Challenge League

Nicht mehr als Begleitschutz: Der FC Aarau verliert gegen Xamax mit 1:3

Die Aarauer konnten ihre frühe Führung nicht ausnutzen, weil Xamax in der Folge grossmehrheitlich spielbestimmend war und sich mit drei Kopfballtoren von Verteidigern (!) schliesslich verdient mit 3:1 durchsetzte.

Die Entscheidung fällt nach 72 Minuten: Xamax erzielt das 3:1, mit Semjenovic ist auch für das dritte Tor der Neuenburger ein Verteidiger besorgt, alle Treffer fallen per Kopf. Dass jene das Spiel in der Offensive entscheiden, deren Hauptaufgabe eigentlich das Verhindern von Gegentoren ist, mag Zufall sein. Aber es ist an diesem Abend auch bezeichnend für den Unterschied der beiden Mannschaften.

Da ist Xamax. Die einzige Mannschaft in der Challenge League, für die die Rückrunde sportliche Relevanz hat: Geschieht Nichts Unerwartetes, kehrt der Traditionsklub im kommenden Mai nach sechs Jahren Absenz in die Super League zurück.

Die seit Jahren eingespielte Mannschaft strotzt vor Spielfreude, sie strahlt vom hintersten bis zum vordersten Spieler Siegeswillen aus und lässt sich auch von Rückschlägen nicht beirren. Attribute, die ein Spitzenteam ausmachen, in dem plötzlich eben auch Verteidiger zu matchentscheidenden Figuren werden.

Verdiente frühe Führung

Und da ist der FC Aarau. Technisch und spielerisch nicht weniger talentiert als Xamax. Aber die Aarauer stecken im Niemandsland der Tabelle fest, die Rückrunde ist die lange Vorbereitung auf die nächste Saison. Das kann die Mannschaft auf dem Platz nicht kaschieren.

Nach acht Minuten gehen die Gäste dank Patrick Rossinis Kopfballtor nach einem Frontino-Eckball in Führung. Das 1:0 ist das erste FCA-Tor nach einem ruhenden Ball seit einer gefühlten Ewigkeit.

Und es ist absolut verdient: Wie von Trainer Jurendic gefordert, werden die Neuenburger von Beginn an nach Überschreiten der Mittellinie giftig unter Druck gesetzt, nach Balleroberungen wird stringent und schnell nach vorne gespielt. Die erste FCA-Chance vergibt Mats Hammerich noch, die zweite führt zu einem Corner und zu besagtem 1:0.

Und dann? Ein Konter noch, der beinahe das schnelle 2:0 bringt. Doch statt fortan am funktionierenden Konzept mit der gleichen Aggressivität festzuhalten, begeben sich die FCA-Profis sprichwörtlich in den Liegestuhl. Kaum mehr Gegenwehr, in Form von zahlreichen Fouls nur noch am Reagieren, Aarau bettelt Mitte der ersten Halbzeit regelrecht um den Ausgleich.

Eine Spitzenmannschaft wie Xamax lässt sich in einer solchen Situation nicht zwei Mal bitten: Die Neuenburger bauen immer grösseren Druck auf und erzielen in der 31. Minute durch Rechtsverteidiger Gomes das überfällige 1:1. Nur ein brillanter Reflex von FCA-Goalie Deana und eine vergebene Topchance von Xamax-Flügel Delley zögern das erste Tor für das Heimteam so lange heraus.

Wo ist der Leader?

Es folgt die Pause. 1:1. Noch ist nichts verloren. Für die Aarauer die Möglichkeit, durchzuschnaufen und sich wieder auf das zu konzentrieren, was man sich ursprünglich vorgenommen hat.

Doch es bringt nichts. Zwar ist auch nach dem Seitenwechsel das, was der FCA zeigt, nett anzusehen. Aber es fehlt die letzte Konsequenz, die Leidensfähigkeit – und es fehlt auf dem Platz ein Anführer, der Ausstrahlung hat und der die Teamkollegen wachrütteln kann. Die Tore zum 1:2 (Djuric) und 1:3 (Sejmenovic) sind folgerichtig.

Mittel- und langfristig wieder dorthin zu kommen, wo jetzt Xamax steht, dies ist das erklärte Ziel der sportlichen Führung des FC Aarau. Dass es bis dahin ein langer und steiniger Weg, das wird an diesem Freitagabend den Aarauern deutlich vor Augen geführt. Was nicht heisst, dass alles schlecht ist, was der FCA in der Maladière zeigt. Bei weitem nicht. Doch mehr als Begleitschutz für ein Spitzenteam wie Xamax liegt momentan einfach nicht drin.

Lesen Sie die Partie hier im Liveticker nach:

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