NLA-Handball
Aufdenblatten gibt Comeback, doch Ferraz sieht Rot: Der HSC Suhr Aarau verliert bei Aussenseiter Basel

Trotz der Rückkehr seines Captains gibt der HSC den Sieg in Basel fahrlässig aus der Hand. Für ein fragwürdiges Vergehen sieht Rückraumstar João Ferraz die rote Karte. Zur Schlüsselszene bei der 16:19-Niederlage wird jedoch eine andere Situation.

Frederic Härri
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Tim Aufdenblattens vier Tore können dem HSC Suhr Aarau in Basel nicht zum Sieg verhelfen.

Tim Aufdenblattens vier Tore können dem HSC Suhr Aarau in Basel nicht zum Sieg verhelfen.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Die Kapitäne sind wieder an Bord. Sowohl Sergio Muggli als auch Tim Aufdenblatten stehen gegen den RTV Basel im Aufgebot. Beide sind sie nach Verletzungen zurückgekehrt, bei Muggli ist der frühe Zeitpunkt keine Überraschung, bei Aufdenblatten schon eher. Als der 25-Jährige nach sechs Minuten eingewechselt wird, ist es beinahe so, als wäre alles so wie immer. Nur das Ergebnis will nicht so recht ins Bild passen: Beim Aussenseiter verliert der HSC Suhr Aarau mit 16:19.

Ja, die Aargauer treten im Basler Rankhof nahezu in Bestbesetzung an, doch an die beste Leistung kommen sie nie wirklich heran. Früh im Spiel versucht sich Trainer Misha Kaufmann an verschiedenen Kombinationen im Dreieraufbau. Mal spielt Muggli mit Zehnder und Ferraz, mal versuchen sich Neuzuzug Silva und Aufdenblatten nebeneinander. Eine Aufstellung, die nachhaltig Erfolg verspricht, drängt sich nicht auf. Das Spiel das Gastes ist zerfahren, die Offensive harmlos. Nach 20 Minuten sind dem HSC nur drei Tore gelingt. Auch Aufdenblatten merkt man an, dass ihm die Spielpraxis abgeht: In Hälfte eins verwirft er gleich zwei Mal im Gegenstoss.

Die rote Karte gegen Ferraz ist am Rande eines Fehlentscheids

Das Glück des HSC ist, dass auch der Gegner nicht unwiderstehlich spielt. Eine zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung geben die Basler flugs aus der Hand, so dass Suhr Aarau vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff erst der Ausgleich und danach die erneute Führung gelingt. Man ahnt, dass sich das Momentum nun auf die Seite der Gäste dreht. Doch dann schwächt sich der HSC selbst: João Ferraz sieht die rote Karte, weil er seinen Gegenspieler unbeabsichtigt im Gesicht trifft. Es ist ein harter Pfiff des Schiedsrichterduos, am Rande eines Fehlentscheids.

Ärgerte sich zurecht über seine rote Karte: João Ferraz wurde kurz vor der Halbzeit von der Platte gestellt.

Ärgerte sich zurecht über seine rote Karte: João Ferraz wurde kurz vor der Halbzeit von der Platte gestellt.

Marc Schumacher / freshfocus

Erschüttern kann den HSC der Verlust ihres portugiesischen Starspielers zuerst nicht. Die Mannschaft kommt frisch aus der Pause, das Offensivspiel wird im zweiten Umgang selbstbewusster und flüssiger. Schnell wächst der Vorsprung auf drei Tore an, doch ebenso rasch schmilzt er wieder. Auch Basel ist gut im Spiel, so dass sich in den letzten 20 Minuten ein Duell mit offenem Ausgang entwickelt. Vorteile werden erspielt und wieder hergeschenkt, Würfe getroffen und vergeben. Je länger die Partie dauert, desto mehr spitzt sich die Lage zu.

Und wie so oft in einem engen Spiel lässt sich das Schlussresultat auf eine Schlüsselszene verdichten. Beim Stand von 16:17 verwirft erst Manuel Zehnder einen Siebenmeter, und gleich darauf scheitert Lukas Laube im Gegenstoss am nun überragenden Basler Goalie André Willimann. Weil Zehnder im Anschluss gleich zwei weitere Male den Anschluss verpasst, ist die Niederlage Tatsache. Zum Verhängnis wird der Mannschaft neben einer miserablen Wurfquote von 41 Prozent auch, dass Goalie Jannis Scheidiger (21 Prozent Fangquote) nicht zu seiner Leistung findet.

Am Ende wird übrigens Rückkehrer Aufdenblatten zum besten HSC-Spieler gewählt. Es ist ein schwacher Trost: Wirkliche Freude kommt bei diesem Spiel keine auf.

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