NLA-Handball
Den nächsten Exploit verpasst: Der HSC Suhr Aarau unterliegt den Kadetten 23:28

Vier Tage nach dem Achtungserfolg gegen Pfadi Winterthur gibt es in Schaffhausen keine weitere Überraschung für den HSC. Mit den Topteams der Liga kann die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann in der jetzigen Form wohl noch nicht ganz mithalten.

Frederic Härri
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Manuel Zehnder (sechs Tore) und der HSC bäumen sich in der zweiten Halbzeit gegen die Kadetten auf, doch das Defizit aus Hälfte eins ist letztlich zu gross.

Manuel Zehnder (sechs Tore) und der HSC bäumen sich in der zweiten Halbzeit gegen die Kadetten auf, doch das Defizit aus Hälfte eins ist letztlich zu gross.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Der Jubel am Mittwoch war gross gewesen in Winterthur, als der HSC Suhr Aarau Meister Pfadi zwei Punkte abrang. Das 28:27 liess aufhorchen und warf folgende Frage auf: Wo soll man den so wechselhaften HSC in dieser Saison bislang leistungsmässig einordnen? Eine Antwort konnte die Mannschaft gestern in Schaffhausen erbringen. Dies vorweg: Die zweite Überraschung in Folge verpasste sie deutlich.

Dass es gegen den Tabellenführer komplizierter werden dürfte als noch vier Tage zuvor, zeichnete sich früh ab. Im Angriff fehlte den Gästen die Struktur, und in der Deckung wurden ungewohnt grosse Lücken offenbart. Von diesen profitierten die Kadetten mithilfe beeindruckender Effizienz: Alle vier erste Versuche fanden den Weg ins Tor, während der HSC kein Tor zustande brachte. Folgerichtig reagierte Trainer Misha Kaufmann mit einer ersten Auszeit.

Gnadenlose Effizienz gegen Abschlusspech

Im Anschluss setzte vorübergehend sanfte Besserung ein. Manuel Zehnder schloss drei Mal erfolgreich ab, und Torhüter Marin Durica lenkte einen Siebenmeter von Samuel Zehnder an die Latte, wenn auch nicht ganz ersichtlich war, ob er den Ball noch berührt hatte. Das Spiel des HSC wirkte nun in seiner Gesamtheit flüssiger, doch auf Löcher in der Kadetten-­Deckung warteten die Spieler meist vergebens.

Die Schaffhauser verteidigten konsequent und waren das ein oder andere Mal im Verbund mit dem Torgestänge. Zudem nahm die offensive Effizienz kein Ende: Nach einer Viertelstunde resultierte aus elf Würfen ein einziger Fehlversuch. Jannis Scheidiger und Durica im Tor des HSC waren nicht zu beneiden. Folglich bekundete Suhr Aarau Mühe, den Rückstand zu verringern. Das Defizit wurde grösser. 19 Gegentreffer summierten sich bis zum Halbzeitunterbruch. Dem konnte der HSC nur deren zehn eigene Tore entgegenhalten.

Die zweite Halbzeit gewinnt der HSC mit vier Toren Unterschied

Natürlich lässt sich die Frage nach dem Leistungsstand nicht mittels 30 Minuten Spielzeit beantworten. Dafür bedarf es auch einer zweiten Halbzeit. Und in dieser zeigte sich der HSC klar verbessert und zuweilen gar ebenbürtig. Den Schaffhausern wurde das Torewerfen nun nicht mehr so leicht gemacht, Scheidiger hielt seine ersten Bälle, wenngleich seine Abwehrquote von 17 Prozent letztlich unter Durchschnitt lag. Auch einige gelungene Angriffe trug Suhr Aarau vor. Doch genau so oft scheiterten die Spieler an den gegnerischen Goalies und wohl auch ein wenig an sich selbst. Die mangelnde Chancenauswertung ist ein Makel, den das Team – mit wenigen Ausnahmen – noch nicht beheben konnte.

Die 23:28-Niederlage liest sich auf dem Papier nun wie ein Nackenschlag, im Grunde aber ist die Begegnung nichts weiter als ein Abbild der bisherigen sieben Spiele. Auch in Schaffhausen zeigt der HSC Kämpfergeist und spielerische Qualität. Er gewinnt den zweiten Umgang klar, doch kommt die Reaktion erst dann zustande, als der Ausgang entschieden scheint.

In der jetzigen Form ist die Mannschaft deshalb weder in der Spitze anzusiedeln, noch braucht sie sich in untere Tabellenregionen zu orientieren. Der HSC Suhr Aarau liegt wohl ge­rade irgendwo dazwischen.

Telegramm

Kadetten - Suhr Aarau 28:23 (19:10)

BBC Arena. 422 Zuschauer. SR Capoccia/Jucker. 3-mal 2-Minuten-Strafe gegen Kadetten, 6-mal 2-Minuten-Strafe plus rote Karte (Laube) gegen Suhr Aarau.

Kadetten: Pilipovic (14 Paraden), Garcia (5); Zehnder (3 Tore), Matzken, Cañellas (4), Schmidt (2), Schopper (1), Bartok (5), Jerry, Kusio (1), Lier (3), Markovic, Maros (3), Schelker (2), Tominec (3), Herburger (1).

Suhr Aarau: Scheidiger (4 Paraden), Durica (3); Willecke, Sarlos, Reichmuth (1 Tor), Hofer (1), Zehnder (6), Ferraz (4), Attenhofer (1), Aufdenblatten (7), Parkhomenko, Pejkovic (1), Laube, Muggli, Strebel (1), Slaninka (1).

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