Der serbische Goalie Djordje Nikolic war einer der Garanten für die Barrage-Qualifikation in der vergangenen Saison. Liebend gerne würde der FC Aarau auch in der kommenden Saison auf die Dienste des 22-Jährigen zählen, in Form einer erneuten Ausleihe vom FC Basel.

Doch je näher der Saisonstart gegen Winterthur am 20. Juli rückt, umso mehr schwinden die Chancen des FCA. Der FC Basel zeigt aktuell keine Bereitschaft, Nikolic abzugeben. Rot-Blau braucht den Serben als Ersatz für Stammgoalie Jonas Omlin - und falls dieser in den nächsten Wochen doch noch ins Ausland abspringt, könnte Nikolic plötzlich im FCB-Tor stehen. 

Für den FC Aarau bedeutet dies Plan B: Stand heute wird in Winterthur der 18-jährige Nicholas Ammeter auf dem Platz stehen. Sein Ersatz ist noch jünger, 16 Jahre alt, und heisst Marvin Hübel. Beide Eigengewächse sind zweifellos talentiert, Experten trauen ihnen grosse Karrieren zu - trotzdem geht der FCA mit einem so jungen Goalieduo ein hohes Risiko ein. Vertragen sich die hohen Ambitionen mit einem Teenagergoalie? Sind Ammeter und Hübel dem Druck gewachsen - vor allem dann, wenn ihnen mal ein Fehler unterlaufen sollte? Wie gehen die Feldspieler mit der Tatsache um, dass der mit Abstand jüngste der Mannschaft im Tor steht?

Nicholas Ammeter absolvierte die vergangene Saison in der 1. Liga beim FC Baden

Nicholas Ammeter absolvierte die vergangene Saison in der 1. Liga beim FC Baden

FCA-Tainer Patrick Rahmen sagt im Interview mit der Aargauer Zeitung (die vollständige Version gibts am Samstag in der Zeitung und online): "Mit Ammeter als Goalie hätte ich überhaupt kein Problem. Der FC Aarau ist bekannt für seine Goalietalente, also sollten den Lippenbekenntnissen auch Taten folgen. Das jugendliche Alter birgt ein Risiko, wenn es um die Verarbeitung von Fehlern geht. Ein junger Spieler steckt Fehler weniger schnell weg als ein gestandener Profi. Grundsätzlich halte ich aber sehr viel von Ammeter und Hübel."

Marvin Hübel, 16 Jahre alt, wird wohl der Ersatzgoalie sein

Marvin Hübel, 16 Jahre alt, wird wohl der Ersatzgoalie sein

Dass der FCA mit zwei Teenager-Goalies in die Saison startet, heisst nicht zwingend, dass er sie auch in dieser Konstellation beendet: Taucht bis zum Ende des Transferfensters am 31. August ein erfahrener und guter Goalie auf dem Markt auf, könnte der FCA noch zugreifen. Dies natürlich nur, falls nötig. Wenn Ammeter von Anfang an überzeugt, wird man Nikolic in Aarau vielleicht bald nicht mehr nachtrauern.