

Timothy Reichmuth war bei der 21:28-Niederlage gegen Pfadi Winterthur mit sechs Treffern der erfolgreichste Werfer des HSC Suhr Aarau.

Bild: Freshfocus

Drei Runden vor Schluss der Hauptrunde scheint der Zug für den HSC Suhr Aarau abgefahren: Vier Punkte beträgt der Rückstand der Aargauer auf die Kadetten Schaffhausen beziehungsweise den HC Kriens-Luzern in den Tabellenrängen zwei und drei. Nach der 21:28-Niederlage auswärts bei Leader Pfadi Winterthur gibt es für den Viertplatzierten kaum mehr Aussichten auf ein Vorrücken.

Das sieht auch HSC-Flügelspieler Timothy Reichmuth so: «Die Chance auf Platz zwei oder drei haben wir heute wohl vergeben. Nun werden wir daran arbeiten, dass wir auf die Playoffs hin in unserer besten Form sind», sagt der 22-Jährige gegenüber «Sport 1».

Nach der diskussionslosen Niederlage in Winterthur geht es für den HSC in den verbleibenden drei Partien darum, den vierten Tabellenrang und den damit verbundenen Heimvorteil für die Playoff-Viertelfinals zu sichern.

Angesichts von drei Punkten Vorsprung auf das fünftplatzierte St. Otmar St. Gallen und mit Blick auf das HSC-Restprogramm (Basel, GC Amicitia und Kriens-Luzern) eine durchaus machbare Aufgabe.

Trotz Niederlage: Der HSC präsentiert sich im Jahr 2021 bisher stark

Und der Niederlage vom Donnerstagabend zum Trotz auch angesichts der aktuellen Verfassung des HSC: In den acht Partien im Jahr 2021 gingen Reichmuth und Co. erst zwei Mal als Verlierer von der Platte – beide Male gegen Pfadi Winterthur.

Zum zweiten Mal im Jahr 2021 verloren, zum zweiten Mal gegen NLA-Leader Pfadi Winterthur: Topskorer Manuel Zehnder und sein HSC Suhr Aarau.

Zum zweiten Mal im Jahr 2021 verloren, zum zweiten Mal gegen NLA-Leader Pfadi Winterthur: Topskorer Manuel Zehnder und sein HSC Suhr Aarau.

Bild: Freshfocus

Und beide Male waren die Aargauer gegen den NLA-Leader bereits zur Pause vorentscheidend zurückgelegen. Sowohl am Donnerstagabend (7:13) als auch bei der 23:29-Heimniederlage vor Monatsfrist (8:14) betrug die Differenz nach den ersten 30 Minuten bereits sechs Treffer. Erneut gelang es Suhr Aarau in der zweiten Halbzeit immerhin noch, den Schaden einigermassen im Rahmen zu halten.

Das Problem gegen Pfadi: Viel Mühe in der Offensive

Der HSC tat sich in der Winterthurer AXA Arena von Beginn weg schwer. Erst nach geschlagenen 8 Minuten und 51 Sekunden gelang den Gästen aus dem Aargau der erste Treffer.

Weil die Defensive in der Startphase wesentlich besser funktionierte als die Offensive stand es zu diesem Zeitpunkt immerhin erst 1:3. Allerdings trat im Angriff nur punktuell Besserung ein, über das grosse Ganze blieben die Schwierigkeiten bestehen. Reichmuth, mit sechs Treffern der erfolgreichste Werfer seines Teams, fasst das Problem wie folgt zusammen:

«Unsere Abwehr war über weite Strecken ziemlich gut. Aber wir haben uns die Partie mit zu vielen Technischen Fehlern in der Offensive kaputt gemacht – sie haben das gnadenlose ausgenutzt.»

Kurz und bündig: Pfadi Winterthur war erneut zu stark für den HSC Suhr Aarau.

Telegramm

Pfadi Winterthur - Suhr Aarau 28:21 (13:7)

AXA Arena, Winterthur. – Keine Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Pfadi Winterthur, 6-mal 2 Minuten plus rote Karte (Ferraz nach dritter persönlicher Zweiminutenstrafe) gegen Suhr Aarau.

Pfadi Winterthur: Shamir (7 Paraden)/Wipf Schulz (1)/Wipf; Brähm (1 Tor), Cohen (1), Freivogel, Heer, Jud (5), Lier (6), Radovanovic (2), Sidorowicz (2), Stojkovic (7), Svajlen, Tynowski (4).

Suhr Aarau: Marjanac (4 Paraden)/Grazioli (4); Attenhofer, Aufdenblatten, Ferraz (1 Tor), Müller, Oliveira (1), Parkhomenko (1), Peter, Poloz (4), Reichmuth (6), Slaninka (2), Strebel, Willecke (1), Zehnder (5).

Bemerkungen: Suhr Aarau ohne Laube (verletzt), Muggli (ohne Einsatz), Brandt, Gomboso, Hofer und Sarlos (nicht im Aufgebot). – Verhältnis verschossener Penaltys: 1:0.

Lesen Sie im Folgenden den Spielverlauf nach:

Geschlagene 8 Minuten und 51 Sekunden dauert es, bis es auf Seiten des HSC Suhr Aarau zum ersten Mal Grund zum Jubeln gibt: Flügelspieler David Poloz ist es, der den ersten Treffer für die Aargauer bei ihrem Gastspiel bei Pfadi Winterthur erzielt. Weil im Gegensatz zur Offensive immerhin die Defensive gut in die Partie kommt, liegt der HSC zu diesem Zeitpunkt trotzdem nur mit 1:3 zurück.

Knapp fünf Minuten später bezieht HSC-Trainer Misha Kaufmann sein erstes Team-Timeout. Seinen Spielern ist in den ersten dreizehneinhalb Spielminuten gerade einmal ein Treffer gelungen. Gleichzeitig haben sie sich total sechs Technische Fehler zu Schulden kommen lassen und sahen drei Würfe von Pfadi-Torhüter Yahav Shamir abgewehrt. In der Folge lässt Kaufmann mit dem siebten Feldspieler angreifen, was kurz nach Ablauf der 14. Spielminute im 2:5 resultiert.

Knapp acht Minuten vor der Pausensirene bezieht auch Kaufmanns Gegenüber, Adrian Brüngger, sein erstes Team-Timeout. Der Trainer der Pfader sieht trotz 8:4-Führung seiner Mannschaft Gesprächsbedarf. Grund dafür dürften die gerade einmal acht Treffer sein, die den Winterthurern bis dahin gelungen sind.

Bis zur Pause wächst der Rückstand für den HSC weiter an. 7:13 liegen die Gäste nach 30 Minuten in der AXA Arena in Winterthur zurück. Die Gäste tun sich vorab in der Offensive enorm schwer mit der Gegenwehr der Pfader. Während sich Pfadi-Torhüter Shamir mit sieben Paraden auszeichnen konnte, gelingen dem HSC-Duo Dragan Marjanac und dem Mitte der ersten Halbzeit eingewechselten Leo Grazioli nur je zwei Paraden. Negativ-Höhepunkt ist wohl der von Roman Sidorowicz nach der Pausensirene direkt verwandelte Freistoss zum 7:13.

Aber auch in der Offensive läuft beim HSC in den ersten 30 Spielminuten nicht viel zusammen: Nur gerade sieben Treffer gelingen dem Team von Trainer Kaufmann. Sinnbildlich dafür steht die Pausenstatistik von Linkshänder João Ferraz: Nur gerade einer seiner sechs Würfe hat den Weg ins Tor gefunden.

Immerhin gelingt den Gästen der Auftakt in den zweiten Durchgang: Nach etwas mehr als fünf Spieminuten liegt der HSC nach vier Treffern in Serie nur noch mit 11:14 zurück. Marjanac, der nun wieder zwischen den Pfosten steht, hat mit seiner insgesamt dritten Parade auch seinen Anteil an der zwischenzeitlichen Aufholjagd seiner Mannschaft.

Doch wie gewonnen, so zerronnen: In der 42. Minute liegt der HSC wieder um sechs Längen zurück (14:20). Im nächsten Angriff der Aargauer kommt dann Kreisläufer Joel Willecke zu seiner Premiere: Der gerade einmal 17-Jährige, der zum zweiten Mal in seiner Karriere bei einer NLA-Partie auf dem Matchblatt steht, wird von Trainer Kaufmann zum ersten Mal auf die Platte geschickt – und kommt bei seiner Premiere in der höchsten Schweizer Liga gleich auch zu seinem ersten NLA-Treffer.

Eine gute Viertelstunde vor Schluss kassiert HSC-Portugiese Ferraz wegen einer Spielverzögerung tief in der gegnerischen Platzhälft seine dritte persönliche Zweiminutenstrafe. Damit ist die Partie für den Linkshänder gelaufen. Und weil Ferraz mit seiner Aktion nach Ansicht der Schiedsrichter den Gegenstoss der Pfader verhindert hat, gibt es gleich auch noch einen Siebenmeter, den Winterthurs Kreislufer Rastko Stojkovic zum 22:15 verwertet. Damit liegt der HSC zum zweiten Mal in dieser Partie mit sieben Treffern zurück.

Gut neun Minuten vor Schluss pariert Grazioli, der mittlerweile wieder im Kasten des HSC übernommen hat, zum dritten Mal in dieser Partie. Dass Flügel Timothy Reichmuth im darauffolgenden Angriff zum 18:23 für die Aargauer trifft, ändert an der Ausgangslage allerdings nicht mehr viel, zu abgeklärt spielen die Pfader hier die Zeit runter.

Entsprechend kommt der HSC Suhr Aarau bis zur Schlusssirene nicht mehr in die Nähe eines möglichen Punktgewinns. Die Partie bei Pfadi Winterthur geht mit 21:28 klar verloren. Es ist die zweite Niederlage für den HSC im Jahr 2021, zum zweiten Mal gegen die Pfader.