Volleyball
Nicht Idealgrösse, aber dafür umso mehr Enthusiasmus

Die erst 16-jährige Nadine Meier ist beim NLB-Verein Kanti Baden bereits eine Teamstütze. Die Wettingerin absolviert eine Sportlehre als Hochbauzeichnerin und findet so genug Zeit für die Trainings.

Annemarie Keusch
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Meier möchte am Ende der Saison mit Baden in die NLB aufsteigen. Quelle: ake

Meier möchte am Ende der Saison mit Baden in die NLB aufsteigen. Quelle: ake

Man stellt sich Volleyballerinnen gross vor, sehr gross sogar. Nicht selten sind die Akteurinnen über 190 Zentimeter gross. Nicht so Nadine Meier. Die 16-Jährige gehört in ihrer Sportart zu den Kleinsten. «Es wäre sicher schön, zwei bis drei Zentimeter grösser zu sein. Aber ich kann das nunmal nicht beeinflussen», findet sich Meier damit ab. Doch trotz ihrer fehlenden Körpergrösse zählt die Wettingern seit vier Jahren zu den besten Spielerinnen des Aargaus.

Dabei hatte Volleyball anfangs gar keine Priorität für Meier. Sie spielte Tennis und trainierte Leichtathletik, bevor sie eher zufällig den Weg zum Volleyball fand. «In der dritten Klasse war ich einmal bei einer Kollegin zu Hause. Diese nahm an jenem Tag an einem Schnupperkurs des Volleyballclubs teil. Sie meinte, ich solle doch auch mitkommen. Ich war sofort begeistert von der Sportart», erinnert sich Meier an ihre sportlichen Anfänge. Mittlerweiler trainiert die sympathische Wettingerin fast täglich. Am Wochenende finden meist mehrere Matches statt, denn Meier spielt sowohl im Fanionteam als auch im Nachwuchs des VBC Kanti Baden. «Vielfach können wir es so arrangieren, dass beide Matches am gleichen Tag stattfinden, so habe ich wenigstens einen freien Tag pro Wochenende», ergänzt sie.

Doch Freizeit bleibt für Meier nur wenig. Sie ist im zweiten Jahr der Ausbildung zur Hochbauzeichnerin. Im Gegensatz zu anderen Lehrlingen jedoch, hat die Volleyballerin zwei Mal wöchentlich einen Nachmittag frei, um zu trainieren. Sie erhielt die einmalige Chance, bei der Meier/Leder Architekten AG eine Sportlehre zu absolvieren. «Für mich ist das ein absoluter Glücksgriff. Ich kann täglich trainieren, habe jedoch weder finanzielle noch ferientechnische Einbussen», ist sich Meier bewusst.

Die Wettingerin hat hohe Ziele, vor allem sportlich. Mit den Frauen der Kanti Baden möchte sie am Ende dieser Saison in die NLB aufsteigen, langfristig wolle sie jedoch in einem NLA-Club spielen können. «Um in die Nationalmannschaft zu kommen, fehlen mir wohl ein paar Zentimeter Körpergrösse», bedauert die Wettingerin. Doch trotz oder gerade wegen dieses Mankos kämpft Meier weiter, um irgendeinmal vielleicht doch den Sprung in die Landesauswahl zu schaffen und ihre Kritiker Lügen zu strafen.