Der HSC Suhr Aarau tut sich zu Hause in der Schachenhalle in der laufenden Saison weiterhin schwer. Zwei Wochen nach der vermeidbaren Niederlage gegen den HC Kriens-Luzern (25:29) kassierte die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann beim 22:24 gegen den BSV Bern Muri auch im zweiten Heimspiel eine Niederlage.

Das Unheil nahm schon früh seinen Lauf: Der HSC startete schlecht in die Partie, lag noch vor Ablauf der ersten zehn Minuten bereits mit drei Treffern zurück, bis zur 23. Minute wuchs der Rückstand des Heimteams gar auf deren fünf an. In die Pause ging es beim Stand von 11:15.

In der Folge pendelte sich der Rückstand bei drei bis vier Treffern ein. Immer Mal wieder gelang es dem HSC etwas aufzuholen, doch musste er die Gäste in der Folge wieder ziehen lassen. Erst in der Schlussphase veränderte sich die Physiogonomie der Partie völlig: Plötzlich wirkten die Spieler des HSC wacher, schneller und konsequenter.

Kaufmann: «Aufbäumen kam zu spät»

Und so durften die 674 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Schachenhalle wenigstens in den Schlussminuten noch einmal an einen möglichen Punktgewinn glauben, weil Suhr Aarau zwischenzeitlich noch einmal bis auf einen Treffer an Bern Muri herangekommen war.

«Das Aufbäumen kam zu spät. Keine Ahnung weshalb. Heute hat der Glaube, die Überzeugung gefehlt. Erst in der Schlussphase haben wir wieder in die Partie gefunden», sagte Trainer Kaufmann nach der Schlusssirene. «Wir haben die Partie in der ersten Halbzeit verloren. Da haben wir viel zu viele leichte Tore zugelassen. Zudem haben wir viel zu viele sehr gute Chancen verworfen.» Dass Co-Captain Tim Aufdenblatten mit Fieber spielte und so nicht auf sein Leistungsvermögen kam, will der 34-Jährige nicht als Ausrede gelten lassen.

Parallelen zum Kriens-Luzern-Spiel

Kaufmann machte einige Parallelen zum Heimspiel gegen Kriens-Luzern aus: «Erneut haben wir mögliche Punkte selber aus der Hand gegeben», sagte er. Tatsächlich leisteten sich seine Spieler zu viele Fehlwürfe und sahen auch zu viele ihrer Würfe von BSV-Torhüter Edin Tatar abgewehrt. Der Bosnier, der bei Bern Muri als Nachfolger des neuen HSC-Torhüters Dragan Marjanac verpflichtet worden war, liess die HSC-Offensive immer wieder verzweifeln.

Auf Seiten des HSC ersetzte Kaufmann noch vor Ablauf der Startviertelstunde seine Nummer 1 Marjanac im Tor durch Dario Ferrante. Der 24-jährige schweizerisch-italienische Doppelbürger zeigte in der Folge eine starke Partie und verbuchte in der Endabrechnung eine Abwehrquote von 52 Prozent. Zum Sieg reichte das bekanntlich dennoch nicht. Entsprechend konnte sich Ferrante auch nicht über seine starke Leistung freuen: «Die Enttäuschung überwiegt ganz klar», sagte er nach dem Schlusspfiff.

Keine Erklärung für die Heimschwäche

Warum sich der HSC ausgerechnet zu Hause in der Schachenhalle schwer tut, kann sich Ferrante nicht so richtig erklären: «Wir sind oft zu spät richtig im Spiel. Es ist wie eine Schockstarre», benennt Ferrante den Ansatz einer Erklärung. «Es ist halt schon etwas anderes, in der lauten Schachenhalle, als auswärts vor ein paar wenigen Zuschauern zu spielen. Wir wissen alle, was uns die Stimmung wert ist. Eigentlich ist es paradox, schliesslich sollte uns das ja beflügeln», sagt er.

Die nächste Chance, endlich den ersten Heimsieg der Saison in der Aarauer Schachenhalle zu feiern, erhalten Ferrante und Co. in anderthalb Wochen: Am Donnerstag, 11. Oktober, trifft der HSC Suhr Aarau im TV-Spiel (live auf MySports) zu Hause auf Pfadi Winterthur. Die Partie wird um 20.15 Uhr angepfiffen.

Ehrencaptain Romann und Co. verabschiedet

Vor dem Anpfiff der Partie waren in einer kurzen Zeremonie Ehrencaptain Patrick Romann, Ilan Baumann und Lukas Strebel offiziell verabschiedet worden. Romann wurde zudem die Ehre zuteil, dass seine Rückennummer 14 beim HSC künftig gesperrt und als sogenannte «Retired Number» unter das Dach der Schachenhalle gezogen wurde.

Neben den drei Verabschiedungen war ausserdem Patrick Strebel für seinen 200. Meisterschaftseinsatz im HSC-Trikot (absolviert beim 34:22-Auswärtssieg in Basel) geehrt worden.​

Schauen Sie hier die Partie im Livestream nach: